|Weekly Events| #14

Die dieswöchige Frage gibt mir mal wieder die Gelegenheit, euch bis zur Ermüdung zu nerven. *höhö*

Welches Buch würdest du als dein Lieblingsbuch bezeichnen und welche besondere Bedeutung hat es für dich, wenn es eine hat!?

Wie jeder regelmäßige Leser wohl mittlerweile bis zum Erbrechen von mir gehört hat, ist meine Lieblingsreihe „The Forbidden Game“ von L. J. Smith. Damals hatte ich noch diese wunderschönen Ausgaben:

Verbotene Spiele handelt unter anderem von Albträumen (Ich werde mich auf immer und ewig weigern, AlPtraum zu schreiben -.- Das kommt ja von Alb und nicht von Alpen!), von Ängsten und davon, dass es okay ist zu sein wie man ist, mit allen Fehlern und Unsicherheiten, die man hat.

Als ich damals Band 3 aus dem Flohmarktkarton gefischt habe, war ich zugegeben ein sehr unglückliches Kind. Ich hatte extreme Probleme in der Schule und wollte morgens gar nicht in den Bus steigen, weil ab diesem Zeitpunkt nur so blöde Sprüche und Gemeinheiten auf mich niederhagelten, bis ich am Nachmittag wieder aus dem Bus ausstieg. Für mich war jeder Schultag die Hölle, weil ich nur damit beschäftigt war, mich so klein und unauffällig zu machen, wie es nur ging, um keine Angriffsfläche zu bieten. Für mich war es nicht okay, ich selbst zu sein, weil ja irgendwas mit mir nicht stimmen musste, wenn jeder irgendwas fand, an dem er an mir herummäkeln konnte. Ständig hatte ich nur Angst. Pausen, die meine Klassen“kameraden“ zusammen verbrachten, verschwand ich in Bücherläden.

Trotzdem hätte ich mir die ganze Zeit jemanden gewünscht, der mir sagt, dass ich okay bin wie ich bin. Dass ich mal selbst mutig wäre und über meinen Schatten springen könnte. Mich nicht mehr so klein machen würde, sondern mich der ganzen Situation stellen würde. So wie die Protagonisten in den Büchern eben.

Mittlerweile ist das ganz weit entfernt, aber immernoch der Grund, wieso ich nie wieder ans Gymnasium zurückwollte. Zustände wie diese habe ich an keiner (!) anderen Schulart so ausgeprägt erlebt wie an Gymnasien, und nicht nur in den Klassen, sondern während meines Praktikums auch in den Lehrerzimmern. Vielleicht war ich auch an den falschen Gymnasien, wer weiß, aber ich war entsetzt, wie stur da behauptet wurde, dass nichts schief läuft, wohl, weil man sich an die eigene Nase hätte fassen müssen.

Bücher waren lange Zeit mein Fluchtpunkt und vor allem „The Forbidden Game“. Und jetzt kennt jeder meine mir immernoch peinliche Geschichte. Aber eigentlich muss mir gar nicht peinlich sein, denn die, mit der etwas nicht stimmte, war sicher nicht ich. Niemand muss sich einreden lassen, dass er nichts wert ist, und Lehrer sollten die Augen nicht verschließen vor dem, was schief läuft. Und jeder, der meint „Das bisschen lästern ist doch nicht schlimm“ , sollte sich überlegen, wie er sich in so einer Situation fühlen würde. Bis jetzt habe ich in meinen Gruppen sowas nie zugelassen und werde es auch in Zukunft nicht. Und ich finde es wirklich traurig, wenn ein Kind zu mir sagt „Dank der Nachhilfe lachen mich meine Klassenkameraden weniger aus, wenn ich mich melde.“

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17 Gedanken zu “|Weekly Events| #14

    • umblaettern schreibt:

      Es war Gott sei Dank nicht für immer so, hab dann ne Klasse wiederholt und ab da wurde es besser, aber so richtig gut erst ab der 11. War mir nach dem Abi auch sehr unsicher, ob ich wirklich Lehrerin werden will oder das überhaupt schaffe, aber im Nachhinein war das Studium das Beste, was ich tun konnte. Ich bin ein ganz anderer Mensch geworden. (:

  1. animasoul schreibt:

    Hi!

