|Rezension| Lara Adrian „Gebieterin der Dunkelheit“

OT: Midnight Rising

Reihe: Midnight Breed

Band: 4

Verlag: Lyx (September 2008)

Seiten: 398

ISBN: 3802581733

Preis: 9,95 €

Inhalt

Die Journalistin Dylan Alexander entdeckt eine verborgene Grabstätte und gerät dadurch in einen Strudel aus Gewalt und Geheimnissen. Doch niemand ist gefährlicher als der von Narben entstellte und unendlich verlockende Rio, der sie in seine Welt der ewigen Finsternis und dunklen Obsessionen entführt. Dylan kann sich Rios Berührung nicht entziehen, selbst als sie eine schreckliche Entdeckung macht, die ihn mit ihrer Vergangenheit verbindet. Dylan muss sich entscheiden: Will sie Rios Reich der Dunkelheit verlassen oder alles aufs Spiel setzen für den Mann, der ihr gezeigt hat, was wahre Leidenschaft ist?

Meinung

Dylan Alexander ist von Beruf Journalistin und gerade in Tschechien unterwegs, als sie von einem Geist zu einer unterirdischen Höhle geführt wird. Der mit mystischen Zeichen und einem Sarkophag ausgestattete Ort lässt Dylan auf eine interessante Geschichte für ihr Magazin hoffen und der dämonisch anmutende Landstreicher, der darin wohnt, kann als Vampir hinhalten. Was sie dabei nicht weiß, ist, dass es sich dabei wirklich um den Vampirkrieger Rio handelt, der den Auftrag hatte, die Höhle zu zerstören. Als Dylan mit einigen verräterischen Fotos verschwindet, folgt Rio ihr, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Nur ist das nicht so einfach, denn Dylan entpuppt sich als Stammesgefährtin und muss somit die Wahl bekommen, ob sie ihr Gedächtnis gelöscht bekommen möchte oder nicht.

Nach drei Bänden immer gleich ablaufender Handlung kann der Leser wohl nicht mehr auf viel Abwechslung hoffen. Immerhin scheint Rios Vorgeschichte und der daraus resultierende labile Geisteszustand ein wenig Abwechslung zu versprechen. Rio wurde bei einer Bombenexplosion, die eigentlich nicht gegen ihn gerichtet war, schwer verletzt und trägt nun sein Leben lang schreckliche Narben mit sich herum. Das daraus resultierende Trauma wird dadurch noch verstärkt, dass seine eigene Stammesgefährtin für diese Explosion verantwortlich war. Immer wieder wird Rio von Anfällen geplagt, in denen er die Kontrolle über sich verliert und neigt zu Gewaltausbrüchen. Rios Geschichte verspricht zumindest einen vielschichtigeren Charakter als die bisherigen Vampirkrieger, die durchweg nur wandelnde Muskelberge waren, die an nichts anderem interessiert waren als an Kämpfen und Waffen. Doch eigentlich ist Rio wieder genau das – eine gestählter Muskelberg mit Waffen, der sich zusätzlich dazu aber noch unheimlich leid tut.

Dem tragischen Helden muss eine mindestens ebenso tragische Heldin gegenübergestellt werden. Hier kommt Dylan ins Spiel. Dylans Stammesgefährtinnenfähigkeit besteht darin, Tote sehen zu können, was sie später auch zu Rio führt. Als ihr Vater ihre Gabe erkannte, verkaufte er sie als Medium an verzweifelte Menschen, die mit ihren Angehörigen kommunizieren wollten. Außerdem ist ihr Vater verantwortlich für den Tod ihres Bruders, der ihren zweiten Bruder zur Armee getrieben hat, wo er seitdem spurlos verschwunden ist. Dylan hat also nur noch ihre Mutter, die aber an Krebs leidet und nicht mehr lange zu leben hat. Sie ist also bisher die Protagonistin mit der tragischsten Gegenwart und Vergangenheit. Zusätzlich dazu ist Dylan aber ein wandelndes Vorurteil, nämlich das der Journalistin, die in keiner Situation aufhören kann, Fragen zu stellen, selbst wenn ihr Leben davon abhängt.

Die Handlung an sich ist wieder die gleiche wie schon in den Bänden davor. Dylan und Rio treffen sich unter tragischen Umständen, die sie unfreiwillig aneinander binden. Rio muss Dylan ins Hauptquartier entführen, da sie zuviel über ihn und seine Vampirfreunde weiß. Sie verbringen gemeinsam ereignislose Zeit miteinander, in der sie sich langsam näher kommen, erste erotische Erfahrungen machen, aber beide absolut überzeugt sind, dass der jeweils andere sie gar nicht wirklich haben will. Sobald beide sich dazu durchgerungen haben, sich ihre Gefühle zu gestehen und kapitelweise Sex zu haben, muss Rio zu Dylans Rettung schreiten.

Dabei ist das Ende in diesem Fall gleichzeitig so haarsträubend wie lieblos wie nie zuvor. Nachdem das ganze Buch hindurch kaum etwas geschieht, das zur Lösung der Situation führen könnte, werden den Protagonisten die Hinweise auf dem Silbertablett serviert, was zu einem ebenso hingeklatschten wie ergebnislosen Endkampf führt.

Fazit

„Gebieterin der Dunkelheit“ ist der vierte Band der Vampirreihe aus der Feder von Lara Adrian. Die Autorin lässt auch hier nicht von dem Prinzip ab, die gleiche Geschichte abgewandelt von vorne zu erzählen. Die beiden Protagonisten haben übertrieben tragische Geschichten, die Handlung plätschert nur vor sich hin und gipfelt in einem absolut unzufriedenstellendem Ende.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s