|Rezension| Claire Singer „Blut ist nicht rosa“

arsEdition (16. Februar 2011)

192 Seiten, 9,95 € TB

376076357X

Inhalt

Dido, Lilli, Camillo und TomTom sitzen jede Freistunde in ihrem Stammcafe, dem „LunaLuna“. Dort ist es herrlich gemütlich und die liebenswerte Besitzerin Luna verleiht dieser Schüleroase eine ganz besondere Note. Doch eines Tages ist Luna plötzlich verschwunden. Dafür steht jetzt ihr attraktiver Bruder Marco hinter dem Tresen und das „LunaLuna“ verändert sich in Windeseile in einen Treffpunkt für komische Gestalten. Das finden jedenfalls Dido, Camillo und TomTom. Lilli dagegen steht auf den wortkargen Schönling, was nicht nur ihren Freund TomTom schwer irritiert, sondern auch die Freundschaft mit Dido und Camillo stark beeinträchtigt. So haben die vier bald alle Hände voll zu tun, ihre Freundschaft zur retten und dabei die schrägen Gäste des „LunaLuna“ im Blick zu behalten. Nicht ganz einfach, bei schönstem Sommerwetter, einer durchgeknallten Tante und Mitschülern, denen man nicht im Dunklen begegnen möchte. Und das Verschwinden von Luna bleibt weiterhin mysteriös, sodass Dido und ihre Freunde beschließen, sich auf Spurensuche zu begeben …

Meinung

„Blut ist nicht rosa“ – aber dieses Buch. Und wie. Für Fans der Julie-Tagebücher von Franca Düwel ist die Geschichte um Dido, ihre Freunde und das LunaLuna eine wunderbare Alternative.

Zum einen ist da die tolle Aufmachung des Buches. Natürlich muss man dafür ein Fan von Rosa und Pink sein, denn sowohl von außen als auch von innen strahlt einem die Farbe entgegen. Sogar die Schrift ist knallpink und jedes Kapitel mit rosa und pinken Illustrationen verschönert. Mein Herz lacht.

Dido, die Erzählerin der Geschichte, ist eine typische 13jährige – mitten im Schul-, Liebes- und Pubertätschaos, das sie alles mit Humor nimmt. Sie hat eine fröhliche und quirlige Art, ihre Erlebnisse zu erzählen, und besitzt einen unglaublichen Wortwitz. Deswegen habe ich Dido und ihre Freunde auch gerne in einem Rutsch durch ihr Abenteuer begleitet, ohne gelangweilt zu werden. Didos Freunde, das sind Lilli, TomTom und Camillo. Lilli ist Didos beste Freundin und geht mit ihr durch dick und dünn. TomTom ist Lillies Freund und Camillo – ja, der ist total in Dido verschossen, doch die kann sich nicht so ganz über Freundschaft hinaus für den kleinen, dünnen, oberklugen Brillenträger begeistern.

Jeden Tag verbringen die vier ihre Freistunden und Nachmittage im LunaLuna – ein quietschrosa Cafe, in dem sogar das Essen rosa ist und die Welt nie grau wirkt, egal, wie sehr man sich geärgert hat. Das liegt auch an der bezaubernden Luna, die immer ein offenes Ohr für ihre Kunden hat. Das LunaLuna mag wohl viele an das Cafe erinnern, in dem man selbst als Schüler seine Tage verbringt oder verbracht hat – ich zumindest konnte gut nachvollziehen, wie schön es ist, einen Ort zu haben, in den man in Freistunden verschwinden kann, um sich dort mit seinen Mitschülern den Bauch vollzuschlagen. Und genauso konnte ich den Verlust der Kinder verstehen, als aus ihrem LunaLuna plötzlich ein Laden des Chaos wird. Denn Luna macht Urlaub und ihr Bruder Marco übernimmt den Laden. Vorbei ist es mit rosa Crepes, Grenadinecocktails und dem netten Publikum. Stattdessen gibt es angekokeltes Essen und seltsame Gestalten am Tresen. Noch schlimmer – Lilli hat ein Auge auf Marco geworfen und bringt damit ihre Freundschaft ins Wanken. Dido, TomTom und Camillo sind sich dagegen einig – da geht es nicht mit rechten Dingen zu. Nichtsahnend manövrieren sie sich mit ihren Ermittlungen in eine ausweglose Situation.

„Blut ist nicht rosa“ ist schrill und spritzig und an manchen Stellen auch ein bisschen zuviel des Guten. Nach Glaubwürdigkeit sucht man stellenweise doch vergeblich. Darüber sehe ich jetzt aber einfach mal hinweg, denn schon lange habe ich nicht mehr so gut unterhalten gefühlt wie von dieser rasanten Geschichte und den verqueren Charakteren. Da darf es auch ein wenig over the board gehen.

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3 Gedanken zu “|Rezension| Claire Singer „Blut ist nicht rosa“

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