Harry Potter – Ermutigung zum Teenage Drinking?

Durch einen Tweet von The Compulsive Reader bin ich auf diesen New York Times-Artikel gestossen:

Harry Potter and the Pint of  Liquid Courage

Manchmal frage ich mich ja, ob Eltern daheim sitzen und Gründe suchen, um ihre Kinder bedroht zu sehen, bevor sie sich daran erinnern, dass es ihre Aufgabe ist, mit ihren Kindern über solche „Probleme“ ( natürlich sind es Probleme, aber hier mal unproportional… ) zu reden.

As the mother of a 10-year-old Harry Potter fan, I was taken aback by the reaction of the young people in the theater.

Da sitzt sie nun, Madame Überbesorgte Mami und jammert darüber, dass Hermine einen kleinen Schwips hat und die Kinder das lustig finden, wenn sie durch die Gegend torkelt. Hm, aber moment mal. 10jährige Tochter? Harry Potter und der Halbblutprinz hat sowohl hier als auch in allen anderen Ländern eine Freigabe ab 12. Wie ein Vater weiter hinten im Artikel sagt:

Plus, in a world where dark wizards are kidnapping or killing people on a regular basis, a little under-age drinking is the least of their problems.

Und, so ganz allgemein gesagt: Natürlich beeinflussen Filme und Bücher Jugendliche. Aber ist es nicht die Aufgabe der Eltern, mit ihren Kindern über genau solche problematischen Themen zu reden und sie zu sensibilisieren? Wieso meinen Eltern, sie müssen ihre Meinung immer nach außen tragen, über die Köpfe ihrer Kinder hinwegschreien, aber sich nie die Zeit nehmen, mit ihrem Kind direkt zu reden. Da haben vor allem amerikanische Eltern nichts besseres zu tun, als Bücherverbrennungen (!) zu fordern, weil in der Jugendabteilung Bücher stehen, die Homosexualität nicht verteufeln. Sie heulen rum, weil ihnen Bücher zu unchristlich, zu problematisch, zu sexuell sind.

Ist das einfach Faulheit? „Mein Kind liest/hört/sieht sowas nicht, also muss ich mich nicht mit ihm auseinandersetzen? Muss nicht mit ihm über solche Themen reden?“

Soweit ich mich erinnere, waren sich meine Eltern nie zu fein oder zu beschäftigt, um sich mit mir auseinanderzusetzen und mir die Möglichkeiten zu geben, Fragen zu stellen. Aber ich war auch nie versucht, mich aufgrund von Büchern zu betrinken, Sex mit Frauen und meinen Lehrern zu haben, Drogen zu nehmen oder irgendeiner komischen Sekte beizutreten, obwohl das die Hauptthemen _meiner_ Jugendliteratur waren. Vielleicht lag das an meiner Erziehung, vielleicht aber auch einfach daran, dass ich nicht dumm wie Brot bin, genausowenig wie die meisten Jugendlichen heutzutage. Nur, dass ihnen das keiner mehr zutraut. Traurige (Erwachsenen-)Welt.

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2 Gedanken zu “Harry Potter – Ermutigung zum Teenage Drinking?

  1. zimtsterni schreibt:

    Ich unterschreibe deine Meinung voll und ganz. Der Einfluss ist da, aber ich sehe es auch so, dass man mit offenen und ehrlichen Gesprächen als Eltern viel lenken kann. Ich hab da schon weitaus schlimmeres aus dem Rahmen Jugendliteratur gelesen und ich denke, dass Harry Potter gewiss keine Alkoholextasen etc pp enthält oder irgendetwas verherrlicht.

  2. Kari schreibt:

    Ach ich finde da wird was hochgeschaukelt, wo’s überhaupt nichts zum kritisieren gibt. Mal ganz ehrlich. Bücher/Filme etc. haben Einfluss auf Kinder/Jugendliche, sogar noch auf mich *gg* Aber wenn ich mich mit Drogen vollstopfe oder mich betrinke weil ich es in einem BUCH oder FILM gelesen/gesehen habe, dann stimmt doch schon bei einem persönlich was nicht. Das hat dann nicht das Medium verursacht, sondern mein soziales Umfeld – und ja – auch die Eltern.
    Ich find’s echt krass, wie sehr sich das in der heutigen Zeit gewandelt hat, dass die Eltern allem andern die Verantwortung geben wollen dafür, dass mit ihren Kindern was nicht stimmt. Naja und das Harry Potter als All-round-Anschuldigungsobjekt herhalten muss haben wir ja schon bei der Hexen-Zauberer-Debatte gehabt… Darüber kann ich mich nur amüsieren ^^

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