|Rezension| Kathryn Lasky „Die Legende der Wächter: Die Entführung“

Die Legende der Wächter #1

Originaltitel: Guardians of Ga’Hoole. The Capture

Kathryn Lasky @ KathrynLasky.com

Ravensburger (1. Oktober 2010)

288 Seiten, 14,95 € HC

3473368075

Inhalt

Nachdem er aus dem Nest gefallen ist, wird der junge Schleiereulerich Soren entführt. Er landet in einer Schule für verwaiste Eulenkinder, wo er hart arbeiten muss und zu finsteren Zwecken ausgebildet wird. Doch Soren träumt davon, zu fliehen und sich den Eulenrittern von Ga’Hoole anzuschließen. Und tatsächlich: Eines Tages gelingt ihm mit seiner neuen Freundin, Elfenkauz Gylfie, die Flucht.

Meinung

Soren ist das mittlere von drei Scheiereulenjungen und zufrieden mit seinem Eulenleben. Er liebt seine kleine Schwester Eglantine und beobachtet, wie sein großer Bruder Kludd seine Feste feiert und kann es nicht erwarten, bis er auch soweit ist. Doch dann geschieht das Unfassbare – als seine Eltern weggeflogen sind, stürzt Soren aus der Baumhöhle und wird kurz darauf von einer fremden Eule aufgesammelt und nach Sankt-Ägolius gebracht. Dort bekommt er eine Nummer statt einem Namen und muss nachts schlafen statt tagsüber. Soren freundet sich mit dem Eulenmädchen Gylvie an, mit der er Fluchtpläne schmiedet.

Nachdem ich jetzt „Die Legende der Wächter: Die Entführung“ gelesen habe, bin ich viel schlauer. Dass Eulen Muskelmägen haben und Gewölle ausspucken, wusste ich schon vorher, und dass ihre Knochen hohl sind, auch. (Und dank Wikipedia weiß ich jetzt auch, dass es Leute gibt, die Gewölle auflösen und ihren Inhalt auf Pappe kleben. Das wollte ich dann doch nicht unbedingt wissen…) Aber andere Informationen waren neu für mich und ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder in diesem Buch zum ersten Mal auf so viel Wissen über Eulen treffen. (Und anschließend fragen sie dann ihren Eltern Löcher in den Bauch. So soll das doch sein.)

Die Autorin hält sich ziemlich eng ans natürliche Leben der Eulen. Die Eulen beziehen um Beispiel vieles auf ihren Magen. Sie fühlen Dinge nicht im Herzen, sondern ihr Magen sagt ihnen, was richtig und falsch ist. Sie feiern jeden Fortschritt ihrer Küken: Erste Mahlzeit, Erstes Fell, Erste Knochen, Erstes Gewölle. Auch die Jobs, die sie in Sankt Ägolius erfüllen müssen, haben etwas mit dem Eulenleben zu tun: Gewölle auseinanderzupfen oder Eier bebrüten. Leider wird das Prinzip nicht ganz durchgehalten, was für mich ein kleiner Wehmutstropfen ist. Denn auch wenn ich den Zusammenhang zwischen Eulen und Büchern verstehe –dass sie welche besitzen und in einer Bibliothek aufheben, ist mir dann doch zu vermenschlicht. Dabei wäre es doch auch ohne gegangen, sehr schade.

Allgemein zieht sich die Handlung ein wenig, aber wenn man bedenkt, dass es insgesamt 15 (!) Bände der Reihe gibt, wundert das eigentlich gar nicht. Immerhin gibt es dem Leser Zeit, Soren und Gylvie liebzugewinnen und mit ihnen über die Mysterien in Sankt Ägolius nachzudenken. Was haben die fremden Eulen vor? Wieso werden die Eulenkinder dem Vollmond ausgesetzt und sollen ihren Namen vergessen? Und was sind die Tupfen in den Gewöllen, die scheinbar so wichtig sind? Und sie wirklich alle Eulen dort mondwirr? Manche der Mysterien werde schon aufgeklärt, wie die Frage, wie Soren aus dem Nest purzeln konnte, manche bleiben offen und erhalten damit die Erwartung auf den nächsten Band.

„Die Legende der Wächter“ verspricht eine wunderbare Reihe zu werden, vor allem für die Kleinen. Sie können eine spannende Geschichte mit liebenswerten Charakteren lesen, lernen nebenbei noch etwas über Eulen, ohne dass es ihnen plump aufs Auge gedrückt wird, und die eine oder andere kleine Moral ist auch noch versteckt. Dabei ist das Buch aber nie so kindlich geschrieben, dass man es nicht auch als Erwachsener lesen könnte.

Die Legende der Wächter wurde – wie sicher schon alle wissen – verfilmt. Hier noch der hübsche Trailer:

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