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|Rezension| Claire Singer „Karlotta verzettelt sich“

Karlotta #1

Baumhaus (Mai 2011)

112 Seiten, 6,99 € TB

3843200122

Inhalt

Endlich Sommer! Gemeinsam mit ihrem chaotischen Vater macht Karlotta Urlaub auf einem italienischen Campingplatz und landet gleich neben dem Wohnwagen von Familie Stempfhuber und ihrer nervigen Tochter Patrizia. Da tauchen plötzlich geheimnisvolle Zettelbotschaften auf und bringen Karlotta auf eine verrückte Idee: Warum soll sie nicht ein bisschen Schicksal spielen und Patrizia an der Nase herumführen? Karlotta wird zur Zettelkönigin, vertauscht und schreibt und stellt am Ende fest, dass sie sich dabei gehörig verzettelt hat …

Meinung

Ich griech die Griese.

Karlotta ist 12 und tragischerweise in ihrer Vater-Tochter-Beziehung die Erwachsene. Denn Karlottas Vater ist Künstler und ernährt sich von Bonbons und überlässt Organisatorisches lieber seiner Tochter. Kein Wunder, dass sich Karlotta mit viel Selbstironie und Sarkasmus durch ihr junges Leben schlägt. Und in diesem Fall – durch einen katastrophalen Spontanurlaub auf einem italienischen Campingplatz.

Nachdem ich von „Blut ist nicht rosa“ so begeistert war, habe ich natürlich versucht, auch alle anderen Bücher von Claire Singer auszugraben, um herauszufinden, ob sie mich auch so mitreißen können. Und oh ja – „Karlotta verzettelt sich“ kann das eindeutig. Die Protagonistin Karlotta erzählt aus ihrer Sicht von ihren freundinnen-, schwarm- und mutterlosen Sommerferien, die mit jedem Tag katastrophaler zu werden scheinen. Nachdem sie mit Schokoladeneis bombardiert wurde, wird Karlotta von ihrem Künstlervater in ihren klapprigen VW-Bus verfrachtet, um auf einen Campingplatz in Italien zu fahren – ohne Geld, aber mit fränkischen Nachbarn, die aus dem Barbieland entsprungen zu sein scheinen. Doch Karlotta wäre nicht sie selbst, wenn sie das alles nicht mit ihrem ganz eigenen Humor nehmen würde. Und der ist so schwarz wie spritzig.

Gott sei Dank bin ich Fränkin, denn Karlottas Zeltnachbarn sprechen wirklich sehr fränkisch. Ich kann mir ja vorstellen, dass für Nichtfranken das entziffern diverser Dialoge etwas schwer werden könnte. Trotzdem habe ich mich herrlich amüsiert, man muss ja auch über sich selbst lachen können.

Die Aufmachung finde ich auch sehr liebevoll gemacht. Zwar ist das Buch, wie „Blut ist nicht rosa“ auch, sehr pink gehalten, aber ein wirklicher Hinkucker. Für SMS-Nachrichten gibt es gezeichnete Handys, die meisten Seiten sind umrandet (und das bei jeder Seite anders!) und besonders hübsch sind die Zettelchen. „Karotta verzettelt sich“ heißt so, weil die Protagonistin hie und da Zettel zugesteckt bekommt oder verteilt. Diese Zettel kann man als Leser selbst auffalten und die Nachrichten lesen, die natürlich auch in Handschrift gedruckt sind. Mir hat das richtig Spaß gemacht und ich bin sicher, die eigentliche Zielgruppe (die ich ja um doppelt so viele Jahre nun doch nicht mehr bin) findet das auch nicht übel.

Alles in Allem hat mich Frau Singer mal wieder sehr vom Hocker gerissen, „Karlotta verzettelt sich“ war wunderbar lustig und leicht und die perfekte Sommerlektüre für Zwischendurch. Und ab September kann man mit „Karlotta voll verschneit“ auch weiterlesen, was aus dem Sommerurlaub geworden ist.

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2 Kommentare zu „|Rezension| Claire Singer „Karlotta verzettelt sich“

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