Rezensionen

|Rezension| Maggie Stiefvater „Linger“

Reihe: The Wolves of Mercy Falls

Band: 2

Verlag: Scholastic (Juli 2010)

Seiten: 368

ISBN: 0545123283

Preis: 13,50 €

Inhalt

Vor Grace und Sam liegt ihre ganze gemeinsame Zukunft. Sam verbringt zum ersten Mal seit Jahren einen Winter als Mensch. Doch er traut seiner Heilung nicht ganz. Als die Tage wärmer werden, muss Sam Becks Platz einnehmen, als der neue Wolf Cole anfängt, sich zurückzuverwandeln. Doch Cole will gar kein Mensch sein, sondern als Wolf seiner drogen- und problemreichen Rockstarvergangenheit entfliehen. Der einzige Mensch, an den sich Cole wirklich wendet, ist Isabel, die ihn bei einer seiner ersten Verwandlungen gefunden hat. Unterdessen bemerkt Grace, dass etwas mit ihrem Körper nicht stimmt. Der Wolf in ihr drängt immer mehr nach außen.

Meinung

„Linger“ ist anders als „Shiver“ und dabei doch wieder so wunderbar wie sein Vorgänger. Nachdem es Grace gelungen ist, Sam von seiner Krankheit zu heilen, hat sie ihn komplett für sich, ohne Angst haben zu müssen, ihn wieder an seine Wolfform zu verlieren. Beide verbringen viel Zeit miteinander und warten darauf, dass die anderen Wölfe sich zurückverwandeln. Doch Sam ist sich gar nicht sicher, ob er Becks Platz einnehmen möchte, um auf das Rudel aufzupassen. Denn während Grace Zukunftspläne macht, ist ihm klar, dass dieser Platz ihn an Mercy Falls fesseln wird. Umso deutlicher wird das, als er auf Becks eigentlichen Nachfolger trifft: Cole.

Cole ist einer der neuen Wölfe und ein großer Teil des Buches wird aus seiner Sicht geschrieben. Cole ist ehemaliger Leadsänger der Band NARKOTIKA. Sein Leben bestand nur aus Drogenräuschen und Fehlern, jeden, der ihm etwas bedeutet hat, hat er in den Abgrund mitgerissen. Als er bei einem Konzert mit einer Überdosis unbekannter Drogen auf der Bühne zusammenbricht, sieht Beck seine Chance, ihn unbemerkt zu verwandeln und nach Mercy Falls zu bringen. Doch Cole hatte nie vor, Becks Platz einzunehmen. Das einzige, was er will, ist für immer ein Wolf zu bleiben.

Zwischen Cole und Isabel entwickelt sich eine Bindung, als Cole splitternackt in Isabels Haus marschiert. Doch Isabel wäre nicht sie und Cole nicht er, wenn ihre Beziehung auch nur annähernd aussehen würde wie die von Sam und Grace. Vielmehr klammern sich beide daran, dass es den anderen eigentlich gar nicht interessiert, wie es ihnen geht und mit welchen Teufeln ihrer Vergangenheit sie zu kämpfen haben. Überhaupt schafft es Isabel, durch ihre eigentlich unverändert hochnäsige und zickige Art den Leser von sich zu überzeugen, denn sie bleibt gleichzeitig authentisch und erlaubt trotzdem einen Blick hinter ihre Fassade. Vor allem Grace hängt ihr mehr am Herzen als sie je zugeben wollen würde.

Auch Grace Leben findet keine Ruhe, denn ihre Eltern habe plötzlich beschlossen, nach Jahren der Vernachlässigung ihren elterlichen Pflichten nachzugehen – und die bestehen daraus, den Freund ihrer Tochter nicht zu mögen. Als sie Sam dann in Grace Zimmer finden, verbieten sie ihr, ihn zu sehen. Trotz allem erlebt man mit Sam und Grace diese stillen gemeinsamen Momente, die schon „Shiver“ zu etwas Besonderem gemacht haben. Doch selbst diese Momente sind wieder vom Schatten des Verlustes verdunkelt, denn diesmal ist es nicht Sam, sondern Grace, die merkt, dass der Wolf in ihr nach draußen möchte. Weder sie noch Sam wissen, was sie tun sollen, denn sie wird immer schwächer und kränker.

