|Rezension| Emily Whitman „Radiant Darkness“

Emily Whitman @ EmilyWhitman.com

Greenwillow Books (April 2009)

288 Seiten, 12,99 € HC

Klappentext

Persephone lives in the most gorgeous place in the world. But her mother’s a goddess, as overprotective as she is powerful. Paradise has become a trap. Just when Persephone feels there’s no chance of escaping the life that’s been planned for her, a mysterious stranger arrives. A stranger who promises something more—something dangerous and exciting—something that spurs Persephone to make a daring choice. A choice that could destroy all she’s come to love, even the earth itself.

In a land where a singing river can make you forget your very name, Persephone is forced to discover who—and what—she really is.

Meinung

Die Legende von Persephone hat mich schon seit frühester Kindheit fasziniert und ebenso alles, was auf ihr basierte – Filme, Bücher, Musik. Die Legende besagt, dass Persephone, Tochter von Demeter, eines Tages von Hades in die Unterwelt entführt wurde, nachdem sie eine Narzisse brach und der Erdboden sich unter ihr auftat. Ihre Mutter Demeter wandt sich daraufhin von Menschheit und Göttern gleichermaßen ab, Dürren brachen aus oder Überschwemmungen überzogen das Land, bis Zeus Hermes befahl, Persephone aus der Unterwelt zurückzuholen. Doch Persephone hatte in der Unterwelt von einem Granatapfel gegessen und war damit an sie gebunden. Man einigte sich darauf, dass sie die Hälfte des Jahres über der Erde bei ihrer Mutter verbringen durfte, die andere Hälfte des Jahres aber bei Hades bleiben musste.

Emily Whitman spielt mit dieser Legende und ändert die Umstände – in „Radiant Darkness“ entscheidet sich Persephone, freiwillig mit Hades in die Unterwelt zu gehen, um seine Königin zu sein. Persephone lebt in einem Garten fern von der Männerwelt und ihre Mutter ist besessen davon, sie als ihr kleines Mädchen zu behalten. Das weckt in der langsam älter werdenden Persephone aber Trotz und als sie auf Hades trifft, verheimlicht sie ihre Treffen sowohl vor Demeter als auch vor ihren Freundinnen, den Nymphen. Es mag an meinen Vorstellungen von Persephone und Hades liegen, aber beide Figuren und ihre Liebesgeschichte blieben die ganze Zeit schrecklich oberflächlich und flach. Zwar sehen sich Persephone und Hades mehrere Male, bis Persephone beschließt, ihn in die Unterwelt zu begleiten, doch außer dass Hades der einzige Mann weit und breit ist, sehe ich keinen Grund, wieso sie sich verlieben. Persephone ist kindisch, hat durch ihre Gefangenschaft kaum etwas zu berichten und weiß sowieso nicht, wie sie mit Hades umgehen soll, der umgekehrt nur über Pferde redet oder sie anstarrt. In der Unterwelt sehen die beiden sich beinahe nie und wenn, dann behandelt Hades sie weiterhin wie ein entmündigtes Kind. Anfangs benimmt sie sich auch noch so, ist tollpatschig und trotzig, doch mit der Zeit entwickelt sie sich doch noch zu einem selbstbewussten Charakter. Hades – in meiner Vorstellungen eigentlich ein sehr trauriger und einsamer Charakter – war hier nur großkotzig, großväterlich und egoistisch.

Die Beschreibung der Unterwelt, des Styx, von Charon und Cerberus fand ich wiederum sehr schön, weil sie sich von der altbekannten Legende doch etwas abhebt. Die Unterwelt ist hier ein sogar sehr lebendiger Ort mit gefährlichen Ecken und keine dunkle Hölle, wie man glauben mag. Auch, wie Persephone neuen Wind in die Unterwelt bringt, war sehr schön zu lesen. Ansonsten wird sich stark an die ursprüngliche Legende gehalten – Persephone findet Hades mit Hilfe des Duftes von Narzissen, sie isst tatsächlich von dem Granatapfel und sowohl Demeter als auch Zeus reagieren genauso wie von ihnen erwartet wird. Auch werden hier und da weitere Legenden eingeschoben, wie die von Zeus, der sich in einen Schwan verwandelt, oder die von der hochmütigen Arachne, die Athene ärgert.

Alles in allem hätte ich mir mehr erhofft und nur eine lahme Geschichte mit platten Charakteren bekommen. Sehr schade. Die Legende besitzt viel Potential, das andere Autoren viel besser ausgenutzt haben.

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