|Rezension| Rachel Ward „Numbers“ Hörbuch

OT: Numbers

Numbers #1

Rachel Ward @ RachelWardBooks.com

Silberfisch (April 2010)

6 Std 8 min gekürzte Lesung, 22,95 € oder bei Audible.de

9783867420570

Inhalt

Jem weiß, dass nichts ewig dauert. Und seit dem Tod ihrer Mutter weiß sie auch, was die Zahlen bedeuten, die vor ihrem inneren Auge auftauchen, sobald Jem jemanden ansieht. Es ist das Todesdatum ihres Gegenübers. Das mit den Zahlen ist ihre Sache, findet Jem und behält ihr Geheimnis für sich. Und geht anderen lieber aus dem Weg. Das ändert sich, als der hyperaktive Spinne in Jems Leben platzt und gar nicht daran denkt, sie wieder in Ruhe zu lassen. Gemeinsam machen sie einen Ausflug zum London Eye. Doch dann entdeckt Jem in den Gesichtern der Touristen in der Warteschlange die immer gleiche Zahlenfolge…

Meinung

Jem sieht Menschen nicht gern ins Gesicht, denn wenn sie es tut, hat sie deren Todesdatum vor Augen. Auch das ihrer Mutter, die an einer Überdosis starb, als Jem noch klein war. Von Pflegefamilie zu Pflegefamilie geschoben und mit ihrem Geheimnis hat sich Jem zu einem Mädchen entwickelt, das niemanden an sich heran lässt und allgemein hin als schwierig gilt. Dann trifft Jem auf Spinne, der bei seiner Großmutter lebt und gerade ein Leben als Kleinkrimineller anstrebt. Doch Jem weiß: Spinnes Leben wird nicht mehr lange dauern. Nach einem Anschlag auf das London Eye, von dem Jem und Spinne kurz zuvor weggelaufen sind, sind beide auf der Flucht, fest überzeugt davon, Hauptverdächtige zu sein.

Viele Blogger haben bemängelt, dass es in dem Buch zu viel um Drogen, Gewalt und Sex gehen würde. Das hat mich persönlich jetzt gar nicht gestört, immerhin ist die Welt nicht immer aus rosa Zuckerwatte. Ich konnte Jem sogar gut verstehen, dass sie jeden von sich weggestoßen hat, schließlich hat sie immer vor Augen, wann sie die Person wieder verlieren wird. Was mich an Numbers eher gestört hat, war, dass ich nicht ganz eingesehen habe, wieso Jem aus London geflüchtet ist. Dass Spinne nicht unbedingt auf Polizisten treffen wollte, war klar, schließlich war er in mehrere seltsame Geschäfte verwickelt und sowieso der Überzeugung, dass er als Dunkelhäutiger sofort in den Fokus geraten wird. Aber Jem hatte ja nichts großartiges zu verbergen und hätte sich sicher eine logische Erklärung einfallen lassen können. Für mich wirkt es ein wenig so, als hätte die Autorin einfach einen Grund gebraucht, wieso Jem und Spinne zusammen Zeit verbringen müssen, um sich näher zu kommen.

Dabei ist die ganze Geschichte irgendwie ziellos. Jem und Spinne machen sich auf den Weg ans Meer. Sie flüchten vor Polizisten, sie verstecken sich, hier und da passiert mal ein Unglück und mittendrin stellen sie fest, dass sie sich verliebt haben. Schön und gut, aber wozu? Immerhin fand ich positiv, dass die Autorin nicht auf den vorhersehbaren Zug aufgesprungen ist, dass die Protagonistin, die den Todestag der Menschen sehen kann, versucht, ihn zu ändern. Vielmehr muss Jem merken, dass sie nichts ändern kann und das wurde konsequent durchgesetzt. Auch, dass sie sich charakterlich nie total unrealistisch geändert hat, sondern sich immer in ihren Möglichkeiten bewegt, fand ich gut.

Gerettet hat dieses Hörbuch aber eindeutig die Sprecherin. Laura Maire hat eine wunderbar passende jugendliche Stimme und den Figuren so viel Leben eingehaucht, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Sie schreit, sie flüstert, sie weint. Sie ist wütend, traurig, ängstlich. Nichts davon klingt aufgesetzt, es ist eher, als wäre man live dabei und würde alles belauschen, was passiert. „Numbers“ war sicher nicht mein letztes Hörbuch dieser Sprecherin.

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Ein Gedanke zu “|Rezension| Rachel Ward „Numbers“ Hörbuch

  1. Miss Bookiverse schreibt:

    Das waren auch die Punkte, die mich an Numbers gestört haben. Plus die holprige Sprache, die ich aber auf die Übersetzung schiebe.

    Ich fand es gerade am Ende gut, dass die Autorin „es“ durchgezogen hat.

    Die Sprecherin klingt ja wirklich gut, werde ich mir mal merken.

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