Rezensionen

|Rezension| Jennifer Hubbard „The Secret Year“

Verlag: Viking Juvenile (Janar 2010)

Seiten: 208

ISBN: 0670011533

Preis: 13,99 €

Inhalt

Ein Jahr lang trafen Colt und Julia sich heimlich, bis sie bei einem Autounfall ums Leben kommt. Während alle anderen offen um sie trauern können, schluckt Colt seinen Schmerz hinunter. Doch dann spricht ihn Julias Bruder auf ihre Affäre an und gibt ihm ein Notizbuch, in dem Julia Briefe an ihn geschrieben hat.

Meinung

Julia und Colt treffen sich ein Jahr lang heimlich an einem Fluss. Niemand weiß etwas von ihrer Affäre, in der Schule tun sie so, als würden sie sich nicht kennen. Denn Julia hat nicht nur einen Freund, sondern stammt auch aus dem reichen Bezirk der Stadt, während Colts Eltern arm sind. Eines Abends erfährt Colt, dass Julia gerade bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Colt trauert für sich, bis Michael – Julias Bruder – ihm ein Notizbuch übergibt, in dem Julia Briefe an Colt geschrieben hat. Der Siebzehnjährige lebt ab diesem Zeitpunkt im Jetzt und Damals gleichzeitig.

Als ich den Klappentext gelesen habe, dachte ich: Oh, eine absolut perfekte Geschichte für mich. Als ich das Buch gelesen hatte, dachte ich nur noch: Oh.

Colt ist ein Charakter, den man eigentlich mögen kann. Er kommt aus einer nicht besonders reichen Familie und man merkt, dass ihm viel an Julia lag und dass er wirklich um sie trauert. Beim Versuch, sein Leben ohne sie weiterzuleben, stolpert er oft in Situationen, die ihm mehr Probleme bringen als ihn voran. Zum Beispiel küsst ihn seine beste Freundin Syd aus einem Missverständnis heraus und Colt schafft es nicht, das momentan am Boden zerstörte Mädchen zurückzuweisen. Auch an den anderen Charakteren habe ich eigentlich gar nichts zu meckern.

Doch der Klappentext verspricht einfach mehr, als das Buch dann hergibt. Denn von Julias Briefen liest man nicht besonders viel, und was man davon lesen kann, entbehrt jeder Sinnhaftigkeit für das Buch. Auch, wenn Colt behauptet, dass Julia wunderbar mit Worten umgehen kann, bekommt man davon nichts mit. Julia redet nur über sich, darüber, wie gern sie mit ihren Freund schlussmachen will, es aber dann doch nicht tut, und nochmal über sich. Und ebenso wie Colt, der sich mehr von dem Notizbuch erwartet hat, denkt sich auch der Leser: Aha, das wars jetzt? Nichts an Julia wirkt wirklich toll, nichts untermauert, wieso Colt so absolut besessen von ihr war – denn Julia war höchstens besessen von sich selbst.

Außerdem ist das Buch so amerikanisch, dass es schon zu viel wird. Da gibt es reichen Kids und die armen Kids, die sich halbe Kriege liefern, den Knutschhügel und die Lieblingsbeschäftigung von Colt und seinen Freunden ist Büchsenschießen, denn jeder anständige Haushalt in Amerika hat ja mehr als eine Knarre im Schrank. Colts Vater säuft den ganzen Tag, hortet alte Autos, die er mit seinen Söhnen reparieren will, und kriegt den Schock seines Lebens, als er erfährt, dass sein älterer Sohn schwul ist. Sowohl Colts Mutter als auch er selbst arbeiten in einem Steakhaus. Außerdem hat mich gestört – und man mag mich jetzt prüde nennen -, dass jedes Mädchen, mit dem Colt zusammen war, sofort mit ihm Sex hatte und auch kein Problem hatte, nackt vor ihm auf und ab zu laufen. Dabei sind die Protagonisten rund 16 Jahre alt.

Zusätzlich dazu wird noch eine völlig sinnlose Aktion eingebaut, in der die Jungs aus dem armen Viertel zu den Jungs ins reiche Viertel fahren, um ihnen eins auf die Nase zu geben, was sie dann auch tun. Zur Rache kriegen sie noch eins auf die Nase und gut ists. Was lernen wir daraus? Genau, gar nichts. Nebenbei dürfen die reichen Kinder sowieso alles, auch Essensreste in einem Restaurant herumwerfen.

Man kann gute Ideen haben und sie dann richtig in den Sand setzen. So geschehen hier. Es geht um Liebe und Tod und Trauer und ich musste nicht weinen. ICH. Musste. NICHT. Weinen. Das sagt alles.

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4 Kommentare zu „|Rezension| Jennifer Hubbard „The Secret Year“

  1. Immerhin hatte es dann einen Sinn, dass ichs gelesen habe ^^ Gott sei Dank habe ich nicht die 14 € dafür ausgegeben. Ich hätte mich echt in den Hintern gebissen…

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