Rezensionen

Mark Haddon „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“

OT: The curious incident of the dog in the night-time

Verlag: Goldmann (November 2005)

Seiten: 288

ISBN: 344246093X

Preis: 8,95 €

Inhalt

Als der autistische Christopher Boone den Hund der Nachbarin mit einer Heugabel erstochen auf ihrem Rasen findet, beschließt er, wie Sherlock Holmes nach dessen Mörder zu fanden. Das stellt sich aber als nicht so einfach heraus – schließlich redet Christopher mit keinen Fremden. Außerdem hat er einen Polizisten geschlagen, der ihn angefasst hat, und darf sich jetzt keine Dummheiten mehr erlauben. Nichtsdestotrotz forscht Christopher weiter und schreibt ein Buch darüber. Doch er merkt schnell, dass hinter dem toten Hund mehr steckt, als gedacht.

Meinung

Christopher Boone ist 15 Jahre alt, ein mathematisches Genie und autistisch. Er spricht mit keinen fremden Menschen, er liebt Hunde, dafür nichts, was gelb oder braun ist. Zusammen mit seinem Vater lebt er allein, nachdem seine Mutter an einem Herzanfall gestorben ist. Als der Hund seiner Nachbarin Mrs. Shears ermordet wird, beschließt er, dem Mord nachzugehen, wie sein Romanheld Sherlock Holmes, bei dem er Parallelen zu sich selbst erkennt. Schneller als erwartet bringt er sich dabei aber in Schwierigkeiten und landet auf dem Polizeirevier. Sein Vater verbietet ihm daraufhin, seine „Nase in fremde Angelegenheiten zu stecken“ – eine Aussage, die für Christopher aber so unverständlich ist, dass er sie übergeht. Dabei merkt er nicht, dass hinter dem Verbot seines Vaters eine viel größere Sorge steckt, denn er hat Christopher in so mancher Hinsicht nicht die ganze Wahrheit gesagt.

Ich muss ja zugeben, dass ich – was Autismus angeht – relativ wenig Ahnung habe, also kann ich keine großartige Aussage darüber machen, ob es nun wirklich realistisch geschrieben ist oder nicht. Manches erkenne ich wieder, das ich hier und da mal aufgeschnappt habe, aber zu einer richtigen Aussage reicht es bei weitem nicht. Trotzdem muss ich sagen, dass ich vieles sehr unlogisch fand, vor allem im weiteren Verlauf des Buches, da Christopher eine Menge seiner autistischen Züge über Bord wirft, wenn sie ihn in seinem Weg behindern. Ich glaube nicht, dass das in Wirklichkeit so einfach wäre.

Trotzdem ist das Buch ganz nett zu lesen, es liest sich schnell weg und Christopher ist ein sympathischer Charakter. Immerhin habe ich etwas über die Milchstraße gelernt und wie wahrscheinlich es ist, dass hinter einem Vorhang ein Auto statt einer Ziege steht. Es kommt wohl sicher darauf an, unter welchen Erwartungen man das Buch angeht: Möchte ich etwas über Autismus lernen, bin ich hier wohl falsch. Möchte ich mich nur unterhalten lassen, ist das Buch aber sicher lesenswert.

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2 Kommentare zu „Mark Haddon „Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone“

  1. deine ist die meinung, die am ehesten meiner entspricht. mir wurde das buch empfohlen mit „aaah, das ist so toll, musst du lesen!!“ und ich war ernsthaft enttäuscht und ich kann ehrlich nicht nachvollziehen, wieso viele das so toll finden. das einzige, das mir das buch gebracht hat, ist der ehrgeiz zu beweisen, dass auch nicht-autisten das große minesweeper in 99sek schaffen könne. mein schnellstes ist 112sek bisher :D

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