„Linger“ hat die stillen Momente seines Vorgängers und durch die neuen Erzählperspektiven von Isabel und Cole auch eine neue, emotional aufwühlendere Seite. Daraus ergibt sich eine perfekte Mischung zwischen Spannung und Ausruhen. Vor allem das Ende fesselt den Leser, so dass er nicht aufhören kann, bis das Buch leider in einem Cliffhanger endet. Leider deswegen, weil es noch so lange hin ist bis zur Veröffentlichung von „Forever“.

Für alle deutschen Leser, die das Original lesen, gibt es wieder ein kleines Schmankerl, wenn Rilke gelesen wird, Ulrik deutsch spricht oder auch Sam sich daran versucht.

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19 Kommentare zu „|Rezension| Maggie Stiefvater „Linger“

  1. T-T Ich les die Rezi noch gar nicht – ich will nämlich Linger erst selber lesen. Und das ist noch nicht da +seufz+
    Ich freu mich aber für dich, dass du es schon lesen konntest!

  2. Ich setze mich mal zu denen, die auch noch auf „Linger“ warten… *seufz*
    Aber freut mich, dass du es sozusagen als erstes Lesen konntest :)

  3. Du hast Linger schon bei Amazon bestellt, oder?
    Ich habs Samstag nämlich auch bestellt, und heute heißt es immer noch, dass das Buch erst zwischen dem 7. und 12. August geliefert wird. :-/

      1. Juhu, es wurde heute verschickt. Am Freitag müsste es also da sein. Nicht, dass ich die Zeit hätte, es gleich zu lesen, aber in den Händen halten hat auch was. ;D

        Ich hab auch das Hardcover bestellt, das ist mindestens genauso schön wie das von Shiver. Sieht bestimmt super zusammen im Regal aus. <3

  4. Oh, du Glückliche – du hast es schon! Ich habs vor ner Ewigkeit bei lesen.de vorbestellt, bislang tut sich da aber noch gar nix in Sachen Versand! *seufz*

    1. Hatten die irgendwann das Hardcover? Oder nimmst du das Taschenbuch? Ich könnte meins ja dauernd anschmachten, es ist so schööön. Da zahl ich die paar Euro auch drauf dafür ^^

      1. Ja, ich hab das Hardcover bestellt – die zwei Euro mehr investier ich sehr gerne in die schönere Ausgabe! :)

        Es tut sich übrigens immer noch nix. Ob ich die mal anschreibe? *hibbel*

        So grundsätzlich scheint lesen.de mit Vorbestellungen ein paar Probleme zu haben – die kommen echt nie zum Erscheinungstermin. Als hätten sie nicht genug Zeit, die Bücher zu ordern! *murr*

    2. Das war bei mir genauso -.- Eigentlich mag ich lesen.de ja wirklich gerne, aber ich bin einfach bei „Linger“ zu ungeduldig. Deswegen habe ich meine Bestellung da storniert und auf amazon geordert (*schlechtes Gewissen* =/ ) Und laut amazon soll „Linger“ am 28. bei mir sein…ich bin gespannt…*seufz*

      1. Ich hab auch schon überlegt, das Buch zu stornieren und bei Amazon zu bestellen, aber da isses gerade auch nicht auf Lager und außerdem teurer. Ich hab mich heute Nachmittag aber aufgerafft und hab ne Beschwerde an lesen.de geschrieben.

  5. Ich hab das Buch noch nicht gelesen, aber ich merk grad so beim Lesen der Rezi, dass ‚NARKOTIKA‘, der Name der Band da, auf polnisch Drogen heißt XD
    Kann das stimmen? XD

    1. Die Anspielung ist tatsächlich vorhanden, ich weiß nur nicht genau, auf was bezogen. Maggie meinte, da stecke „narcotic“ drin, was entweder Betäubungsmittel heißt, aber auch einschläfernd (; Aber ich glaube fast nicht, dass Coles Band einschläfernd wäre…

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