|Rezension| Cassandra Clare „Clockwork Angel“

Reihe: The Infernal Devices

Band: 1

Verlag: Walker Books (September 2010)

Seiten: 496

ISBN: 140632132X

Preis: 7,90 €

Inhalt

Tessa reist ihrem Bruder nach London nach, doch statt ihm trifft sie die Dark Sisters an, die sie in ihr Haus einsperren und ihr beibringen, ihre Gestalt zu ändern. Kurz bevor Tessa an einen Fremden verheiratet werden soll, wird sie von Will gerettet – einem Schattenjäger. Dieser nimmt sie mit in das Londoner Institut, wo sie vorerst bleiben darf. Das junge Mädchen lernt erst dort, was ihre Gabe für sie bedeutet, und dass sie für die Schattenjäger nützlich sein kann.

Meinung

Man schreibt das Ende des 19. Jahrhunderts, als Tessa mit einem Schiff nach London fährt, um nach dem Tod ihrer Tante bei ihren Bruder Nathanael unterzukommen. Doch statt ihrem Bruder erwarten sie zwei seltsame Frauen, die sie mit zu sich nehmen und in ihrem Haus einsperren. Tessa soll lernen, sich in andere Personen zu verwandeln, indem sie ihre Besitztümer berührt. Um das Leben ihres Bruders zu schützen, tut Tessa, was ihr befohlen wird, bis zu dem Zeitpunkt, als sie an den „Magister“ verheiratet werden soll. In letzter Minute wird sie von einem jungen Schattenjäger gerettet – Will-, der gerade eine Serie von Morden an jungen Frauen verfolgt.

Im Vergleich zu Cassandra Clares „The Mortal Instruments“-Reihe, die einige Jahrzehnte nach „The Infernal Devices“ spielt, wirkt „Clockwork Angel“ erwachsener. Womöglich liegt das daran, dass die damalige Ettikette völlig anderes Verhalten schon von so jungen Menschen erwartet hat als es heutzutage der Fall ist. Tessa ist in einem guten Hausalt aufgewachsen und wohlerzogen, hält sich größtenteils auch an die Erwartungen, die an sie gestellt werden. Deswegen ist so zuerst auch schockiert darüber, dass es auch weibliche Schattenjäger gibt. Doch sehr schnell nimmt sie solche Umstände als gegeben hin, anstatt sich dagegen zu versperren. Jessamine im Gegensatz ist eigentlich eine Schattenjägerin, die aber alles geben würde, einfach einen jungen Mann zu finden, den sie heiraten kann, um das Institut und ihr Schattenjägerdasein zu verlassen. In ihrem Kopf schwirren nur gutes Aussehen, Kleider und der Traum einer kleinen Familie herum.

Auch alle anderen Charaktere sind toll ausgedacht, wobei mir Jem noch ein wenig zu flach blieb. Er kam aus Shanghai, nachdem seine Eltern gestorben sind, und lebt seitdem im Londoner Institut. Jem ist Wills Parabatai, obwohl er krank und deswegen oft nicht so kampffähig ist, wie man es von einem Schattenjäger erwarten würde. Will hingegen strotzt nur so vor Leben und vor allem Selbstverliebtheit und man kommt oft nicht darum herum, ihn mit Jace zu vergleichen. Er ist um keinen Spruch verlegen und übertreibt seine Rolle als strahlender Retter und Frauenheld gerne und oft, was meistens einfach nur urkomisch ist. Obwohl Tessa angeblich zwischen Will und Jem stehen soll, merkt man in Band 1 doch stark, wie sehr sie sich zu Will hingezogen fühlt, und sie verbringt vergleichsweise wenig Zeit mit Jem, was sich aber in Band 2 ändern soll. Auch Henry, den Ehemann der Institutsleiterin Charlotte, kann man einfach nur lieben, da er der Typ schusseliger und zerstreuter Professor ist.

Besonders schön fand ich, dass Charaktere in „Clockwork Angel“ eingebaut wurden, die man schon aus „The Mortal Instruments“ kennt, vor allem einer meiner All-Time-Favourites: Magnus Bane. Ich hätte gar nicht erwartet, dass man soviel Zeit mit ihm verbringen könnte, wie es dann wirklich der Fall war. Mit Church hätte ich hingegen nicht gerechnet und bin wirklich neugierig, wie es möglich ist, dass der Kater schon damals in ein Institut gelangt ist, mehr als hundert Jahre, bevor er in New York lebt.

Das London des 19. Jahrhunderts als Setting ist absolut gelungen und die Geschichte passt perfekt hinein. Mit dem Fortschreiten der technischen Errungenschaften sind die Menschen immer neugieriger, wie weit sie gehen können. Dadurch wird versucht, Automaten auf höchstem Niveau zu bauen und am besten noch mit Magie zum Laufen zu bringen. Ich finde, die Geschichte und ihr Handlungsort und –zeit sind zusammen gesehen einfach stimmig.

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