|Rezension| Jackson Pearce „Drei Wünsche hast du frei“

OT: As you wish

Verlag: PAN (September 2010)

Seiten: 285

ISBN: 3426283360

Preis: 12, 95 €

Inhalt

Als Viola von ihrem Freund verlassen wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Gerade noch war sie verliebt und beliebt, nun ist sie nur noch die Ex vom coolsten Typ der Schule. Viola wünscht sich nichts mehr, als wieder glücklich zu werden und beschwört so versehentlich einen Dschinn herbei. Er ist jung, er sieht gut aus und er ist furchtbar schlecht gelaunt, denn er hält Menschen für ungemein nervtötend. Aber bevor er in seine Heimat zurückkehren kann, muss er Viola drei Wünsche erfüllen. Und das ist nicht so einfach, wie es sich anhört.

Meinung

Dass Violas Freund sie verlässt, ist schon schwer zu ertragen. Dass er sie verlässt, weil er eigentlich schwul ist, noch mehr. Und dass er ihr bester Freund ist, macht die Sache wohl zu einer Vollkatastrophe. Seit der Trennung fühlt sich Viola zerbrochen und unsichtbar. Sie hat niemanden mehr, zu dem sie gehört. Ihr Wunsch, wieder ganz zu sein, ruft einen Dschinn herbei, der ihr nun drei Wünsche erfüllen muss. Doch Viola weiß gar nicht genau, was sie sich wünschen soll – und das fesselt Dschinn auf der Erde, wo er seine Zeit mit Viola verbringen muss. Was für ihn anfangs Folter ist, wird ihm mit der Zeit immer angenehmer.

„Drei Wünsche hast du frei“ basiert auf einer Idee, die so gar nicht originell ist – jemand ruft einen Dschinn herbei, der ihm dann drei Wünsche erfüllen muss. Die Umsetzung dagegen ist richtig schön geraten. Viola ist ein liebenswerter Charakter. In ihrer Beziehung mit Lawrence hat sie DIE Liebesgeschichte gesehen – vom Kindergarten an bis ins hohe Alter nur der eine Mann. Doch als er ihr beichtet, dass er schwul ist, zerbricht ihr Traum in tausend Teile. Sie wird von Liebeskummer gequält und fühlt plötzlich, als würde sie nirgends mehr hingehören. Damit erlebt Viola wohl etwas, was vielen Mädchen in ihrem Alter passiert ist und deswegen gut nachvollziehen können, wie sie sich fühlt. Dass sie weiterhin mit Lawrence befreundet ist, hilft ihr dabei wohl auch nicht besonders weiter. Auch Dschinn fand ich sehr sympathisch. Jedesmal, wenn ein Dschinn in unsere Welt gerufen wird, beginnt er zu altern. Anders als uns Menschen ist ihm jede Sekunde, die verstreicht, bewusst, da er in seiner Heimat nicht altert. Anfangs betont er sehr oft, was es dort nicht gibt und was ihn an dieser Welt stört, doch später kommt er darauf, dass alles, was er dort nicht hat, das Leben hier lebenswert macht. Da die Perspektive immer zwischen Dschinn und Viola hin und herwechselt, bekommt man von beider Gefühlsleben etwas mit.

Der Verlauf der Geschichte ist an manchen Stellen sehr vorhersehbar, was aber nicht groß ins Gewicht fällt, da man trotzdem zufrieden mit dem sein kann, was passiert. Positiv zu erwähnen ist zum Beispiel, dass Viola nicht auf Teufel komm raus Wünsche ausspuckt, sondern sich Gedanken darüber macht, wie sie das erreichen kann, was sie will, ohne dass es „erzwungen“ ist. Sie will gar keine hergezauberte Liebe oder Freundschaft, sondern echte, und nur einen Weg finden, um das zu erreichen. Und als es ihr in einem unbedachten Moment dann doch herausrutscht, merkt sie auch schnell, dass es wirklich nicht das Wahre ist, sich Gefühle herzuwünschen. Dass sich dann etwas zwischen Dschinn und Viola entwickelt, fand ich ja sehr logisch – wer will nicht einen Mann, der exakt weiß, was man möchte? Der Traum jeder Frau… Und da ich am Ende dann auch noch ein paar Tränchen verdrücken musste und das für mich ja immer ein Pluspunkt ist, muss ich sagen – „Drei Wünsche hast du frei“ hat mich wirklich positiv überrascht. Es ist ein schönes und leichtes Buch mit einem Schuss Nachdenklichkeit.

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Ein Gedanke zu “|Rezension| Jackson Pearce „Drei Wünsche hast du frei“

  1. Libby schreibt:

    Obwohl ich das Buch wirklich gerne gelesen habe, fand ich es weniger gelungen, dass Viola die Wünsche im nachhinein doch eher verschwendet hat. Immerhin hat sie den ersten Wunsch für etas benutzt, was sie dann doch nicht wollte, und den letzten z.B. hat sie einfach spontan eingesetzt, weil ihr jemand leidtat.
    Aber natürlich brauchte die Autorin ja noch ein spannendes Ende, also konnte sich Viola ja nicht einfach wünschen, dass Dschinn bei ihr bleiben kann. ;)

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