    Ja, die Schulzeit war nicht einfach. Ich weiß selbst, wie grausam Kinder und insbesondere später auch Jugendliche zu einem sein können und kann deine Flucht (erging mir ähnlich) in die Bücherwelt vollkommen verstehen.

    Hm… Diese Ausgaben, die du von „The Forbidden Game“ hast, sind das nicht diese Heftausgaben von dieser „Zeitschrift“ Mystery?? Soweit ich weiß, gibt es davon ja immer noch solche kleinen Heftromane/-bücher. :) Aber irgendwie find ich, sehen deine Ausgaben ziemich gruselig aus. O___O

    Liebe Grüße
    animasoul

    • umblaettern schreibt:

      Ja, das sind sie wirklich. Mit 11, 12, 13, 14 war ich total verrückt nach den Dingern und hab die stapelweise von Flohmärkten heimgetragen. Die waren billig und wir nicht gerade mit viel Geld ausgestattet, um meine Lesesucht zu befriedigen. ^^ Die Reihe ist auch schon uralt und wurde Ende 96 und Anfang 97 veröffentlicht. Die Mystery-Ausgaben von damals haben sich alle nicht übertroffen an Schönheit ^^ Das werdet ihr in Zukunft aber auch auf meinem Blog sehen (;

    • umblaettern schreibt:

      *lol* Jetzt echt? Ich kenn das nur von dem Alb, diesem Vieh, dass sich nachts auf dich setzt. Bei Alpen denk ich eigentlich immer an was Positives. :D Ich mag die Berge (aber nicht auf mir Oo)

  2. Steff schreibt:

    Die Geschichte ist nicht peinlich, sonder leider Alltag an vielen Gymnasien. Hab ähnliche, wenn auch nciht ganz so krasse Erfahrungen gemacht. Soagr an der Uni kamen Sprüche wie: Arbeiterkinder haben hier eigentlich nix verloren…

    • umblaettern schreibt:

      Genau das durfte ich mir auch immer anhören, genau diesen Satz. Ich kann das echt nicht hören. Und über Hartz IV braucht man mit mir gar nicht reden, wen mir noch jemand erzählen will, dass man sich da ein schönes Leben machen kann, den kuck ich mit dem Popo nicht mehr an, so ein Schwachsinn. Wenn man sowas nie erlebt hat, kann man sich das immer schönreden. Und dann dieses Gönnerhafte „Ja, aber du hast es ja geschafft“; als wäre das ein Wunder, dass ich nicht den IQ von nem Orang Utan hab, wie man es offenbar erwartet.
      Ich hatte sage und schreibe bis jetzt ein Nachhilfekind, das konnte ich auf den Tod nicht ausstehen. Ich bin ja ein sehr geduldiger, fast stoischer Mensch. Sogar meine Nervensägen mag ich eigentlich gerne. Aber DAS Kind -.- Meine anderen Kindern anpöbeln, die Nase so hoch tragen, dass es fast reinregnet, so tun als wär man viel zu klug für die Nachhilfe und wüsste gar nicht, was man zwischen diesem ganzen niederen Volk macht – und von Papa dafür gelobt werden. (Der, nebenbei gesagt, mein Anwalt war. WAR!) Irendwas läuft da auch bei den Elter falsch, dass sie so einen Scheiß den Kindern vermitteln.

  3. Steff schreibt:

    Ja HartzIV….Da hab ich mal mitten bei einem Abendessen meine Kollegin rund gemacht…Da rieg ich auch die Krise!!! Aber ich schrieb ma hier lieber nix weiter dazu, denn das sprengt sonst den Rahmen, aber ich weiß genau was du meinst!!!

  4. Katha schreibt:

    Amen, kann ich da nur sagen. Und vor allem der Satz „Das bisschen lästern ist doch nicht schlimm“ sollte mal jedem richtig erklärt werden und vor allem was das für Folgen für den Betroffen haben kann. Und Gymnasien sind schlimm, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, leider. Auch wenn es da ein paar Ausnahmen gibt.

