|Rezension| Daniel Waters „Generation Dead“

Reihe: Generation Dead

Band: 1

Verlag: Hyperion Book (April 2009)

Seiten: 416

ISBN: 1423109228

Preis: 7,99 €

Inhalt

Es begann mit einem Jugendlichen, doch bald folgten mehr: Sie sterben und kehren zurück. Doch nicht jeder ist erfreut über die „Lebensbehinderten“. Phoebe gehört nicht dazu. Ihre Schule wird als beispielhaft gehandelt, was den Umgang mit den wiederbelebten Jugendlichen angeht. Und so freundet sie sich mit Tommy an. Doch als aus Freundschaft mehr zu werden scheint, steht Phoebes Welt langsam Kopf. Auch, weil mit einem Zombie befreundet zu sein, nicht die ungefährlichste Sache ist, die man tun kann.

Meinung

Ehrlich gedacht habe ich erwartet, dass ich am Ende dieses Buches sagen würde: Was für ein totaler Schwachsinn. Aber vielleicht braucht es manchmal tief geschraubte Erwartungen, um dann positiv überrascht zu werden.

Die Zombies in „Generation Dead“ sind nicht die Art Zombies, die man aus Hollywoodfilmen kennt. Zum einen betrifft es nur Teenager, die sterben und danach wieder auferstehen. Zum anderen verfaulen sie weder, noch haben sie den Drang, Gehirne zu fressen. Eher sind sie eine totere Version von Vampiren – blass, trotzdem sehr menschlich aussehend, aber mit trüben Augen und ein bisschen langsam. Dabei sind nicht alle Zombies gleich – manche von ihnen bewegen sich und reden schneller als andere. So auch Tommy, der sogar beschließt, sich dem Footballteam anzuschließen – womit er unbeabsichtigt eine katastrophale Entwicklung zum Laufen bringt. Denn dass Tommy sich in seinen Sport einmischt, passt Pete gar nicht. Pete betitelt sich gern als Kopf der „Pain Crew“ und heimlicher König der High School – und wenn Pete etwas gar nicht leiden kann, dann sind es Zombies. Das liegt mitunter daran, dass die Person, von der er es am meisten wollte, die Chance zu einem zweiten Leben nicht bekommen hat- seine Freundin Julie. Irgendetwas an Phoebe erinnert Pete an Julie – und dass Phoebe sich mit den Zombies anfreundet, kostet ihn nach und nach den Verstand, denn immer öfter kann er die beiden Mädchen nicht mehr auseinanderhalten.

Die Zombiethematik steht sehr zentral im Buch, noch vor den zwischenmenschlichen Beziehungen. Nachdem wiederauferstehende Jugendliche keine Überraschung mehr sind, wird es immer schwieriger, aber auch nötiger, sie in die Gesellschaft einzuordnen. Mit ihrem Tod haben sie so ziemlich jedes Bürgerrecht verloren. Sie können verletzt und getötet werden, ohne dass sich ihr Angreifer rechtfertigen muss. Weder dürfen sie wählen noch Autofahren. Über ihre Köpfe hinweg streiten sich Befürworter und Gegner über die Art, wie sie bezeichnet werden solle: Zombies, biologisch anders, lebensbehindert, … Die Schüler an Phoebes Schule bekommen die Möglichkeit, an einem Projekt teilzuhaben, das den Status der Zombies in der Gesellschaft verbessern soll. Das Projekt schweißt zwar die wenigen Teilnehmer zusammen, so dass sich eine Vertrauensgemeinschaft aus Zombies und Menschen bildet, lässt aber mit der Zeit auch vermuten, dass nicht alle Ziele des Projekts redlicher Natur sind. So werden an den langsameren Zombies wie Phoebes ehemaliger bester Freundin Colette wissenschaftliche Experimente unternommen, die ihre Fähigkeiten verbessern sollen. Nur taucht eine Versuchsperson nicht mehr in der Gruppe auf.

Phoebe, ihre Freundin Margi und ihr bester Freund Adam gehen alle verschieden mit ihrer Situation um. Während Phoebe kein Problem hat, mit den Zombies umzugehen, zerrt das Projekt stark an Margis Nerven, die mit dem Tod und der Rückkehr ihrer Freundin Colette nicht umgehen kann. Und sobald sie denkt, etwas sicher von den Zombies zu wissen, beweisen ihr Tommy und Karen (ein Zombiemädchen, das von allen dem Amlebensein am nächsten kommt), dass sie gar nichts weiß. Adam hingegen ist hin und hergerissen zwischen seiner sich langsam entwickelnden Freundschaft zu Tommy und dessen Beziehung zu Phoebe, denn auch Adam hat Gefühle für Phoebe. Außerdem ist er der einzige, der sich traut, Witze mit den Zombies über ihre Lebenssituation zu reißen, was Phoebe so daneben findet, dass sie sich immer mehr von ihm abwendet.

In „Generation Dead“ erwartet einen weder eine Liebesbeziehung noch eine klassische Dreieckssituation. Den Klappentext – der eben das verspricht – fand ich deswegen sehr irreführend. Vielmehr bringt es einen zum Nachdenken, wie man selbst reagieren würde und kratzt auch ein wenig an Themen wie übertriebener Rücksichtnahme und Diskussionen über Völkergruppen über deren Kopf hinweg.

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3 Gedanken zu “|Rezension| Daniel Waters „Generation Dead“

  1. anjasi schreibt:

    Stimme Sarah zu, tolle Rezi und vom Cover und Titel her, hätte ich das Buch wohl auch nicht beachtet. Werde mal die Augen aufhalten.

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