Holly Black „Tithe“

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Reihe: Modern Tale of Fairie

Band: 1

Verlag: Simon & Schuster (Februar 2004)

Seiten: 352

ISBN:0689860420

Preis: 9,99 €

Inhalt

Kaye’s Leben lief noch nie so wie das eines normalen Teenagers. Ihre Mutter ist Frontsängerin einer Band, ihr Vater ist verschwunden, seit sie ein Baby ist und schon als Kind konnte Kaye Feen sehen. Nun kehren Kaye und ihre Mutter zu ihrer Großmutter zurück und Kaye hofft, die Freunde ihrer Kindheit wiederzutreffen. Doch lange Zeit gibt es keine Spur von den Feen. Dafür rettet Kaye einen gutaussehenden Ritter, der offensichtlich nicht von dieser Welt ist. Sie entlockt ihm seinen Namen, bevor er wieder verschwindet. Promt trudeln Spike und Lutie bei ihr ein, und warnen sie vor Roiben: Er gehöre zu einer feindlichen Gruppe von Feen. Und wo sie schon dabei wären: Kaye ist auch eine Fee und soll eine wichtige Rolle in einem Ritual spielen, das über Gefangenschaft oder Freiheit der Feenwelt entscheidet…

Meinung

Faye ist anders als die üblichen Protagonistinnen. Anstatt ein fleißiges Mädchen zu sein, das trotz geschiedener Eltern brav zur Schule geht und dort über ihren Traummann stolpert, hat Kaye schon seit Jahren keine Highschool von innen gesehen. Kaye raucht, Kaye trinkt, Kaye treibt sich mit Männern herum und ihr Kleidungsstil ist auch mehr als grenzwertig. Sie ist mit ihrer Mutter und deren Freund durchs Land gereist, hat ihr Bandequipement auf- und abgebaut und den Kopf ihrer Mutter aus Kloschüsseln gezogen. „Tithe“ verspricht also von Anfang an Abwechslung. Neben Kaye spielen noch Corny und Roiben große Rollen. Corny ist der Bruder von Kayes bester Kindheitsfreundin Janet, ein mäßig attraktiver und interessanter – und nebenbei homosexueller – junger Mann. Roiben dagegen ist ein Ritter mit einem miesen blutrünstigen Ruf, dafür überaus gutaussehend.

Die Grundidee von „Tithe“ ist nicht schlecht, die Umsetzung hakt anfangs aber ziemlich. Die ersten 200 Seiten zieht das Buch sich, es existiert kein durchgehender roter Faden. Und Kaye ist irgendwie nervtötend und egozentrisch.  Sie zaubert auf den Freund iher besten Freundin eine Besessenheit für sie und entfernt sie anfangs nicht einmal, als sie endlich weiß, wie es funktioniert. Als Spike ihr erzählt, sie dürfe sich auf gar keinen Fall in eine Fee verwandeln ( ihr aber im selben Satz gleich erzählt, wie es gehen würde ), hat Kaye nicht besseres zu tun, als sich promt im erstbesten Haufen Klee zu wälzen, den sie finden kann, nur um dann völlig geschockt von ihrer wahren Gestalt in Cornys Arme zu laufen.

Auch Roiben hat anfangs eine schrecklich unwichtige und blöde Rolle. Zum einen lässt er sich von Kaye retten und verrät ihr dann ihren Namen, was in einem Restaurant dazu führt, dass er ihrer Bitte „Kiss my ass“ dementsprechend nachkommt ( AdR: *rolleyes* ), zum anderen kommt er die nächsten 100 Seiten  fast gar nicht vor, was für den Mann des Herzens der Protagonistin untypisch ist.

Wenn Kaye und Roiben dann aber endlich zusammenfinden, erholt sich auch das Buch von seinem angerissenen roten Faden und seiner kaugummiartigen Geschichte und entwickelt doch noch etwas Spannung.

Holly Blacks Figuren sind fantasiereich gestaltet und Elemente aus ihren Spiderwick Chroniken bringt sie auch in Tithe wieder ein, z.B. dass man die wahre Gestalt einer Fee sehen kann, wenn man durch einen Stein mit einem Loch in der Mitte blickt.

Fazit

„Tithe“ ist eine Geschichte mit einer erfrischend neuen, wenn auch zeitweise sehr nervtötenden Protagonistin, die aber anfangs Spannung und einen roten Faden vermissen lässt. Erst gegen Ende kommt die Story in Gang.

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