Rezensionen

Maggie Stiefvater „Shiver“

Verlag: Scholastic (August 2009)

Seiten: 400

ISBN: 0545123267

Preis: 12,65 €

Inhalt

Mit 11 wird Grace von Wölfen angegriffen und ihre einzige Rettung ist der junge Wolf mit den gelben Augen, der sie verteidigt. Seitdem sehen Graces Tage immer gleich aus: Sie wartet auf ihren Wolf. In den kalten Monaten steht er am Waldrand und beobachtet sie auch, im Sommer verschwindet er auf mysteriöse Weise.

Sam ist schon sehr lange ein Werwolf. Und seit er Grace vor dem Rudel gerettet hat, kann er nicht anders, als an sie zu denken. Im Winter ist er ein Wolf, im Sommer ein Mensch. Doch seine Phasen als Mensch werden kürzer und kürzer.

Als ein Junge aus Grace Schule von den Wölfen angegriffen und getötet wird, beginnt eine unerlaubte Jagd nach den Wölfen. Und Grace findet einen verletzten Jungen mit gelben Augen auf ihrer Veranda: Sam. Sie weiß sofort, wer er ist. Für beide beginnt eine lang ersehnte gemeinsame Zeit.

Doch nicht nur der nahende Winter bedroht die beiden: Jack – der getötete Junge – ist nicht tot und auch anderen Mitgliedern des Rudels gefällt es gar nicht, dass Jack sich zurückverwandet hat und jetzt bei Grace lebt, geschützt vor der Kälte, die ihn zum letzten Mal verwandeln würde.

Meinung

Schon allein die Aufmachung von „Shiver“ verspricht viel. Weiß und blau wie der Winter ist der Schutzumschlag gestaltet. Nimmt man ihn ab, hält man ein weißes Buch in den Händen, auf dessen Cover ein einzelnes Blatt eingeprägt ist. Die Schrift innerhalb des Buches ist nicht schwarz, sondern dunkelblau. Aber natürlich hat „Shiver“ mehr zu bieten als nur eine hübsche Aufmachung.

Grace und Sam sind wunderbare Charaktere und zusammen erst recht. Grace liebt die Wölfe, hat Sehnsucht nach dem Wald und es zerrt an ihr, wenn sie die Wölfe heulen hört. Doch bis Sam auftaucht, ist ihr nicht bewusst, dass sie von Werwölfen gebissen wurde und ihre Sehnsucht daher rührt, dass sie eigentlich eine von ihnen wäre. Ansonsten ist Grace aber eher pragmatisch. Ihre einzigen Interessen sind die Wölfe und Bücher, ihre extrovertierten Eltern kümmern sich wenig um sie – eher umgekehrt ist es der Fall.

Sam hingegen ist ein sehr sensibler und zerbrechlicher Charakter. Mit 7 Jahren wurde er von den Wölfen gebissen. Seine Eltern hielten ihn für besessen und schnitten ihm die Pulsadern auf, um ihn zu töten. Zwar überlebte Sam durch de erstaunliche Heilkraft der Werwölfe, jedoch ist er seitdem traumatisiert.

Grace und Sam gemeinsam sind liebevoll. Man merkt, dass nach jahrelangem Warten endlich ihr Traum in Erfüllung geht und sie beieinander sein können. Beide gehen sehr liebevoll mit dem Gegenüber um, aber auch sehr vorsichtig, als wäre ihnen bewusst, dass ihr Glück zerbrechlich ist.

„Shiver“ ist gleichzeitig poetisch, packend, traurig und spannend. Hier und da ist mir eine ( und mehrere ) Träne entfleucht, dem Leser ist die Zerbrechlichkeit der Beziehung der beiden Protagonisten einfach zu deutlich bewusst.

„Shiver“ bedient auch endlich den noch sehr kleinen Markt der Werwölfbücher und das auch noch mit einer schönen Interpretation des Mythos. Zwar wird man durch einen Biss zum Werwolf, aber Vollmond und Silberkugeln bleiben eine Erfindung. Die Wölfe verwandeln sich aufgrund von Wärme und Kälte. Im Frühling werden sie Menschen, im Winter verwandeln sie sich wieder in Wölfe, wobei sich mit jedem Jahr die Spannen verlängern, in denen sie Wölfe bleiben, bis die Verwandlung in einen Menschen einfach völlig ausbleibt. Das einzig menschlich an ihnen bleiben ihre Augen.

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7 Kommentare zu „Maggie Stiefvater „Shiver“

  1. „Shiver“ ist diesen Monat auch auf Biss-Xperts.com vorgestellt worden. Musste sofort an dich denken als ich das gesehen habe. Steckst etwa du hinter diesem Lesetipp?

  2. Ich habe beim Stöbern diesen Link gefunden (Cynsations) mit einem Kommentar zu „Shiver“ seitens der Autorin sowie den Buchtrailer sowie ein Link zu zwei von ihr selbst vorgelesenen Chaptern.

    Und habe auch noch zwei Buchtipps für dich, die mir im Laufe der Zeit über den Weg gelaufen sind:

    Link zu Amazon

    Every Soul a Star by Wendy Mass

    Drei Jugendliche erleben auf einem Camingplatz mitten in der Natur eine totale Sonnenfinsternis. Eine Geschichte über Freundschaft und Erwachsenwerden.

    sowie

    Link zu amazon

    Love You Hate You Miss You von Elizabeth Scott

    It’s been seventy-five days. Amy’s sick of her parents suddenly taking an interest in her.

    And she’s really sick of people asking her about Julia. Julia’s gone now, and she doesn’t want to talk about it. They wouldn’t get it, anyway. They wouldn’t understand what it feels like to have your best friend ripped away from you.

    They wouldn’t understand what it feels like to know it’s your fault.

    Amy’s shrink thinks it would help to start a diary. Instead, Amy starts writing letters to Julia.

    But as she writes letter after letter, she begins to realize that the past wasn’t as perfect as she thought it was—and the present deserves a chance too.

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