Rezensionen

|Rezension| Daniel Waters „Kiss of Life“

Generation Dead #2

Daniel Waters @ DanWaters.blogsot.com

Hyperion Book (Mai 2010)

432 Seiten, 6,99 € TB

Klappentext

The phenomenon that’s been sweeping the country seems to be here to stay.  Not only are the teenagers who have come back from their graves still here, but newlydeads are being unearthed all the time.  While scientists look for answers and politicians take their stands, the undead population of Oakville have banded together in a group they’re calling the Sons of Romero, hoping to find solidarity in segregation.
Phoebe Kendall may be alive, but she feels just as lost and alone as her dead friends.  Just when she reconciled herself to having feelings for a zombie — her Homecoming date Tommy Williams — her friend Adam is murdered taking a bullet that was meant for her.  Things get even more confusing when Adam comes back from the grave.  Now she has romantic interest in two dead boys; one who saved her life, and one she can’t seem to live without.

Meinung

Leben ist nicht mehr das Selbe seit dem verhängnisvollen Abend, an dem Adam bei derm Versuch, Phoebe zu retten, gestorben und wieder zurückgekommen ist. Phoebe ist völlig verwirrt, was sie fühlen soll. Tommy gegenüber ist sie wütend. Sie versteht nicht, wieso der untote Junge einfach daneben stand, als eine Waffe auf sie gerichtet wurde, während sich Adam vor sie warf und daraufhin erschossen wurde. Trotzdem hat sie immernoch Gefühle für ihn, genauso wie für Adam. Doch auch hier kann sie nicht recht unterscheiden, ob es wirklich Liebe ist oder Schuldbewusstsein. Adam ist währenddessen damit beschäftigt, wieder vollkommen zurückzukehren. Zu Beginn des Buches sind Abschnitte, die seine Sicht der Dinge beschreiben, sehr kurz, abgehackt und sprachlich simpel gehalten. Im Laufe der Geschichte und im Laufe seiner körperlichen Fortschritte kann er sich auch wieder besser ausdrücken. Pete währenddessen muss seine Sozialstunden inmitten der Zombies absitzen, die er so hasst.

Die Situation der Zombies wird in Kiss of Life nicht besser, im Gegenteil. Obwohl es anfangs so wirkt, als wäre ein normales Zusammenleben langsam möglich, wird doch deutlich, dass man sie nicht als „echte“ Menschen ansieht. Ein Beispiel dafür ist schon die Verhandlung über Adams Tod. Zum Einen findet sie zu einem Zeitpunkt statt, in dem Adam nicht in der Lage ist, zusammenhängende Sätze zu formulieren, und so ist es ihm auch nicht möglich, sich gegen die Fragen der Verteidigerin zu wehren. Zum Anderen wird sein Fall nicht als Mord behandelt, da er als Zombie zurückgekehrt ist. So kommt Pete mit einer lächerlichen Zahl Sozialstunden und einer Therapie davon. Auch Tommy kann auf seinem Blog kaum von positiven Begegnungen berichten, auch dann nicht, als er durch Amerika reist, um sein Anliegen auch Zombies außerhalb von Oakville näherzubringen. Auf die ungeklärte Lage reagieren die opponierenden Parteien unterschiedlich – die Zombies um Tak versuchen, durch mehr oder weniger künstlerische Aktionen deutlich zu machen, dass sie nicht mehr von der Bildfläche verschwinden werden; die Zombiegegner andererseits rotten sich heimlich zusammen und begehen Verbrechen, die sich auf Zombies schieben lassen.

„Kiss of Life“ enthält viele Wendungen, viele verschiedene Lebensgeschichten und mehrere, lose verbundene Handlungsstränge. Trotz allem wirkt es weder langatmig noch ziellos. Es gibt immer mehr Denkanstöße und man beginnt, sich über eine völlig irreale Situation Gedanken zu machen und sich auf eine Seite zu schlagen, die es im echten Leben gar nicht gibt. Die Geschichte um Generation Dead ist einfach so gut durchdacht und spricht so viele Faktoren an, die uns direkt betreffen – Politik, Menschenrechte, Fremdenhass – , so dass auch as Irreale noch etwas Reales an sich hat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s