|Rezension| Ellen Potter „The Kneebone Boy“

Ellen Potter @ EllenPotter.com

Feiwel & Friends (14. September 2010)

288 Seiten, 12,99 € HC

031237772X

Inhalt

Life in a small town can be pretty boring when everyone avoids you like the plague. But after their father unwittingly sends them to stay with an aunt who’s away on holiday, the Hardscrabble children take off on an adventure that begins in the seedy streets of London and ends in a peculiar sea village where legend has it a monstrous creature lives who is half boy and half animal. . . .

Meinung


Here is my most important message to you: All great adventures have moments that are really crap.

Kennt ihr diese Bücher, bei denen ihr genau wisst, was als nächstes kommt und wie alles enden wird? Das hier ist keines davon. Dieses ist voll von „WTF“-Momenten – hier ist so gut wie nichts durchschaubar.

Die drei Hardscrabble-Kinder leben allein mit ihrem Vater, der von Beruf Maler ist und oft verreist, um gescheiterte Blaublütige zu porträtieren. Ihre Mutter ist verschwunden, seit sie noch sehr klein waren, und vor allem dem Ältesten – Otto – hat das so sehr zugesetzt, dass er nicht mehr spricht, sondern nur durch Zeichensprache kommuniziert. Im Normalfall verbringen die Kinder die papafreie Zeit bei einer alten Nachbarin, doch diesmal dürfen sie zu ihrer Tante nach London. Aber nachdem die Kommunikation zwischen Vater und Tante nicht ideal war, müssen die in London gestrandeten Kinder sich eine Alternative suchen. Also fahren sie weiter in das kleine Städtchen Snoring-by-the-Sea zu Großtante Haddie, die sie nur aus heimlichen Briefen kennen.

Die Charaktere in „The Kneebone Boy“ sind wunderbar verquer. Der Älteste Otto spricht nicht und man erzählt sich hinter vorgehaltener Hand, er hätte seine Mutter umgebracht, was natürlich Quatsch ist. Lucia, die Mittlere, hat für ihren älteren Bruder die Mutterrolle übernommen und fühlt sich verantwortlich für sein Wohlbefinden, und der jüngste Max ist ein kluger Kopf, der die Kinder oft auf die richtige Spur bringt. Die drei halten zusammen wie Pech und Schwefel. Großtante Haddie hingegen ist eine quirlige Amerikanerin, die überraschend jung ist. Aber gerade deswegen ist sie die perfekte Gastgeberin für die Geschwister – sie füttert sie mit typisch amerikanischem Essen und ermuntert sie, ihr gemietetes Minischloss zu erkunden. Die Tatsache, dass ihr Vater Tante Haddie nicht leiden kann und dass sie Otto unheimlich ähnlich sieht, bringt die Kinder auf die verquersten Ideen.

„The Kneebone Boy“ ist wie gesagt kein durchschaubares Buch. Dazu sind die Figuren, Schauplätze und Ereignisse viel zu einzigartig. Als Kind hätte ich das Buch (noch mehr) geliebt – es gibt Spannung, ein bisschen Grusel, ein Rätsel und vor allem ein Schloss, das in jedem Zimmer eine neue Überraschung birgt. Und am Ende ist man gleichzeitig gerührt und völlig überrascht. Ein zusätzlicher Clou ist, dass man raten muss, welches der drei Kinder das Buch geschrieben hat. Der kleine Autor hat aber Hinweise eingestreut und gibt sowieso oft seinen Senf darüber ab, wie das Buch entstanden ist.

Über den Inhalt kann man gar nicht so viel verraten, ohne den Überraschungen vorweg zu greifen, die eindeutig den Reiz ausmachen. Ich kann aber raten, sich das Cover genau anzusehen – ich habe so viele Details schlichtweg übersehen und erst im Laufe der Geschichte bemerkt, dass sie überhaupt darauf abgebildet sind. „The Kneebone Boy“ ist ein wunderbares Buch für Groß und Klein und hoffentlich nicht das Letzte über die Hardscrabble Kinder.

 

(Mr. Dupuis says it’s a cheap trick for an author to promise that exciting things are going to happen. He says it is the mark of an insecure writer who is afraid that readers might put the book down. He’s wrong in this case though. I just wanted to give you a heads-up. I’m dead positive that you won’t put this book down now, since you’ve read through some boring parts during which you might have, and anyway you’re not stupid enough to stop reading right when we are about to sneak into Kneebone Castle.)

(Mr. Dupuis says I shouldn’t bully readers by calling them stupid.)

(I’m not saying you are stupid though. Just if you put the book down.)

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6 Gedanken zu “|Rezension| Ellen Potter „The Kneebone Boy“

  1. Shiku schreibt:

    Das Mädchen auf dem Cover erinnert mich irgendwie an Esther aus „Orphan“. -lach-
    Klingt aber wahnsinnig gut! :0 Am meisten haben mich dann doch die letzten Auszüge aus dem Buch überzeugt. x)

  2. Miss Bookiverse schreibt:

    Ich hab es gestern ausgelesen und schließe mich dir an, alles andere als durchschaubar. Das Ende hat mich wirklich stutzen lassen, das hätte ich nie erwartet und ich bin noch nicht sicher, wie ich das finde… es war so furchtbar traurig, wenn ich länger darüber nachdenke :(

    • umblaettern schreibt:

      Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr mag ich dieses Buch, weil es SO vielfältig ist in jeder Hinsicht. Wirst du es rezensieren? Dann bin ich schon neugierig auf deine Rezi (:

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