|Rezension| R. L. Stine „The Perfect Date“

Dt. Titel: Mörderische Verabredung

Verlag: Simon Pulse (Mai 2005)

Seiten: 160

ISBN: 1416903232

Preis: 4,55 €

Inhalt

Vor einem Jahr starb Bradys Freundin Sharon bei einem Schlittenunfall auf einem steilen Hügel. Brady wird nie ihr zerstörtes Gesicht vergessen, das durch den Sturz nahezu nicht mehr vorhanden war. Doch dann trifft er Rosha. DAS perfekte Mädchen, findet er, und plötzlich sind alle anderen Frauen aus seinem Kopf verschwunden – inklusive seiner neuen Freundin Allie. Heimlich trifft er sich mit seiner neuen Flamme, doch jedesmal, wenn er mit Rosha ausgeht, passieren schreckliche Unfälle. Doch Brady sieht sie als genau das: Missgeschicke. Er versteht nicht, wieso sein bester Freund sauer auf ihn ist und auch nicht, was das vernarbte Mädchen von ihm will, das ihn immer wieder vor Rosha warnt.

Meinung

Die Inhaltsangabe verrät eigentlich alles, was man über das Buch wissen muss. Ganz lang habe ich gehofft, dass die Lösung nicht so offensichtlich ist, wie sie scheint. Obwohl man das so nicht sagen kann, denn am Ende saß ich vor dem Buch und dachte mir: Was? Wieso? Was ist jetzt passiert?

Dabei ist das Buch bis zum Ende hin – für sein Genre und seine Zielgruppe natürlich – gar nicht so schlecht. Brady ist kein besonders sympathischer Charakter und das ist wohl auch so gewollt. Der Leser soll nicht mit ihm mitfühlen, sondern ihn eher wachrütteln wollen. Er ist arrogant, selbstverliebt und absolut oberflächlich. Allie ist süß und besorgt und liebt ihn aufrichtig, aber Brady schafft es nicht, sich nur für sie zu interessieren. Stattdessen springt er sofort auf Rosha an, die exakt seinem optischen Idealbild entspricht. Da macht es Brady auch nichts aus, dass sie ihm die Hand verbrennt, das Auto seines Vaters zu Schrott fährt und kommt und geht, wann es ihr passt. Auch macht es ihn gar nicht stutzig, dass weder ihr Telefonanschluss existiert, noch ihre Hausnummer auf der Fear Street. Bradys Blind- und Blödheit ist schon fast ein wenig unglaubwürdig.

Dass Sharon irgendwie in die Sache verwickelt ist, ist dem Leser von vornherein klar. Ihm werden auch gleich zwei mögliche Sharons präsentiert. Zum einen Rosha, die ein Phantom zu sein scheint und Brady ständig belügt, zum anderen das Mädchen, das im Gesicht so vernarbt ist, wie Sharon es wäre, wenn sie nicht gestorben wäre. Das gibt dem Leser zu denken, wer von beiden nun die Böse ist und wer die Gute. Vielleicht sind Roshas Attacken ja wirklich nur Unfälle und vielleicht will das Mädchen, das ihn vor ihr warnt, dem schönen Mädchen einfach sein Glück nicht gönnen?

Doch wenn die Geschichte dann aufgeklärt wird, steht der Leser ein wenig ratlos da. Denn erstens geht die Auflösung ziemlich schnell und zweitens wird gar nicht erklärt, wie das alles nun möglich war. Als ich das Buch zugeklappt habe, habe ich mich jedenfalls gefragt, ob ich etwas ganz essenzielles im Laufe des Buches verpasst hatte. Natürlich muss man bei dieser Art von Buch oft Abstriche machen, doch ich bezweifle einfach mal, dass „The Perfect Date“ einer der guten Stines ist. Ich habe schon viele bessere gelesen.

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