|Rezension| Olaf Graehl „Robin Hund“

Verlag: Droemer/Knaur (November 2009)

Seiten: 191

ISBN: 3426654679

Preis: 12,95 €

Inhalt

Robin Hund hat eine ganze Familie auf den Kopf gestellt und im Sturm alle Herzen erobert. Er ist der treueste Freund, den man sich wünschen kann. Sein Besitzer Olaf Graehl erzählt von den gemeinsamen Erlebnissen und Abenteuern und von Robins »Hundeweisheit«, von der auch Zweibeiner eine Menge lernen können. Die anrührende Geschichte eines Hundelebens – vom ersten Bellen bis zum letzten Schwanzwedeln.

Meinung

Tapfer hat der Golden Retriever Robin dem Tod schon oft die Stirn geboten. Doch nun ist er alt und seinem Besitzer bleibt nichts anderes bringt, als ihn von seinem Leiden zu erlösen. Als der Hund seine letzten Atemzüge getan und seinem Herrchen das letzte Mal die Pfote entgegen gestreckt hat, denkt der an sein Leben mit Robin zurück. Daran, wie er ihn aus England geholt, wie er mit ihm Berg bestiegen und Seen durchschwommen hat oder einfach den schnöden Alltag meisterte.

„Robin Hund“ ist ein Buch für Hundefreunde. Man leidet mit dem Besitzer mit, wenn er erzählt, wie sein Hund schon oft knapp am Tod vorbeigeschrammt ist. Einmal wurde er fast überfahren, einmal bricht er auf zu dünnem Eis ein, und jedesmal sieht er sein Herrchen an und vertraut darauf, dass er alles wieder gut macht. Und als das einzige, was er tun kann, um die Sache wieder gut zu machen, ist, ihn einzuschläfern, kann man sich das eine oder andere Tränchen nicht verdrücken. Doch durch seine Erinnerungen wird Robin für Olaf Graehl und den Leser noch einmal lebendig. Er durchlebt noch einmal, wie er – in einer Zeit, in der Golden Retriever noch nicht die „Trendhunde“ waren, die sie heute sind – Robin aus einer Zucht in England geholt hat, und sich der wandelnde Teddybär gleich in das Herz fast jedes Flugbegleiters geschnüffelt hat. Und er erzählt, wie Robin und er zahlreiche Wanderungen, Spaziergänge und Nachmittage im Garten verbracht haben.

Doch Robin Hund hat einen Nachteil: Es ist ein Buch für Hundefreunde. Das bedeutet, dass jemand, der nichts mit Hunden anfangen kann, wohl auch nichts mit dem Buch anfangen kann. Denn prinzipiell lebt es von einem – den eigenen Erfahrungen mit dem schwanzwedelnden Vierbeiner, den man im quirligen Retriever wiederfindet. Aber andererseits: Wer kein Hundefreund ist, wird sich auch kein Buch über Hunde kaufen.

Im Gegensatz zu Büchern wie „Mein Hund Marley und ich“, in denen sich nicht alles nur um den Hund dreht, sondern auch um die Familie der Besitzer und deren Leben, dreht sich „Robin Hund“ eben nur um Robin. Und das kann auf Dauer auch ein wenig langweilig werden, nette Anekdoten hin oder her. Denn Olaf Graehl erzählt keine Lebensgeschichte – er unterteilt seine Kapitel thematisch. Dabei hätte es sich doch so wunderbar angeboten, wenn er schon mit dem Tod des Tieres beginnt, wieder von vorne zu erzählen. Durch die thematische Aufteilung fehlt nämlich die Abwechslung in den oft schon sehr langen Kapiteln.

„Robin Hund“ fehlt der rote Faden, um den Leser an das Buch zu fesseln, oder das Besondere an Robin, um wirklich unterhaltsam zu sein. Natürlich ist für jeden Besitzer der eigene Hund etwas einzigartiges und liebenswertes. Das gilt auch für Graehls Golden Retriever Robin. Doch unter den Unmengen von Büchern, die Hundebesitzer über ihre Lieblinge schreiben, braucht es die kleine Prise Pfiff, um sich abzuheben.

Fazit

„Robin Hund“ ist die Geschichte eines Golden Retrievers, der das Leben von Autor Olaf Graehl um viele glückliche Hundejahre bereichert hat. Nach dem Tod  seines Hundes erzählt der Autor rückblickend, wie es war, mit Robin durchs Leben zu gehen. Und ohne Zweifel wird jeder Hundebesitzer in Robin ein bisschen seines eigenen Vierbeiners wiederfinden. Das liegt leider aber auch daran, dass Robin eben ist wie jeder andere Hund und nicht mehr. „Robin Hund“ fehlt der letzte Schliff, um sich von den Unmengen anderer Hundebücher abzuheben. Das macht es nicht zu einem schlechten Buch, aber auch zu keinem herausragenden.

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