Es ist ein Wunder, dass ich das Ding los bin.

So ganz eigentlich wollte ich ja heute freudestrahlend einen Beitrag schreiben, vielleicht noch ein nettes Bild meiner gebundenen Zulassungsarbeit. Pah. Pustekuchen! Ich hab einen Horrortag hinter mir!

Die ganze Nacht hatte ich Albträume – dass ich zu spät bin, dass sie nicht angenommen wird, dass irgendwas mit meinen Bestätigungen nicht passt und mich das Prüfungsamt nicht zum Examen zulässt. Ganz abgesehen davon, dass ich von Minute zu Minute unzufriedener wurde und am liebsten eine ganz neue Arbeit geschrieben hätte. Wie ich mich morgens aus dem Bett gepellt habe, kann man sich ja denken.

In Bayreuth angekommen bin ich erstmal zu meiner Wohnung gefahren,um dort meine restlichen Unterlagen zu holen: Die Empfangsbestätigung fürs Prüfungsamt und die Aufkleber für die Arbeit selber. Ich hatte ja Angst, ich hätte sie doch daheim liegen und hab schon panisch alles im Regal über den Haufen geworfen, bis ich sie gefunden hatte. Keine Zeit zum Aufräumen, los zur Uni.

An der Uni angekommen, war ich erstmal erleichert. Ich dachte, nun muss ich nur noch Geld abheben, zum Copyshop laufen und dann ist alles geregelt. Es war ja schließlich erst kurz nach 10 und das bisschen Regen machte mir jetzt auch nix aus. DENKSTE!

Da stand ich nach ein paar Minuten, vor dem Copyshop, der natürlich ab genau heute Urlaub gemacht hatte. Also bin ich unverrichteter Dinge durch den Regen zurückgelatscht, bin in mein Auto gestiegen und zurück zu meiner Wohnung (!) gefahren, weil ich einen Copyshop um die Ecke hatte, aber ja erst Geld an der Uni holen musste, um meine Kopien zu bezahlen. Im Copyshop angekommen, wurde ich schon langsam nervös. Mittlerweile war es halb 11 und nebenbei bemerkt war ich noch nie in einem, also konnte ich nicht einschätzen, wie lang das dauert. Meine Unwissenheit wurde dann auch gleich bestraft, denn als der Copyshopmitarbeiter mir erklärte, dass ich das Zeug erstmal allein ausdrucken muss, bevor er das binden kann, saßen da schon zwei andere Studenten und druckten fröhlich aus. Als die beiden den Platz geräumt hatten, sah ich mich Problem Nummer Zwei gegenüber: Eine völlig unbekannte Wordversion, bei der ich den „Drucken“-Knopf nicht finden konnte. Schon halb verzweifelt bat ich die Studenten um Hilfe. Wer sich vordrängelt, kann ja schließlich auch helfen! Die konnten mir aber plötzlich auch nicht mehr helfen ( Fragt mich nicht, wie _die_ ihr Zeug gedruckt haben. ). Der Mitarbeiter bekam dann Wind von meiner misslichen Lage und kam mir zu Hilfe. Endlich konnte ich das tolle Ding binden lassen. Dafür hab ich auch 18 € hingeblättert – dachte echt, ich kipp hintenum. Das waren schlappe 53 Seiten! ( Ich kann einfach nicht rumschwafeln. Außer hier. Ja, hier kann ich das, aber was wissenschaftliche Sachen angeht, komm ich immer auf den Punkt. ^^ Liegt wohl an meinem sehr selektierten Wissen *hust* ).

Mit Zulassungsarbeit unterm Arm machte ich mich also zurück zur Uni, wo ich sie dann der Mitarbeiterin meines Professors geben wollte. ( Übrigens derLichtblick meines Tages, diese Frau. <3 ) Die steckte mir dann, dass ich noch eine zweite Version bräuchte, die nach München geschickt wird, und die am besten anders binden lassen solle, da meine Eidesstattliche Erklärung ganz ans Ende gehört und nicht – wie ich dachte – gleich auf die zweite Seite. Da muss ich wohl sehr bedröppelt ausgesehen haben, mittlerweile klatschnass, mit wüsten Locken und verschmierten Mascara und vor mich hingestottert haben, dass ich doch aber aufs Prüfungsamt und um 12 zu und sowieso und Mist aber auch. Jedenfalls unterschrieb sie mir die Bestätigung und ich musste schwören, dass ich ihr die zweite Version hinterher bringen würde.

Halb 12, Holly steht vorm Prüfungsamt. Als hätte ich es nicht eh schon eilig genug, liest sich die Prüfungsamtmitarbeiterin ausführlich meinen Praktikumsbericht durch. Dachte schon, sie erklärt mir jetzt, dass das Praktikum leider nicht als Betriebspraktikum zählt und ich nun doch ein anderes machen müsste. Hat sie aber nicht. Trotzdem. Wieder durch den Regen zurückgerannt, mittlerweile konnte ich kaum noch geradeaus laufen… Da fällt mir ein, dass ich noch Bücher für meine Hausarbeit brauche. Alle, die ich nicht hätte bestellen müssen, stehen im Semesterapparat. Meine Kopierkarte hat für ca 20 Seten gereicht, das wars. Nun stehe ich hier mit 20 Seiten. Dazu muss ich jetzt nichts weiter sagen, oder? Nochmal Geld geholt, sonst hätte es für eine zweite Version gar nicht gereicht.