  5. Cortelly schreibt:

    Ooooh, ich weiß auch genau wovon du sprichst. Bücher waren für mich auch schon immer meine Zuflucht, meine heile Welt. Das haben in der Schule wenige Leute verstanden, und ich musste mir deswegen auch dumme Sprüche anhören.
    Dass es bei dir noch viel weiter ging, ist schade :( Kinder können so fies und grausam sein!
    Ich habe mich wunderbar befreit gefühlt, kaum dass ich aus der Schule raus war. Dann konnte ich endlich ICH sein.
    Ich denke mal, dir ging es da ähnlich, wenn du jetzt schreibst, dass dir das Studium auch gut tut (tat?).

    • umblaettern schreibt:

      Tat, der Spaß Studium ist ja ab jetzt vorbei (Aaaah, ich bin so alt Oo). Das erste Semester war noch sehr lala, das kann Kari bestätigen, bis ich mal kapiert hab, dass ich mich nicht an die alten Leute halten sollte. Und vor allem das Unterrichten hat geholfen, da ist einfach nix mehr mit stilles Mäuschen.

    • umblaettern schreibt:

      Psychisches Mobbing ist an Gymnasien am weitesten verbreitet und deswegen ganz schwer zu bemerken von Außenstehenden. Hauptschüler werden eher handgreiflich, an Realschule nimmt es zu, aber nicht so extrem. Vielleicht liegt das am Intelligenzlevel, vielleicht an der Erziehung mancher Kinder, die sich dann aber meistens als Drahtzieher herausstellen – aber wie gesagt, ich habe es NIE so schlimm erlebt wie an Gymnasien. Ich glauibe nicht, das ein Fünftklässler ohne ensprechende Erziehung Sätze zu einem Mitschüler sagen würde ala „Du als Arbeiterkind gehörst hier nicht her“. Und dass der selbe Mist in den Lehrerzimmern lief, fand ich grauenvoll. Und da war das nichtmal subtil, das hat JEDER mitbekommen, inklusive uns Praktikanten. Wieviel Einsatz für ihre Schüler kann ich von Lehrern erwarten, die sich SO daneben benehmen? Gar keinen wahrscheinlich. Von Pädagogen sollte man ja anderes erwarten, aber wenn ich mich so an meiner Uni umsehe, wundert mich nichts.

      • Miss Bookiverse schreibt:

        Meine Güte, das ist echt heftig. Bei euch gehen die Kinder auch schon ab der 5. aufs Gymnasium oder? Bei uns ja erst ab der 7. Aber das macht dann wahrscheinlich auch nicht mehr viel aus.
        Richtig heftig finde ich, dass sich das bis ins Lehrerzimmer zieht, ist ja eigentlich schon peinlich.
        Da fühle ich mich richtig gut behütet in meiner ehemaligen Schule, kann mir nicht vorstellen, dass da jemand so nen Spruch gebracht hätte (weder jemand aus der 7. noch aus der 13. Klasse).

    • umblaettern schreibt:

      Ja, bei uns fängt das alles schon ab der 5 an (Find ich auch Quatsch, aber wer fragt schon uns ^^). Und mittlerweile sind die Kleinen auch wesentlich anstrengender als die Älteren, an meiner einen Praktikumsschule haben die keine Referendare mehr in die 5. gelassen, weil die der Horror sein müssen. Das ist aber sicher auch schulabhängig, an der Schule davor hab ich ne 5. und ne 6. unterrichtet und die waren wunderbare Kinder. An der letzten Schule hab ich dafür ne 6. Klasse gesehen, die war der pure Horror.
      Es gibt sicher Schulen, an denen dasnicht vorkommt und die finde ich vorbildlich. Ich wage aber auch zu behaupten, dass da auch einfach das Augenmerk auch auf dem sozialen Verhalten untereinander lag. Meine Lehrer haben damals sogar teilweise was mitbekommen, aber haben dann nur so Ratschläge gegeben wie „Häng dich doch einfach mit dran.“ Die hatten auch null Ahnung, was man da tun kan und keiner hat sich bemüht, das mal zu ändern.

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