Rezensionen

Erin Hunter „Warrior Cats: In die Wildnis“

Originaltitel: Warrior Cats: Into the wild

Reihe: Warrior Cats

Band: 1

Verlag: Beltz

Seiten: 304

ISBN: 978-3-4078-1041-0

Preis: 14,90 €

Zum Inhalt:

Jenseits der Menschen, tief verborgen im Wald, leben die Katzen der Clans wild und ungezähmt. Feuerpfote, der seine Zweibeiner verließ, um sich dem DonnerClan anzuschließen, genießt das stürmische Leben des Waldes in vollen Zügen. Seite an Seite mit den wilden Katzen lernt er zu jagen, seine Instinkte zu gebrauchen, er lernt den Wald zu hören und seine Feinde zu riechen. Doch das Leben stellt ihn auch immer wieder auf die Probe, denn der Platz ist eng, das Futter knapp. Blaustern, die Königin des DonnerClans, hat Zweifel, ob es der Clan schaffen wird, bis zur Blattfrische zu überleben. Da erfährt Feuerpfote von der Prophezeiung: „Nur Feuer kann den Clan retten!“ Was hat diese Prophezeiung zu bedeuten?

Meinung:

Erin Hunter ist ein Pseudonym und steht für drei Frauen aus England: Victoria Holmes liefert die Ideen für die Bücher, während Cherith Baldry und Kate Cary die beiden Damen an der Tastatur sind, die die Ideen zu Papier bringen. Die Warrior-Cats-Serie der drei katzenliebenden Damen umfasst mittlerweile in englischer Originalsprache schon drei Staffeln: „Warrior Cats“, „Warrior Cats: The Prophecy“ und „Warrior Cats: Power of Three“, von denen jede sechs Bände umfasst. Manche der Bücher wurden sogar schon als Manga veröffentlicht.

Sammy ist ein Hauskater und lebt am Waldrand. Oft blickt er sehnsüchtig in die Bäume, bis er sich eines Tages trotz Warnung vor den gefährlichen Wildkatzen weiter hinauswagt. Und prompt passiert es: Sammy wird angegriffen und muss sich verteidigen. Dabei gelingt es ihm, seinen Gegner zu überwältigen. Dieser stellt sich als Kriegerlehrling Graupfote des DonnerClans heraus, der von seinem Mentor Löwenherz und der Leiterin des Clans, Blaustern, begleitet wurde. Beeindruckt von Sammys Können, laden diese ihn ein, sich dem Clan als Lehrling anzuschließen. Aus Sammy wird Feuerpfote und er lernt die Welt der Katzen innerhalb des Waldes kennen.

Außer dem DonnerClan existieren noch der Wind-, der Schatten- und der Flussclan, die sich die Jagdgebiete im Wald aufgeteilt haben. Doch dem SchattenClan reicht sein Jagdgebiet nicht mehr, er fordert Jagdrechte auf den Gebieten der anderen Clans. Und dann sammelt Feuerpfote auch noch eine alte Katze auf, die ursprünglich zum feindlichen Clan gehört hat. Feuerpfote und sein großes Herz scheinen eine große Rolle in der Zukunft der Clans zu spielen.

Die Hauptrollen in der Warrior-Cats-Serie spielen – wie könnte es anders sein – Katzen. Sie kommunizieren miteinander und führen ein zivilisiertes und gemeinschaftlich organisiertes Leben. Trotz allem verlieren sie dabei nicht ihre tierischen Eigenschaften. Anstatt etwas zu sagen, zu schreien oder zu flüstern, miauen sie, schnurren und jaulen. Sie behalten ihr typisches Katzenverhalten bei, putzen sich zum Beispiel gegenseitig das Fell und nennen das „die Zunge geben“, ein Zeichen für ihre Verbundenheit. Die Spannung zwischen Vermenschlichung und normalen katzenhaften Verhaltensweisen ist anfangs für den Leser vielleicht gewöhnungsbedürftig, fällt aber auf Dauer nicht mehr so stark ins Gewicht, weil es sich logisch in die Gestaltung der Lebensabläufe der Katzenclans einfügt.

Störender ist da schon die Anhäufung von Namen. Jede Katze der Clans wird nach Äußerlichkeiten benannt. Feuerpfote bekam seinen Namen aufgrund seines roten Fells, Blaustern ist blaugrau etc. Leider tendieren die Autorinnen dazu, jeder Katze, die auch nur einen Mucks oder Schwanzschnipser von sich gibt, einen Namen zu verpassen, auch wenn sie für die restliche Geschichte keinerlei Bedeutung hat. So sammeln sich im Verlauf der Handlung immer mehr Namen an und der Leser beginnt gezwungenermaßen, die Übersicht zu verlieren. Dabei ist die Anzahl von bedeutenden Figuren relativ gering gehalten. Auch die der Geschichte vorangehende Auflistung der Namen hilft hier nicht weiter, denn es stört den Lesefluss enorm, immer wieder nachblättern zu müssen, welche Katze nun welchen Namen trägt und welche Funktion hat.

Wenn man es aber schafft, sein Hauptaugenmerk auf die Protagonisten zu richten, zeigt sich eine gut durchdachte und spannende Geschichte um die Sehnsucht nach Freiheit, um Gemeinschaft, Intrigen und Machtgier. Feuerpfote und seine Freunde sind leicht ins Herz zu schließen und man fiebert schnell mit, wie sich ihre einzelnen Schicksale entwickeln.

Das Ende balanciert zwischen einem gekonnten Cliffhanger und einer Entwicklung, die den Leser trotzdem zufrieden zurücklässt. Eine nette Ergänzung ist das zum Buch passende Lesezeichen, das der Verlag spendiert.

Fazit:

„In die Wildnis“ ist der Auftakt zu der erfolgreichen Warrior-Cats-Serie des Autorenteams, das unter dem Pseudonym Erin Hunter arbeitet. Hier spielen einmal Katzen die Hauptrolle, die einerseits sehr menschliche Züge bekommen, andererseits ihre tierischen Verhaltensweisen beibehalten. Die Autoren schaffen es, mit ihren kätzischen Protagonisten eine runde und spannende Geschichte über den Überlebenskampf vierer Katzenclans in der Wildnis zu erzählen. Leider führen die vielen verschiedenen und oft unnötig erwähnten Katzennamen zu ein wenig Verwirrung.

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3 Kommentare zu „Erin Hunter „Warrior Cats: In die Wildnis“

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