Rein ins Auto, zurück zum Copyshop, nochmal drucken lassen. Langsam bekam auch der Mitarbeiter schreckliches Mitleid mit mir. Zurück zur Uni, abgeben. Halb 1. Um halb 2 fängt meine Nachhilfe an, aber normal muss ich die Kinder vorher schon reinlassen, da sie sonst im Haus rumgammeln und da mögen die Nachbarn nicht.

Wie ne blöde nach Hause gerast, mir die patschnassen Klamotten vom Leib gerissen, mir die Locken aus den Haaren gekämmt, Zopf rein und ab in die Arbeit.

Und wem jetzt auffällt, dass ich bis jetzt noch nichts gegessen habe: Jawohl! So siehts aus! NICHTS! Zumindest hatten meine Schüler Mitleid mit mir, sogar mein sonst so unartiger Schüler war heute richtig lieb. Natürlich nicht nötig zu erwähnen, dass ich nach 3 Stunden Nachhilfe noch Deutschabschlussklausuren für die Probeklausuren am Mittwoch vorbereiten musste und der Kopierer Arschloch³ war. Wäre ja sonst zu schön gewesen.

So, viel Gerede um nichts. Kein Foto von fertiger Zulassungsarbeit+strahlender Holly, ich bin kaptt ohne Ende und werde mich nicht mehr aus dem Bett bewegen, außer zu einer warmen Dusche. Und wen es interessiert: Mein Thema war „Nachhilfe in Gruppen und als Einzelunterricht – Ein Vergleich„.

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9 Gedanken zu “Es ist ein Wunder, dass ich das Ding los bin.

  1. Kari schreibt:

    Du hast 18 Euro für 50 Seiten gezahlt?
    Sag mal hast du die komplett in Farbe drucken lassen oder wie? Das erscheint mir schon etwas zu viel… wir hatten damals für unser 200-Seiten Projekt ca. 25 Euro gezahlt mit binden lassen wohl gemerkt!!
    Dann lass dich jetzt auf jeden Fall mal schön verwöhnen! *drück*

  2. Steffie schreibt:

    Meine Bekannte aus der Fachschule hat neulich für 30 Seiten schon 20 Euro bezahlt…also nix gegen die Preise ;) Nee Spaß bei Seite.
    Der Tag war ja nun echt der Horror, aber es kann ja nur besser werden. Wenn du die Arbeit dann mit 1* zurück bekommst, ist alles vergessen :)

  3. Nina [libromanie] schreibt:

    Klingt nach einem typischen Uni-HA-Abgabe-Chaos-Tag. Sowas kenne ich zu Genüge. Noch blöder ist es, wenn man danach noch ’nen Flieger bekommen muss und vorher den Zug zum Flughafen und der Geldautomat kaputt ist und deine Karte verschluckt, aber niemand in der Filiale weiß, wie das Problem zu lösen ist.
    Da kann ich echt Geschichten erzählen… Alles nicht schön.

    Trotzdem, versuch das Erfolgserlebnis zu genießen, dass du das Thema nun hinter dich gebracht hast und entspann dich erstmal! Du hast es dir verdient.

    LG,
    Nina

  4. umblaettern schreibt:

    @Kari: Vielleicht ist der Copy-Shop an der Uni billiger? Keine Ahnung, ich hatte 19 farbige Seiten, halt die ganzen Diagramme zur Schülerbefragung… Frag mich eh, wieso ich das München schicken musste. Damit die das in Kartons packen und ins Archiv stellen und mitm Arsch nicht ankucken? Aber ne Bekannte von mir meinte heute, dass das noch gar nix wäre, für meine benoteten Unterrichtsversuche würde ich locker um die 100 € hinblättern.
    @Steff&Nina: Danke (:

  5. Sna schreibt:

    Auweih, da möchte ich niiiiie mehr eine Arbeit abgeben müssen… hab heute auch eine Hausarbeit abgeben, aber war ganz leicht… :S
    Ich schreib ja lieber Klausuren!
    Hoffentlich wird deine Zensur aber gut, und du kannst wieder normal essen :)

  6. Winterkatze schreibt:

    Ohje, solche Tagen gehören zum Studium wohl einfach dazu! Aber immerhin hast du diese Hürde jetzt hinter dich gebracht! Dann hast du hoffentlich auch etwas Zeit zum Verwöhnen und Erholen! :)

    Was die Kopierkosten angeht … Das nächste Mal vergleichst du die Preise ein paar Tage vorher und fragst den Betreiber, welchen Service er bietet. Da gibt es himmelweiter Unterschiede! Ich hatte während meines Studiums für jede Aufgabe (farbige Kopien, DinA1-Kopien, Ringbindung, Leimbindung, Kopien auf Transparentpapier, Kopien auf handgeschöpftes Papier …) einen anderen Laden aufgetan – und so klappte es dann ganz gut. ;) Aber Recherche ist für die Nutzung von Copy-Shops mindestens genauso wichtig, wie für die eigentliche Arbeit. ;)

  7. irina schreibt:

    Ich glaub nicht, dass ich irgendjemanden kenne, der am Tag der ZA-Abgabe nicht im Zuge einer Copyshop-Aktion in Panik verfallen wäre. *lach* Eigentlich dachte ich ja, meine stebsamen Kommilitonen seien schon Wochen vorher fertig gewesen, aber morgens haben sich einfach alle im Copy-Shop getroffen und um die Kopierer und Bindemaschinen geprügel! *g*

    Ich hoffe, du hast dich inzwischen erholt! :))

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