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|Alltag| Meine Schüler, die Autoren

Dienstag Morgen um 8 Uhr hatten unsere Abschlussschüler die Chance, an einer Abschlussprüfungssimulation teilzunehmen. Löblicherweise waren alle meine Schüler da. Brave Schüler, ich mag euch <3 Die Hälfte der Schüler aus der Zweigstelle, in der ich noch arbeite, haben ab dem Moment auf Durchzug geschaltet, als die Uhrzeit fiel. Das sind aber auch nicht „meine“. 8 Uhr früh, da gehen die in den Ferien erst ins Bett… (Diverse meiner Schüler übrigens auch. Die machen dann gerne durch und behaupten dann steif und fest, sie wären ja sowas von wach, während sie in Schräglage auf den  Tischen lümmeln.)

Ich frage mich ja, wer sich manche Textproduktionsaufgaben in Englisch ausdenkt. Angeblich ja Lehrer. Nun hatten meine Schüler folgende nette Aufgabenstellung:

Du schreibst eine E-Mail an einen Freund und erzählst ihm, was dir heute passiert ist. Beim Joggen hast du ein Handy gefunden, auf dessen Display das Bild eines Einbrechers mit einer schwarzen Maske zu sehen ist. [Dazu gab es dann die entsprechende Abbildung.]

… !

Meine Schüler haben sich natürlich alle nicht lumpen lassen und exakt diese Aufgabe gewählt. Die Alternative wäre ein öder Beschwerdebrief gewesen. Wer braucht sowas schon.

Schüler 1 bekam Panik, da er die Theorie hatte, das Handy gehöre einem ermordeten Polizeibeamten, war aber dann beruhigt, als er keine Leiche finden konnte. Blöderweise wurde er dann verhaftet, als er das Handy auf die Polizeistation brachte.

Schüler 2 hatte Angst, dass der Verbrecher das Handy suchen würde und ihn ermordet, sobald er es bei ihm findet.

Schüler 3 fragte sich, welcher dumme Mensch ein Foto von einem Einbrecher auf dem Handy hat, was auch mein erster Gedanke war.

Schüler 4 erklärte die Sache einfach damit, dass es ein Screenshot aus einem Film war, den der Handybesitzer gern mag.

Schüler 5 beschrieb gleich eine ganze Verfolgungsjagd, die er beobachten konnte, nachdem er das Handy bei der Polizei abgeliefert hatte.

Ich glaube ja,  in meinen Schülern stecken heimlich kleine Autoren. An der Logik könnte man noch ein bisschen feilen, aber da wachsen sie bestimmt noch rein. Und später kann ich dann stolz auf Lesungen gehen und den Leuten erzählen: „Der da, der hatte mal Nachhilfe bei mir.“ und mich in unverdientem Ruhm suhlen. (;

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