|Tag 8| Ein Buch, das mich an einen Ort erinnert

Vor ein paar Jahren waren mein Freund und ich zusammen in Tunesien. Im Gepäck hatte ich „Die Stadt der träumenden Bücher“. (Und ja, ein Buch ist zu wenig, auch wenn es dick ist und ja, ich habe alles gelesen, was mir sonst noch in die Finger kam, inklusive der Motorradzeitschriften meines Freundes. Man lernt ja bekanntlich aus Fehlern.)

Ich weiß noch, wie ich in der prallen Sonne saß und geschwitzt habe, aber in meinem Kopf in den kalten dunklen Gängen unter Buchhaim herumgestrolcht bin.

Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, daß Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist,in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.

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