|Rezensionen| Michelle Zink „Die Prophezeiung der Schwestern“ Hörbuch

Die Prophezeiung der Schwestern #1

OT: The Prophecy of the Sisters

Michelle Zink @ MichelleZinkBooks

Random House Audio (2009)

7h 39 min gekürzte Lesung, 24,95 €

Inhalt

Nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters erfährt Lia, dass sie und ihre Zwillingsschwester Alice Teil einer uralten Prophezeiung sind. Samael, der gefallene Engel, droht, aus der Anderwelt zurückzukehren – und eine der beiden Schwestern ist der Schlüssel zu dieser Rückkehr. Wider Erwarten ist Lia selbst, nicht etwa die berechnende Alice, das „Tor“ für Samael. Alice ist die Rolle des Wächters zugedacht. Doch die setzt alles daran, dass Samael von Lia Besitz ergreift…

Meinung

Lia und Alice sind Zwillingsschwestern. Nach dem Tod ihres Vaters sind sie nun auf ihre Tante angewiesen, die sich um sie und ihren Bruder kümmert. Kurz darauf entdeckt Lia an ihrem Handgelenk ein Zeichen und muss erfahren, dass sie Teil einer Prophezeiung ist, an der auch ihre Schwester Alice beteiligt ist. Lia muss versuchen, mehr über ihr Schicksal zu erfahren, bevor es zu spät ist.

Lia und Alice sind typische Buch-Zwillinge. Sie sehen zwar gleich aus, sind aber unterschiedlich wie Tag und Nacht. Alice ist selbstbewusst, intrigant und wissbegierig, während Lia Schule für unnötig hält, mit Weichspüler gewaschen wurde und eigentlich auf eine Zukunft als Heimchen am Herd hofft. Das ist für das 18. Jahrhundert zwar nicht neu, aber mir persönlich wäre Alice als Protagonistin lieber gewesen. Dann wäre der Unterton des Buches wahrscheinlich nicht so jammerig wie er eben ist. Die restlichen Charaktere wie Luisa und Sonia, die ja eigentlich relativ wichtige Rollen spielen, sind irgendwie nichtssagend. Sie sind halt eben da und geben hie und da mal ihren Senf dazu.

„Die Prophezeiung der Schwestern“ geht eigentlich relativ spannend los, denn nach dem Tod ihres Vater ist vor allem Alice sehr wankelmütig, mal liebevoll zu Lia, mal richtig hinterhältig. Sie macht geheimnisvolle Andeutungen und schleicht sich heimlich in das Zimmer, in dem ihr Vater gestorben ist, um dort mit unsichtbaren Stimmen zu reden. Und dann beginnt Lia zu recherchieren – und zu recherchieren und zu recherchieren und… na, ihr versteht. Dabei schleppt sie ihre Freundinnen Luisa und Sonia mit, die das selbe seltsame Zeichen am Handgelenk besitzen. So wandern die drei von einer Person, die ein Stückchen Information hat, zur nächsten, die das nächste Puzzleteil an Wissen hat, welche sie wiederum zur nächsten Informationsstelle schickt. Zwischendrin bekommt Lia von ihrer Tante Virginia Wissen zugesteckt, bei dem ich mich gefragt habe: Wieso setzen sich beide nicht einfach mal hin und reden länger als 5 Minuten, dann wäre die Sache gegessen. Das Buch aber dann auch. Zwickmühle. Oder sie hätte mich fragen sollen, ich habe die Prophezeiung nämlich in Windeseile durchschaut. Liegt wohl daran, dass ich Schule nicht blöde finde. Oder dass sie einfach so Standard war.

Ein Manko, an dem ich ja gerne herumzumäkeln habe, ist die Übersetzung. So hin und wieder ist mir beim Hören ein Wort sauer aufgestoßen, das ich so noch nie gehört habe. Aber am allerschlimmsten fand ich die Übersetzung der Prophezeiung direkt (und diese Übersetzung bekommt man sehr oft zu hören bei der vielen Herumrecherchiererei.).:

In Krieg und Eintracht erduldete die Menschheit ihr Schicksal. Bis die Wächter kamen, die Frauen der Menschen zu Gemahlinnen und Geliebten nahmen und sich so seinen Zorn zuzogen. Zwei Schwestern, erschaffen in demselben wirbelnden Ozean. Die eine der Wächter, die andere das Tor. Die eine Hüterin des Friedens, die andere Hexenkraft für Hingabe eintauschend.

Man muss ja nicht jedes Partizip wörtlich übersetzen. Einfach nicht schön.

Das ganze kann man der Leserin des Hörbuchs aber nicht anlasten, die macht ihre Sache wirklich gut. Tanja Geke hat eine angenehme Stimme, die sie auf alle möglichen Arten verstellen kann und sich allgemein wirklich Mühe gibt, dem Buch Leben einzuhauchen.

Insgesamt klingt das nun wohl schlimmer als es war. Für Einsteiger und Leser jüngeren Alters mag „Die Prophezeiung der Schwestern“ ja auch ein unterhaltsames Buch sein. Für mich war das aber ein Fall von „Alles schonmal da gewesen“ gepaart mit öder Protagonistin. Wer es trotzdem probieren will: „Die Prophezeiung der Schwestern“ gibt es hier bei Audible.de.

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4 Gedanken zu “|Rezensionen| Michelle Zink „Die Prophezeiung der Schwestern“ Hörbuch

  1. Miss Bookiverse schreibt:

    Da sagst du was, mir wäre Alice auch lieber als Protagonistin gewesen, Lia war einfach viel zu lieb und langweilig, mit Weichspüler gewaschen trifft es wunderbar!
    Auch sonst hast du Recht, die Story kommt nicht so recht in Fahrt, aber ganz so schlimm war es am Ende irgendwie doch nicht. Ich werden den 2. Teil auf jeden Fall noch lesen (dann allerdings auf Englisch) und mal schauen, ob ich den dritten dann noch brauche.

    • holly schreibt:

      Ehrlich gesagt hätte ich bis zum Ende quergelesen, wäre es kein Hörbuch gewesen, und da das Brennen bei mir nicht richtig funktioniert hatte, konnte ich nicht richtig vorwärtsspringen. Bin ja gespannt, wie du Teil 2 dann findest (:

  2. Cherry schreibt:

    Mir wäre ebenfalls Alice als Protagonistin viel lieber gewesen als Lia. Ich habe gerade den zweiten Teil ausgelesen und eine Rezension verfasst. Dazu kann ich leider nur sagen, dass der zweite Teil leider nicht besser wird. Die Wurzeln für eine vielleicht gute Geschichte sind zwar da, die Spannung fehlt aber gänzlich.

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