|Rezension| Lisa Schroeder „Far from you“

Verlag: Simon Pulse (Januar 2010)

Seiten: 384

ISBN: 1416975071

Preis: 6,99 €

Inhalt

Alice Mutter ist tot. Ihr Vater hat eine neue Familie gegründet, in die sie nicht hineinzupassen scheint. Das Mädchen hält sich wenn möglich zurück, bis sie mit ihrer ungeliebten Stiefmutter und ihrer neuen kleinen Schwester in einen Schneesturm gerät. Jetzt kann Alice nicht mehr vor ihrem neuen Leben flüchten.

Meinung

Alice Mutter starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das junge Mädchen tröstet sich mit seiner Musik über den Tod ihrer Mutter hinweg, doch eigentlich hört sie nie auf zu trauern. Ihr Vater hingegen hat bereits neu geheiratet und gerade kam Alice kleine Schwester auf die Welt. Ab jetzt fühlt sie sich komplett fehl am Platze in der neuen Familie. Dementsprechend unbegeistert fährt sie auch mit zu ihren Stiefgroßeltern an Thanksgiving. Nachdem ihr Vater berufsbedingt voraus abgereist ist, fahren Alice, ihre Stiefmutter und Baby Ivy alleine zurück nach Hause. Auf dem Weg geraten sie in einen Schneesturm und bleiben auf einer abgelegenen Straße stecken. Jetzt bleibt Alice nichts anderes übrig, als sich mit der Situation zu arrangieren.

Anfangs steht man noch völlig auf Alice Seite. Man fühlt mit ihr mit, wie sie scheinbar die einzige ist, die noch um ihre Mutter trauert und wie ihr Vater jede Spur von ihr auszulöschen scheint, um seine neue Familie zu gründen. Alice wird zum Beispiel gar nicht gefragt, ob sie das Atelier ihrer Mutter als Zimmer nehmen würde, sondern stolpert eines Tages einfach in das Zimmer, nur um festzustellen, dass alle Möbel durch Babyeinrichtung ersetzt wurde. Auch ihre alten Fotoalben scheinen vom Erdboden verschwunden, bis sie sie in der hintersten Dachbodenecke wiederfindet. Für sie scheint die Zeit stehenzubleiben, sie sitzt in der Vergangenheit fest, während alle anderen weitergehen. Als ihre beste Freundin auch noch ihre Band auflöst, weil angeblich keiner mehr Alice traurige Lieder über ihre Mutter hören will, steht sie plötzlich fast ganz allein da, abgesehen von ihrem Freund Blaze. Erst, als Alice mit ihrer Stiefmutter im Auto festsitzt, ändert sich die Sicht der Dinge und man stellt fest, dass Alice sich das Leben auch ein wenig selbst schwer gemacht hat.

„Far from you“ ist – wie alle anderen Bücher der Autorin – in Versform geschrieben. Das lässt das Buch schnell lesen, dabei büßt es aber nichts von seiner Spannung und Emotionalität ein. Man leidet mit Alice, als sie sich zurückgesetzt fühlt man schämt sich mit ihr, dass man ihre Familie so vorschnell verurteilt hat und man bangt mit ihr um ihr Leben, das ihrer Stiefmutter und ihrer kleinen Schwester. Mehr als einmal musste ich mir ein Tränchen verdrücken, als sie das Weihnachtsgeschenk ihrer Stiefmutter verbrennen muss, von dem ihr bewusst ist, dass viel Erinnerungen daran hängen, oder als ihr in den Momenten, als sie kurz vor dem Aufgeben steht, ihre Mutter erscheint.

Die Geschichte an sich ist nicht unbedingt originell. Das muss sie aber nicht sein, weil die Charaktere trotzdem sehr liebenswert sind, und man das Buch nicht aus der Hand legen möchte, bis man weiß, ob alles gut geht – woran man mehr als einmal zweifeln könnte. Für Zwischendurch ist „Far from you“ perfekt.

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