|Rezension| Ally Condie „Matched“

Matched Trilogy #1

Deutsche Übersetzung: Die Auswahl

Ally Condie @ AllyCondie.com

Dutton (30. November 2010)

384 Seiten, 11,95 € HC

0525423648

Klappentext

Cassia has always trusted the Society to make the right choices for her: what to read, what to watch, what to believe. So when Xander’s face appears on-screen at her Matching ceremony, Cassia knows with complete certainty that he is her ideal mate . . . until she sees Ky Markham’s face flash for an instant before the screen fades to black.

The Society tells her it’s a glitch, a rare malfunction, and that she should focus on the happy life she’s destined to lead with Xander. But Cassia can’t stop thinking about Ky, and as they slowly fall in love, Cassia begins to doubt the Society’s infallibility and is faced with an impossible choice: between Xander and Ky, between the only life she’s known and a path that no one else has dared to follow.

Meinung

O may my heart’s truth
Still be sung
On this high hill in a year’s turning.

[aus “In October” von Dylan Thomas]

Wie würdest du es finden, wenn die Regierung jede Entscheidung für dich trifft? Welchen Job du bekommst, welches Essen du isst, welche Kleidung du trägst, wen du einmal heiraten wirst und wie viele Kinder ihr bekommt – sogar, wann du sterben wirst. Auf keines dieser Dinge haben Cassia und ihre Freunde Einfluss. An ihrem 17. Geburtstag soll Cassia ihr zukünftiger Lebenspartner zugewiesen werden und sie kann ihr Glück kaum fassen, dass sie ihr Leben mit Xander verbringen darf, der seit ihrer Kindheit ihr bester Freund ist. Verbindungen wie diese sind selten. Doch als sie den Mikrochip mit Informationen über Xander ansehen will, taucht das Bild eines anderen Jungen auf – Ky. Und obwohl ihr versichert wird, dass das ein Fehler wäre, denn Ky dürfe gar nicht in den Pool aufgenommen werden, wundert sich Cassia, ob nicht Ky ihr wirklicher Partner gewesen wäre. Und je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr wünscht sie sich, dass dem so wäre.

Wir sind so daran gewöhnt, so ziemlich jede Entscheidung für uns selbst treffen zu können, dass uns die Welt, in der Cassia lebt, völlig fremd ist. Hier ist alles geregelt und überwacht, zum „Wohle der Menschen“. Niemand weiß mehr als er muss, Gedichte, Lieder und Bilder sind auf je 100 Exemplare beschränkt, der Rest wurde zerstört, um Überreizung zu vermeiden. Alles basiert hier auf Werten, Berechnungen und Wahrscheinlichkeiten. Jede Person hat ihr eigens auf sie abgestimmtes Essen und Sportprogramm, den Partner, mit dem sie am wahrscheinlichsten gesunde Kinder bekommt und sogar ihr Leben ist getimt. Mit 17 bekommt man seinen Lebenspartner zugewiesen, mit 21 wird geheiratet, um dann in einem Zeitfenster von 10 Jahren Kinder zu bekommen. An seinem 80. Geburtstag stirbt der Mensch letztendlich. Und die Ergebnisse geben dem Staat sogar recht – niemand wird mehr schwer krank, Krebs ist so gut wie ausgemerzt, Verbrechen existieren nicht mehr. Personen, die aus dem Rahmen fallen, werden von der Gesellschaft ausgeschlossen und abgeschoben. Doch jeder ist so zufrieden damit, wie die Dinge für sie laufen, so beschützt und problemlos, dass niemand protestiert.

Auch Cassia war nie eine der rebellischen Bewohnerinnen ihrer Stadt. Sie sticht als Sortiererin heraus, hat eine glänzende Zukunft vor sich und nun auch noch ihren besten Freund als Lebenspartner. Doch als sie sich ihrem Großvater anvertraut, säht er den Keim des Zweifels in ihr, ob nicht doch Ky dazu gedacht war, ihre Zukunft zu sein. Ky, dessen Vater eigentlich eine Abnormität ist, dessen Tante ihn aber nach dem Tod seiner Eltern zurück in die Stadt geholt hat. Ky, der den schwersten aller Jobs bekommen hat und nie eine Familie gründen darf aufgrund dessen, was sein Vater war. Und nach dem Tod ihres Großvaters merkt Cassia, dass sie nicht die einzige ist, die den Rebellengeist ihres Opas in sich trägt, sondern ihre ganze Familie. Gerade deswegen kommt sie Ky immer näher, dem sie als Einziges anvertrauen kann, was niemand sonst weiß – Cassias Opa hat ihr Gedichte vermacht, die nicht zu den 100 offiziellen gehören. Im Gegenzug erzählt ihr Ky seine Geschichte und lehrt ihr Schreiben. Nach und nach wird Cassias Rebellion nicht nur stärker, sondern auch vom Staat bemerkt.

„Matched“ ist ein wunderbares Buch für alle, die Dystopien mögen. Ich konnte es schwer aus der Hand legen, und das, obwohl nicht besonders viel spannendes passiert. Aber man merkt unterschwellig, wie sowohl Cassias Gehorsam sich immer mehr in offene Unzufriedenheit gegen den Staat wandelt, und wie umgekehrt der Staat droht, seinen festen Griff um die Bürger zu verlieren und deswegen auf immer stärkere Mittel zurückgreift, um den Gehorsam seiner Bürger zurückzuerlangen. Dadurch, dass man Kys Geschichte erst nach und nach erfährt, möchte man immer mehr über ihn wissen und hängt schnell stärker an ihm als an Xander, der mehr und mehr aus der Handlung verschwindet. Auch wird immer wieder angedeutet, dass nicht nur Cassia unter Verdacht steht, gegen den Staat zu arbeiten, sondern auch ihre Eltern werden scharf beobachtet. Ich hätte mir gewünscht, dass Cassia ein bisschen mehr hin und hergerissen gewesen wäre zwischen Xander und Ky, aber dann wäre die Geschichte eine völlig andere geworden. „Matched“ ist von hinten bis vorne ein völlig rundes Buch und hat mich restlos begeistert.

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