Rezensionen

|Rezension| Stephenie Meyer „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ Hörbuch

OT: The short second life of Bree Tanner

Verlag: Silberfisch (Juli 2010)

CDs: 4 (ungekürzte Lesung)

ISBN: 3867420807

Preis: 16,95 €

Inhalt

Hauptfigur des Romans ist Bree Tanner, ein Vampirmädchen, dem „Bis(s)“-Leser im dritten Band, „Bis(s) zum Abendrot“, bereits begegnet sind. Sie schildert ihre Reise mit einer Armee neugeborener Vampire, die aufgebrochen ist, um Bella Swann und die Cullens zu vernichten. Das neue Buch öffnet einen Blick auf die dunkle Seite von Bellas und Edwards Welt.

Meinung

Bree Tanner ist gerade erst 15, als sie von einem Unbekannten von der Straße gelockt und in einen Vampir verwandelt wird. Drei Monate lang schafft sie es, zwischen den aggressiven und rücksichtslosen Vampiren zu überleben, die ihr Erschaffer Riley verwandelt und in wechselnden Unterkünften unterbringt. Ihr Tagesablauf ist geprägt von Blutdurst, dem Warten auf die Nacht und der Jagd. Doch dann freundet sich Bree mit dem älteren Diego an, der nicht so blutgierig und unvernünftig ist wie der Rest ihrer Mitbewohner. Gemeinsam verbringen sie heimlich Zeit miteinander und erkunden ihr neues Leben. Dabei müssen sie feststellen, dass sie von Riley belogen wurden und beschließen, ihn auszuspionieren.

„Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ greift die Geschichte von Bree auf, die eine kurze Rolle in „Bis(s) zum Abendrot“ spielt. Dort erscheint sie mit den restlichen Neugeborenen, die die dort lebenden Cullens vernichten sollen, weigert sich aber, gegen sie zu kämpfen. Die Autorin nahm sie als Anlass, eine Kurzgeschichte über die neugeborenen Vampire zu schreiben, um einen Einblick in deren Leben zu bieten. Jedoch wurde die Geschichte zu lang und als Buch veröffentlicht. Der Versuch, den Lesern näherzubringen, wie das Leben der frisch geschaffenen Vampire aussieht, ist der Autorin dabei gut gelungen, auch wenn es relativ eintönig abläuft. Tagsüber verbergen sie sich in Kellern, davon überzeugt, in der Sonne zu verbrennen. Viele von ihnen können nur klar denken, wenn sie frisches Blut getrunken haben, ansonsten sind sie aggressiv, kampflustig und mehr Tier als Mensch. In der Nacht wählt Riley die durstigsten aus, die dann das Haus zur Jagd verlassen dürfen. Nicht selten passiert es, dass sie dabei Chaos stiften oder sich gegenseitig umbringen, wenn sie um ihre Beute ringen. Bree und Diego zählen zu den Vampiren, die sich relativ gut kontrollieren können. Manchmal sind die Vorfälle aber zu übertrieben dargestellt. So erzählt Bree zum Beispiel, wie ihr ein anderer Vampir den Arm abgerissen hat und damit verschwinden wollte, sie ihn aber in letzter Minute noch zurückbekommen hat, damit er ihr wieder anwachsen kann. Solche Details wirken zu skurril, um noch überzeugend zu sein.

Von Brees Vergangenheit erfährt man wenig und so bleibt sie trotz allem fremd, da auch die Geschichte hindurch nichts geschieht, dass sie einem ans Herz wachsen lässt. Selbst ihre Beziehung zu Diego bleibt flach und endet im Nichts. Überhaupt scheint „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ auf nichts hinauszulaufen, die Handlung plätschert dröge vor sich hin, denn sobald sie ein wenig Fahrt aufnimmt, wird ihr sofort der Wind aus den Segeln genommen.

Gelesen wird das Buch von Marie Bierstedt, der Synchronstimme von unter anderem Kirsten Dunst und Anna Hathaway. Sie hat eine passend jugendliche Stimme, die als Stimme der 15jährigen Bree überzeugt. Sie ist ruhig und sanft und sehr gleichmäßig, was bei anderen Büchern sicher positiv wirkt, bei dem beinahe ereignislosen „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ dazu führt, dass man sie unbewusst hin und wieder ausblendet. Bei spannenden Stellen hätte man mit Tempo oder verstellter Stimme arbeiten können, um dem Zuhörer eine Abwechslung zu liefern. Auch Musik oder Soundeffekte hätten die Wirkung des Textes ins Positive verändern können.

Da das Buch nur rund 200 Seiten umfasst, war es möglich, eine ungekürzte Lesung anzubieten, was bei den restlichen Bis(s)-Büchern nicht der Fall war. Somit bekommt der Hörer den ganzen Roman auf 4 CDs.

Fazit

„Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ erzählt die Geschichte von Bree Tanner, einem neugeborenen Vampir, die im dritten „Bis(s)“-Band „Bis(s) zum Abendrot“ eine kleine Rolle gespielt hat. Die Geschichte ermöglicht dem Leser, stellvertretend durch Bree zu erfahren, wie es der Neugeborenenarmee vor ihrem Angriff in Forks erging. Dabei scheint die Handlung aber die meiste Zeit völlig ziellos und die Figuren zu flach. Marie Bierstedt, die das Buch vorliest, hat eine angenehme und passend jugendliche Stimme, doch der Lesung fehlt es an Tempowechseln und Effekten, um sie nötig spannend zu machen.

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5 Kommentare zu „|Rezension| Stephenie Meyer „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“ Hörbuch

    1. Ich denk auch, Lesen ist okay, aber die Geschichte Hören macht dich echt kirre, weil die so öhöhööööde ist. Hörbücher brauchen einfach ein bisschen Spannung.

      Danke (:

      1. Na ja, ich hatte mir das englische Hörbuch angehört, war eigentlich ganz okay. Hat auf jeden FAll nicht so viel Zeit in Anspruch genommen wie richtig lesen ;) Es ist ja bei den wenigstens Hörbüchern so, dass es da Soundeffekte gibt, das sind dann schon eher Hörspiele. Wobei sich ein bisschen atmosphärische Musik hier schon angeboten hätte.

    2. Wohl wahr, aber City of Bones und Co. hatten die z.B. + Stimmenverstellen + Musik. Ich bin einfach verwöhnt *g* Und Lesen hätte mich wohl weniger Zeit gekostet, ich habs nämlich nie lang ausgehalten, dann hab ichs unbewusst ausgeblendet, weils so Wischiwaschiblabla und monoton war… Das ist so mit den Hintergrundgeräuschen verschmolzen. ^^ Und ob Diego jetzt ein Loch buddelt, war mir eigentlich piepegal… Deswegen war ich da nie so besonders gefesselt. ^^

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