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|So tickt die Frau| Kapitel 1: Die Hormone

Nach der schmackhaften Einleitung wollen wir heute etwas über Hormone lernen. Hormone sind offenbar das, was uns dazu treibt, uns kennenzulernen, Sex zu haben und – Vorsicht!(sic!) – uns für immer zusammenschweißt. Und dafür wühlen wir jetzt in neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Juhu!

Liebe und Sex können süchtig machen, was der Autor mit vielen ausschweifenden Beispielen klar macht. Die Wissenschaft sagt, dass wir irgendwie spinnen, wenn wir verliebt sind. Daran sind Serotonin und Dopamin schuld und für den Leser, der nicht weiß, was das ist, schiebt man einen kleinen grauen Infokasten ein, der ihn aufklärt.

„Während Serotonin auch das Blutdrucksystem, den Magen-Darm-Trakt und das Zentralnervensystem positiv beeinflusst, schreibt man dem Dopamin die heftigen Glückserfahrungen zu, die im Gehirn durch Drogen oder einen Orgasmus entstehen.“ Hm, ich wollte schon immer wissen, was mir hilft, fein aufs Klo zu gehen – Serotonin! Toll!

Nun wirds dramatisch, denn verliebt zu sein setzt unser Gehirn in einen „labilen Unglückszustand“ mit viel Pein  und Schmerz und Buhu und nur das geliebte Wesen kann uns erlösen. Daran ist die böse Evolution schuld. Schäm dich, Evolution. Die will nämlich, dass wir uns im ersehnten Wiedersehensmoment in die Arme fallen und wilden Sex haben ( um Kinder zu zeugen. ). Der muss nichtmal lang dauern, geht ja nur um die Fortpflanzung: „Wam-Bam, thank you Ma’am.“ Aber damit das Baby hinterher noch getüddelt und gepampert werden kann, brauchts auch den Papa, also ist der Mensch „temporär-partiell monogam veranlagt.“ Dafür gibt es das Oxytocin. Das entwickelt die Frau zum Beispiel beim Stillen, das „wohlige bis lustvolle Gefühle“ hervorruft ( Ähm, Mamis, stimmt das?? ). Wenn die Partner also zusammenpassen, bindet das Oxytocin sie zusammen.

Kommen wir an dieser Stelle noch einmal zurück auf den Buchtitel. Freundinnen des Autors sollen scherzhaft gesagt haben, dass 6 Stunden zu viel wären, das ginge auch nach ein oder zwei. Dem gibt der Autor völlig recht, denn a) ist man auch nach so kurzer Zeit schon bereit, sich „mit einem völlige Fremden einzulassen“ und b) „sind Flirten und Sex Tests, um herauszufinden, ob es der/die Richtige ist“.  Und weil Frauen (!!!!) auch durch die Pille (!!!!) oder andere Methoden verhindern können, dass sie schwanger werden, geht das auch ganz einfach. Ich würde ja die Frau, die mit einem wildfremden Mann schläft und nur mit der Pille verhütet, fragen, ob sie nicht mehr ganz bei Trost ist, aber AIDS ist ja ein Thema der Vergangenheit. Gibts nicht mehr heutzutage. Und dass Männer Kondome kaufen können – pff, die müssen ja schon den Kaffee der Frau bezahlen. Da kann die ja ruhig die Verhütung übernehmen. Schließlich wird ja auch die Frau schwanger. ( Hallooo, Sarkasmus. Für die, die das noch nicht bemerkt haben sollten. ) Noch ein bisschen mehr Klischee und ich werf das Handtuch.

Nagut, jedenfalls sind die sechs Stunden der obere Zeitrahmen, nicht der untere. Nur, damit das mal klar ist. Die müssen auch nicht am Stück ablaufen. Also Achtung, wenn ihr nach einem Jahr dem selben Kerl in der U-Bahn gegenüber sitzt – die sechs Stunden laufen bald ab und dann könnt ihr ja nicht mehr anders als ihn unter den Sitz zu zerren.

Ein wenig später kommt auch der Autor darauf, dass ein Kondom vielleicht doch ratsam wäre. Oho. Wenn ihr übrigens nach den sechs Stunden keinen Sex hattet, werdet ihr das auch nie haben. NIE! NIEMAHAAALS! Bis zum Sex muss man aber verschiedene Annäherungsstufen durchlaufen. Das haben Wissenschaftler entdeckt, die ein Pärchen vom Kennenlernen bis zum Geschlechtsakt beobachtet haben.

Zum Abschluss des Kapitels heißt es dann – und das möchte ich wortlos so stehen lassen: „Für den Verführer bedeutet das: Wenn er die Stufen der Annäherung kennt und verinnerlicht, muss er gar nicht viel tun. Eher weniger. Nur nichts falsch machen und warten, bis ihm die Frau wie eine reife Frucht in die Arme fällt.“

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3 Kommentare zu „|So tickt die Frau| Kapitel 1: Die Hormone

  1. Bitte sag mir, dass das Buch als Parodie gemeint ist! Ich weiß nicht mal, welche der von dir zusammengefassten Stellen mich mehr entsetzt – und das heißt schon was bei mir. ;)

    Immerhin hat dieses Zitat „Für den Verführer bedeutet das: Wenn er die Stufen der Annäherung kennt und verinnerlicht, muss er gar nicht viel tun. Eher weniger. Nur nichts falsch machen und warten, bis ihm die Frau wie eine reife Frucht in die Arme fällt.“ in mir die Hoffnung geweckt, dass in Zukunft alle Leser dieses Buches einfach steif vor der „Beute“ stehen und darauf warten, dass die „Frucht“ fällt. Das würde so manche Frau vor einer blöden Anmache bewahren! :D

    1. Ich fürchte, er meint das ernst. Und ich fürchte, dank Amazon, es gibt Männer, die fest daran glauben. Traurige Welt. Ich bin ja gespannt, was die jeweiligen Schritte sind. ^^

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