Rezensionen

|Rezension| Rainer Wekwerth „Damian. Die Stadt der gefallenen Engel“

Verlag: Arena (Mai 2010)

Seiten: 418

ISBN: 3401065130

Preis: 16,95 €

Inhalt

Lara will ein paar aufregende Tage in Berlin verbringen. Doch hinter der Fassade der Großstadt verbirgt sich eine Welt, in der dunkle Kreaturen einen verbitterten Kampf austragen. Als Lara Damian kennenlernt, weiß sie nicht, dass sich durch ihn eine alte Prophezeiung erfüllen soll. Ein düsteres Familiengeheimnis legt sich wie ein Schatten über die beiden und bedroht ihre Liebe und ihr Leben.

Meinung

Eigentlich wollte Lara nur nach Berlin kommen, um ihren Exfreund Ben hinwegzukommen. Doch als sie in einem Park fast vergewaltigt und vom geheimnisvollen Damian gerettet wird, ahnt sie nicht, worauf sie sich einlässt. Denn Damian ist kein Mensch und ganz zufällig hat er sie auch nicht gerettet. Berlin soll der Schauplatz eines Endkampfes zwischen Himmel und Hölle werden und Lara befindet sich mittendrin. Sowohl gefallene Engel als auch Himmelskrieger suchen nach ihr. Doch dann verlieben sich Damian und Lara ineinander und werfen damit die Pläne des Höllenreichs über den Haufen.

Wie zu erwarten war, fand ich das beste an „Damian. Die Stadt der gefallenen Engel“ – Damian! Für mich war er der am beste ausgearbeitete Charakter und der, der die meiste Entwicklung durchgemacht hat. Ich fand es faszinierend zu sehen, wie er sich seinen Dienern gegenüber als harter Herr gezeigt hat, aber Lara gegenüber so sanft sein konnte. Auch gut fand ich, dass er ihr Vertrauen nicht vorrangig dadurch gewinnen wollte, dass er ihr von hie auf da den Kopf verdreht und sie um den Finger wickelt – was er bei seinem guten Aussehen sicher könnte – , sondern sich eigentlich nur als besorgter Retter zeigt und der Rest sich von selbst ergibt. Etwas schade fand ich aber, dass Damians Identität so früh aufgeklärt wurde. Ich hätte gerne noch ein wenig gerätselt, ob er zu den Guten oder den Bösen gehört. Und so richtig verleidet hat mir das noch der Anagramm-Nachname von Damian. Ich bin ja gar kein Fan von absolut offensichtlichen Anagrammen.

Im Gegensatz zu Damian fand ich Lara wenig liebenswert Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, was Damian an Lara so fasziniert, dass er seine ganze Überzeugung über den Haufen wirft. Ich fand Lara weder sympathisch noch unsympathisch, eher war sie für mich der Inbegriff des Teenagers, der aus dem Gröbsten raus ist. Sie ist so gewöhnlich, dass sie von sich selbst schon immer behaupten muss, wie gewöhnlich sie ist. Ein paar Ecken und Kanten oder Veränderung in ihrer Persönlichkeit hätten dem Charakter gut getan.

Richtig toll fand ich dafür Satan, der alle möglichen seltsamen Gestalten angenommen hat: Die eines kleinen Jungen, einer jungen Frau, eines alten Greises. Irgendwie entspricht das genau meiner Vorstellung von ihm. Diese Ziegenhuf-und-Teufelshörner-Vorstellung finde ich ja ein wenig überholt, vor allem, weil er ja ein gefallener Engel ist.

Die Grundidee von „Damian“ ist super und im Detail auch gut umgesetzt. Aber rückblickend muss ich leider sagen, dass sehr sehr wenig passiert und manche Szene einfach überflüssig scheinen, weil sie de Geschichte nur unnötig in die Länge ziehen. Zwar fand ich es postitiv, dass die Geschichte zwischen Lara und Damian nicht nach dem Motto ablief: Gesehen, verliebt. Aber das Drumherum mit den Kämpfen zwischen den Engeln und Dämonen wirkte teilweise irgendwie ziellos. Stattdessen hätte ich mir mehr Konfrontation zwischen Damian und Gabriel gewünscht, weil man auch diese Beziehung mit ein wenig mehr Emotionen hätte aufladen können.

Das Ende wirkt ein wenig zu glatt, auch wenn ich vermerken muss, dass es kein Friede-Freude-Eierkuchen-jeder hat was er will-Ende war. Aber dass alles so glimpflich ausging, fand ich schon ein wenig unlogisch, nachdem doch alles auf eine große Katastrophe hingesteuert hat.

Insgesamt kann ich sagen, dass sich „Damian“ wirklich gut hat lesen lassen und sehr unterhaltsam war, dass meine hohen Erwartungen aber leider enttäuscht wurden.

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4 Kommentare zu „|Rezension| Rainer Wekwerth „Damian. Die Stadt der gefallenen Engel“

  1. Hm, jetzt bin ich immer noch nicht weiter, was meine Leseentscheidung zu diesem Buch angeht. Ich hatte auch so einen tollen Arena-Brief bekommen und war dann eigentlich ganz gespannt, aber die Rezensionen bisher immer so lauwarm :s

    1. Ich denke halt, es liegt daran, wo du gerne deine Schwerpunkte hättest. Ich hab ja eh oft Probleme mit Protagonistinnen. Außerdem lege ich halt viel Wert auf dieses Zwischenmenschliche, und da hätte man vor allem zwischen Damian und Gabriel viel machen können. Es ist wirklich nicht schlecht zu lesen, das gar nicht.

      1. Also Zwischenmenschliches ist mir auch sehr wichtig. Ich glaube in Sachen Protagonistinnen bin ich nicht ganz so wählerisch wie du ;) aber sympathisch muss sie schon irgendwie sein. Wenn es sich wenigstens gut liest, geb ich ihm wohl doch eine Chance :)

  2. So, die Rezi habe ich nun gelesen UND ich glaube wir sind zum großteil einer Meinung. Im Endeffekt empfinden wir das Buch ziemlich ähnlich glaube ich…Und Satan ist so coooooool!!!

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