|Rezension| Rachel Caine „Lord of Misrule“

Reihe: The Morganville Vampires

Band: 5

Verlag: Signet (Januar 2009)

Seiten: 256

ISBN: 0451225724

Preis: 5,30 €

Inhalt

Es herrscht Krieg in Morganville. Amelie und ihr Vater sammeln ihre Streitkräfte und bereiten sich auf eine große entscheidende Schlacht vor. Mittendrin die Bewohner von Morganville, Vampire und Menschen, die Angst haben und um ihr Leben fürchten müssen. Claire und ihre Freunde sind Schachfiguren in einem tödlichen Spiel, bei dem der Sieger noch ungewiss ist.

Meinung

Claires bisherige Sorgen scheinen völlig bedeutungslos, wenn sie sich die Situation genauer betrachtet, in der sie sich befindet. Sowohl Vampire als auch Menschen nutzen das Glass Haus als Fluchtstätte, während vor ihren Türen die Stadt in Flammen aufgeht. Sie und ihre Freunde werden auf verschiedene Missionen geschickt und dabei getrennt. Shane soll das Blutspendefahrzeug schützen, eine der wenigen Möglichkeiten für die Vampire, noch an Blut zu gelangen, ohne die Bewohner direkt anzuzapfen. Eve kehrt mit Oliver zurück zu Common Grounds, einem weiteren Auffanglager für Flüchtende. Michael wird beauftragt, den Campus zu überwachen. Doch die schwierigste Aufgabe hat wohl Claire – gemeinsam mit Amelie soll sie losziehen, um Myrnin aus den Händen Bishops zu befreien.

„Lord of Misrule“ ist auf den ersten Blick ziemlich chaotisch. Bisher waren die vier Bewohner des Glass Hauses ein untrennbares Team, auch wenn ab und zu einer von ihnen in Schwierigkeiten steckte. Doch in „Lord of Misrule“ stehen die vier die meiste Zeit ohne die direkte Unterstützung ihrer Freunde da. Da Amelie ihnen verschiedene Aufgaben zuteilt, werden sie ständig wieder getrennt und verbringen nur ganz wenig gemeinsame Zeit miteinander. Dem Leser wird erst jetzt richtig deutlich, wie sehr sich vor allem Claire auf den Rückhalt ihrer Freunde verlassen hat. Dadurch, dass ihr dieser fehlt, wächst Claire wieder ein Stück an sich selbst. Aus dem ängstlichen Kind wird beinahe eine Kämpferin, die sich nicht mehr unterbuttern lässt – nicht einmal von Shane oder Michael.

Die vier getrennten Freunde irren durch das zerstörte Morganville auf ihren eigenen Missionen, gehen verloren und werden gesucht, werden entführt und gerettet – es gibt keine wirklich ruhige Minute in diesem Buch. Doch nicht nur die Freunde selbst sind nicht sie selbst. Kurz nachdem alle Bewohner Morganvilles sich in sichere Häuser geflüchtet haben, beginnen die Vampire durchzudrehen. Wie schlafwandelnde Zombies versuchen sie, aus ihren gerade betretenen Refugien zu entkommen, einem Ruf folgend, von dem niemand weiß, woher er kommt. Dabei ist es den Vampire auch egal, ob die Sonne aufgeht oder nicht. So muss Claire mit ansehen, wie ein Vampir vor ihren Augen in Flammen aufgeht und dabei noch völlig unbeeindruckt bleibt, bis er endgültig stirbt. ies ist nur eine Szene, die die Zerstörung und die Misslage in Morganville deutlich unterstreicht.

Doch wer glaubt, das nur an zwei Fronten gekämpft wird, der irrt. Denn die Menschen in Morganville, die sich immer unterdrückt gefühlt haben, sehen ihre Chance gekommen, sich gegen die Vampire aufzulehnen. Sie greifen in Massen einzelne Vampire an, foltern und ermorden sie. Doch auch vor Menschen, die ihre Armbänder nicht abnehmen wollen, aus Loyalität zu ihren Beschützern, werden von ihnen tätlich angegangen. Ein besonders beliebtes Opfer ist hierbei Monica, die für alle ihre Schandtaten büßen muss. Auf der einen Seite tut sie einem fast leid, auf der anderen Seite hat sie es aber auch nicht anders verdient. Sie wird mit Aufklebern bepflastert, auf denen Bilder ihrer schlimmsten Opfer abgebildet sind – Menschen, die wegen ihr gestorben sind, darunter auch Shanes kleine Schwester. Im Allgemeinen ist Monicas Charakter einer der glaubwürdigsten in diesem Buch.

Ein wenig entsetzt war ich, als ich das Ende gelesen habe. Wieder einmal schafft es die Autorin, dass man sein Bild von Gut und Böse in Morganville überdenken muss. Das Bild, das man von manchen Figuren hat, wird wieder völlig neu gemalt. Schade fand ich, dass bei vielen davon angedeutet wurde, dass ihr Sinneswandel nicht freiwillig geschah. Trotzdem ist das Ende völlig anders, als man erwartet hätte.

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