Stephenie Meyer „The Host“

Verlag: Little, Brown Book Group (Juli 2009)

Seiten: 624

ISBN: 0751540641

Preis: 9, 70 €

Inhalt

Die Erde wurde übernommen. Außeriridische – „Seelen“ genannt – übernehmen menschliche Körper, in der festen Überzeugung, die Menschheit ist kurz davor, mit ihrem gewalttätigen und rücksichtslosen Wesen die Erde zu zerstören. Wanderer – kurz Wanda – wird in den Körper der 21jährigen Melanie gesteckt – aber Melanie wehrt sich und macht nicht Platz für die Außerirdische. Zurst ist Wanda von der Situation genervt und will Mel so schnell wie möglich los werden. Doch nach und nach übernimmt Wanda Melanies Gefühle und Sehnsüchte, vor allem nac ihrem kleinen Bruder Jamie und ihrem Freund Jared. Also machen sich Mel und Wanda auf den Weg, die beiden zu finden – und entdecken dabei eine ganze überlebende Kolonie. Nur will Wanda dort niemand haben – und dass sie Mel dabei hat, glaubt ihr auch niemand.

Meinung

Es liegt irgendwie nahe, „The Host“ mit „Twilight“ zu vergleichen, schließlich ist die Autorin die selbe. Und Stephenie Meyer hält sich auch an gewisse Eigenheiten ihres Schreibstils. So kann man auch von „The Host“ nicht erwarten, dass massig Blut fließt und ein großer Endkampf stattfindet. Aber das ist okay, schließlich handelt „The Host“ von einer eigentlich friedfertigen außerirdischen Rasse, der Gewalt völlig fremd ist. Auch zieht sich die Handlung ein wenig, aber auch dies ist in diesem Fall wieder passend, schließlich dauert es lange, bis Wanda sich das Vertrauen der Menschen verdienen kann, die verständlicherweise nur Angst haben, dass sie die erstbeste Gelegenheit nutzt, um die ganze Kolonie an ihre Mitaußerirdischen zu verkaufen.

Andererseits kann man „The Host“ schon allein deswegen nicht mit Twilight vergleichen, da es ein völlig anderes Genre bedient. Man kann es getrost in die Ecke der SciFi-Bücher einordnen, wobei die Raumschiffe und Aliens nicht so aufdringlich sind wie sonst, sondern immernoch die „zwischenmenschlichen“ Beziehungen und Probleme im Fokus stehen.

Anfangs ist es schwer, sich an die Erzählweise zu gewöhnen, wenn Mel sich mit Wanda unterhält, aber mit der Zeit kann man die beiden unterschiedlichen Charaktere so gut voneinander trennen, dass man weiß, welche Aussage zu wem passt.

Die Idee, Aliens auf die Erde zu schicken, die dann die Körper der Menschen übernehmen, ist nicht neu. Die Außerirdischen an sich aber schon. Die Seelen sind keine gewalttätige Rasse, im Gegenteil. Von ihrem Heimatplaneten ausgehend übernahmen sie immer nur Planeten, die sie für schützenswert hielten, die aber von ihren Bewohnern bedroht waren und unterzugehen drohten. Wanda selbst ist eine der am weitesten gereisten Seelen, weswegen sie auch als Mensch den Job einer Professorin annimmt, die von ihren Reisen über die Planeten berichtet. Solange die Seelen gesunde Hosts finden und sie wieder verlassen, bevor sie sterben, können sie ewig leben. Weder sind Seelen zu körperlicher Gewalt fähig, noch können sie lügen. Selbst Wanda, die im Gegensatz zu de anderen Seelen fähig ist, das Lügen wenigstens zu versuchen, scheitert unter den Menschen kläglich. Nur Seelen glauben ihr, weil sie keine Lüge vermuten. Auch sind Seelen grundsätzlich sehr gesellig und leben für ihre Gesellschaft, während Wanda immer den Drang hat, sich aus deren Gemeinschaft zurückzuziehen.

Wanda gerät außerdem noch an einen resistenten Host, was sehr selten ist. Diese Hosts weigern sich schlicht, Platz in ihrem Kopf zu machen, sondern melden sich lautstark zu Wort und manche schaffen es auch, wie Kontrolle über ihren Körper zu erlangen. Mel, die bei ihrer Gefangennahme versucht hat, sich selbst umzubringen, um ihrem Schicksal zu entgehen, ist einer dieser resistenten Hosts. Sie verweigert Wanda anfangs alle Informationen, nur in unaufmerksamen Momenten oder wenn sie träumt, entfleuchen ihr Infos. So kommt Wanda auch irgendwann hinter die Existenz von Jamie und Jared. Dass Mel und Wanda sich anfreunden, ermöglicht eigentlich nur Wandas aufdringliche Sucherin, die beiden gleichermaßen unsympathisch ist, vor allem als sie darauf drängt, Wanda einen neuen Host zu suchen und selbst den Körper zu übernehmen. In ihrer Angst um Jamie und Jared – Wanda übernahm mittlerweile Mels Gefühle für beide – flüchten sie und folgen Mels Erinnerung in die Wüste, um das Versteck ihres Onkels Jeb zu suchen.

Aber Stephenie Meyer wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht ein Liebeschaos in ihre Geschichte einbauen würde. Wanda übernimmt sowohl Mels mütterliche Gefühle für Jamie als auch ihre Gefühle für Jared. Doch auch Ian, einer der Bewohner der Kolonie, entwickelt Gefühle – für Wanda. So muss Ian gleich mit zwei Problemen kämpfen: Seine Geliebte und Jareds teilen sich einen einzigen Körper. Ganz zu schweigen davon, dass es Wanda mehr nach Jared sehnt als nach ihm selbst.

Wer am Anfang die Geduld mitbringt, sich durch die ersten zähen Kapitel zu lesen, wird am Ende mit einem sehr schönen, spannenden und emotionalen Buch belohnt, das hier und da auf die Tränendrüse drückt oder den Leser zum Lachen bringt.

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3 Gedanken zu “Stephenie Meyer „The Host“

  1. Stefanie Emmy schreibt:

    Sehr schöne Rezi! :)
    Ich hab das Buch damals gefressen, hat mir – um ehrlich zu sein – sogar besser gefallen als die Twilight-Serie. Allerdings hab ich auch schon mit Leuten gesprochen, die fanden The Host schrecklich. Da gehen die Meinungen ziemlich auseinander.

  2. Katha schreibt:

    Ich hab das Buch mal auf Deutsch angefangen…nach 200 Seiten habe ich allerdings aufgegeben! Aber eventuell werde ich es irgendwann nochmal auf Englisch probieren…vielleicht gefällt es mir dann besser…

    Schöne Rezi :)

  3. umblaettern schreibt:

    Ja, der Anfang ist zäh, aber andererseits hätte ich nicht so an Wanda gehangen, wäre dem nicht so gewesen. Und das Ende hat mich doppelt und dreifach entschädigt für die Geduld, die ich am Anfang aufbringen musste (:

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