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|Rezension| Susanne Henke „Makellose Morde to Go“

Verlag: BoD (Dezember 2009)

Seiten: 130

ISBN: 3839192528

Preis: 9,90 €

Inhalt

Es muss nicht immer Coffein sein. Auch Literatur belebt. Vor allem, wenn es um (unfreiwilliges) Ableben geht. Und darin ist die Hamburger Autorin, deren Geschichten Vito von Eichborn für den aktuellen Titel seiner Reihe für herausragende Neuerscheinungen ausgewählt hat, Expertin. Gut und Böse sind wunderbar gemischt in dieser Sammlung erlesener Verbrechen und herzerfrischender Gemeinheiten. Oft in ein und derselben Person.

Meinung

In 24 Kurzgeschichten dreht sich alles um das Thema Tod, Mord und Hinterlistigkeiten. Da bringt der eigentlich in sich ruhende Geschäftsmann unwissentlich den nervtötenden Nachbarn um, der Chef den leider zu ambitionierten Skandaljournalisten oder ein gelangweilter Mann einfach wahllos ausgesuchte Opfer. Doch handeln wirklich alle 24 Geschichten von Mord oder ist der Titel schon irreführend? Tatsächlich handeln nicht alle Erzählungen von Personen, die nach dem Leben ihrer Mitmenschen trachten. Ein Beispiel wäre die Geschichte um die Büromitarbeiter, denen der Chef VIP-Karten für die Weltmeisterschaft in Deutschland verspricht, wenn sie ihm den Fussballnachwuchs präsentieren können. Also legen es zwei Mitarbeiter darauf an, ihre Frauen zu schwängern, ob diese wollen oder nicht.

Die Erzählungen sind alle kurz und schnell zu lesen und somit ideal für ein Lesehäppchen zwischendurch. Doch die Autorin schafft es, in den Geschichten so oft die Schauplätze, Perspektiven oder Personen zu wechseln sowie so große Zeitabstände zu überspringen, dass die Erzählungen hektisch wirken, unübersichtlich werden und man von der Mordgeschichte kaum schockiert ist. Es besteht keine Möglichkeit, sich mit den Figuren auch nur annähernd anzufreunden oder zu identifizieren, weil man außer ihrem Namen keine Informationen über sie erhält, die sie liebenswert machen würden. Auch die Motive der Mörder sind nicht nachvollziehbar, da man auch über deren Person kaum etwas erfährt, was über die grundlegendsten Eckdaten hinausgehen würde. Dadurch geht der Spannungsfaktor der Geschichten leider so gut wie komplett verloren, weil man gar nicht um die Figuren bangen kann oder will.

Nicht, dass vorher viel Spannung in den Geschichten erhalten wäre. Vielmehr wirken sie, als hätte die Autorin sich ein paar Krimiserien angesehen und die Handlung zusammengefasst, um daraus ihre Geschichten zu schreiben. Die Enden der Erzählungen, die dem Mordfall eigentlich den letzten Schliff geben sollten, sind vorhersehbar und unoriginell.

Der Schreibstil, der eigentlich erfrischend und spritzig sein soll, ist einfach nur anstrengend zu lesen. Die Protagonisten haben haarsträubende Namen wie Hieronymus oder Eleonora Dragowitsch, Neologismus reiht sich an Neologismus. Die Sätze wirken abgehackt, was bei den kurzen Passagen noch hektischer und unaugegorener wirkt. Angestellte Vergleiche und Metaphern sind weit hergeholt und scheinen so erzwungen originell.

Das Buch beginnt damit, dass der Herausgeber eine kleine Geschichte darüber einfügt, wie er das Werk einer Buchhändlerin schmackhaft machen möchte. Dabei bewirbt er sein Buch damit, dass es witzig wäre, surreal und spannend. Die Händlerin ist davon nicht unbedingt begeistert, bis sie in das Buch hineinliest und sofort das Potential erkennt. Ein wenig seltsam mutet es schon an, dass der Herausgeber am Anfang noch einmal Werbung machen muss für „Makellose Morde to Go“.

Fazit

„Makellose Morde to Go“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten der Autorin Susanne Henke. Die insgesamt 24 Erzählungen haben alle eine Länge zwischen zwei und sechs Seiten und sind somit gut zwischendurch zu lesen. Doch die Autorin hat einen sehr eigenwilligen Schreibstil und wechselt innerhalb der kurzen Erzähldauer die Schauplätze so oft, dass die Geschichten zu schnell vorbei sind, ohne dass man eine Verbindung zu den Personen aufbauen kann. Die Morde an sich sind leider sehr unoriginell und vorhersehbar.

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