Rezensionen

|Rezension| Klaus Heilmann „Kikis geheimer Kinderratgeber“

Verlag: Knaur (März 2010)

Seiten: 158

ISBN: 3426654717

Preis: 12,95 €

Inhalt

Wenn Kiki auspackt, hören sie zu, die Kinder und die Großen. Und genau deshalb hat sich Klaus Heilmann mit seiner bekannten Kinderbuchfigur diesmal die Welt der Erwachsenen vorgeknöpft: Die Großen wollen Vorbilder sein? Dann sollten Regeln und Grenzen auch für Erwachsene gelten! Kinder sollen immer zuhören, aber warum nimmt keiner ernst, was Kinder sagen? Zum Glück weiß Kiki Rat …Wenn Kiki auspackt, hören sie alle zu, die Kinder und die Großen. Und genau deshalb knöpft sich Kiki die Erwachsenen mal vor: Die Großen wollen Vorbilder sein? Dann sollten Regeln und Grenzen auch für sie gelten! Sie wollen, dass die Kinder ihnen glauben, dann muss auch stimmen, was sie sagen. Und warum sollen Kinder immer zuhören, wo doch die Erwachsenen nie richtig ernst nehmen, was sie sagen? Dabei wissen Kinder vieles einfach besser. Und zum Glück verrät Kiki einige ihrer geheimen Tipps: Warum die Erwachsenen so sind, wie sie sind. Und wie man sie ändern kann.

Meinung

Kiki ist zehn Jahre alt und ein Sandwichkind. Die Grundschülerin ist nicht auf den Kopf gefallen und hat zu vielen Themen etwas zu sagen – vor allem zu Themen, die etwas mit den Erwachsenen zu tun haben. Die machen nämlich in ihren Augen auch ganz schön viel falsch und das muss Kiki ihnen auch mitteilen. Nach „Kikis nützlicher Kinderratgeber“ tut sie das nun in „Kikis geheimer Kinderratgeber“, den man lieber verstecken sollte, damit kein anderer Erwachsener merkt, dass man von Kindern etwas lernen will.

Dabei werden Themen angesprochen wie Familie, Schule oder Vorbilder. Kiki behauptet von sich, dass sie nicht nur ihre Meinung von sich gibt, sondern auch die Meinungen von anderen Personen eingeholt hat, wie Omas auf der Straße, Lehrer, andere Kinder oder Eltern ihrer Freunde. Bei der ganze „Erwachsene lernen von Kindern“-Thematik sollte man aber nicht aus dem Auge verlieren, dass dieses Buch nicht aus kindlicher Feder stammt, sondern aus der von Autor Klaus Heilmann. Und der wedelt teilweise so extrem mit dem erhobenen Zeigefinger dass man aufpassen muss, dass man sich beim Lesen nicht ins Auge piekt. Denn es mag zwar sein, dass sich viele seiner Ansichten mit denen von Kindern decken – aber manches wirkt dann doch einfach so, als hätte er irgendwo seinen Frust abladen müssen. Und unter dem Vorwand, die Meinung von Kindern zu vertreten, macht man sich doch weniger angreifbar als zuzugeben, dass es einen Erwachsenen stört.

Da wird jede Chance genutzt, undifferenziert einen Rundumschlag zu vollführen. Eltern, die sich scheiden lassen, sind Egoisten. Alle Lehrer – unmotiviert und wollten sowieso nie Lehrer werden. ADHS und Hochbegabung – Erfindung „moderner Eltern“. Selbst Kinder sehen die Welt nicht so schwarz-weiß wie Herr Heilmann das gerne darstellt. Denn kann man wirklich sagen, dass Eltern, die sich scheiden lassen, Egoisten sind? Kinder sind sensibel genug, um zu merken, wenn zwischen ihren Eltern Spannung in der Luft liegt und wollen das doch auch nicht jahrelang aushalten. Und oft genug gibt es Kinder, die zu Hause gerne von der Schule und ihren netten Lehrern erzählen, denn man mag es glauben oder nicht – für manchen Lehrer war sein Beruf auch sein Wunschberuf. Dass ADHS und Hochbegabung keine Mythen sind, sondern tatsächlich auftreten und beachtet werden müssen, ist auch kein unbekanntes Thema mehr.

Man mag Herrn Heilmann nicht absprechen, dass er in manchen Bereichen sicher auch Recht hat. Dass es zum Beispiel nicht angehen kann, dass Schulbücher vor Fehlern nur so strotzen. Dass jedes lebhafte Kind gleich mit ADHS abgestempelt wird. Oder dass Erwachsene vorleben müssen, was sie von ihren Kindern verlangen. Doch solche wahren Aussagen gehen im Schimpfhagel doch ein wenig unter und das ist verdammt schade. Es hätte nur ein wenig mehr Zurückhaltung gebraucht, was die eigene Kritikpunkte angeht, und ein wenig mehr Überzeugung, dass man im Namen von Kindern spricht.

Positiv erwähnen muss man aber, dass in der optischen Bearbeitung des Buches wirklich ein Kind mit eingebunden wurde und zwar der neunjährige Vincent Weis, der zu den Kapiteln kleine Zeichnungen angefertigt hat, die zum Thema passen.

Fazit

„Kikis geheimer Kinderratgeber“ von Klaus Heilmann behauptet von sich, den Erwachsenen einmal zu erklären, wie Kinder die Welt sehen und vor allem sie selbst. Dabei geht aber so manche Wahrheit, über die man nachdenken sollte, unter zwischen undifferenzierten Beschwerden, die wohl eher aus dem Kopf des Autors stammen als aus den Mündern von Kindern.

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