|Senf| Wie kritisch sollte man sein?

Würdet ihr einen Lebenspartner haben wollen, der euch auf Schritt und Tritt begleiten möchte und wenn er euch nicht kontrollieren kann, dann schickt er jemand anderen, der es tut? Möchtet ihr einen besten Freund, der mit Selbstmord droht, wenn ihr seine amourösen Gefühle nicht teilen wollt? Würdet ihr einen Freund haben wollen, für den Gewalt sogar gegen seine Familie täglich Brot ist und der jeden bedroht, der auch nur irgendeine Art von Interesse an euch zeigt? Würdet ihr nicht eine Freundin auf ihr Verhalten ansprechen, die mit jedem Mann herummacht, der nicht bei drei auf den Bäumen ist?

Wenn ihr jetzt ganz vehement mit dem Kopf schüttelt, dann werft einen Blick in eure Bücherregale. Da sitzen genau diese Charaktere und werden bewundert, angehimmelt und ihr Verhalten mit einem Handwinken abgetan. Junge Mädchen seufzen, dass sie so gerne auch so einen Gentleman hätte, so einen liebevollen besten Freund, so einen göttlichen Jungen, so eine beliebte Freundin. Woran liegt es, dass man so einfach über das Verhalten von fiktiven Figuren hinwegsieht, wenn man das selbe Verhalten in seinem wirklichen Leben nicht tolerieren würde? Wieso seufzen so viele junge Mädchen „Das will ich auch“, wenn sie gleichzeitig einer Freundin in einer realen Situation raten würden, die Beine in die Hand zu nehmen und zu rennen? Oder würden sie das überhaupt?

Natürlich sind diese Figuren nicht echt, sie sitzen in fiktiven Welten die manchmal herzlich wenig mit der unseren zu tun haben. Sie sind oft fern von real – Vampire, Hexen, Götter, nichts, das in unserem tatsächlichen Leben existiert. Sie tun keiner realen Person weh, sie interagieren nur mit erfundenen Personen. Ist das ein Grund, ihr Verhalten weniger kritisch zu sehen? Oder sollte man den Einfluss von Büchern einfach nicht so überschätzen?

Doch Bücher haben Einfluss, manche davon lösen einen unglaublichen Hype aus. Junge Mädchen und Jungen vergraben sich mit ihren Büchern, gründen Fandoms, lauern auf Kinofilme und sind hin und weg, wenn ihre fiktive Figur durch einen Star ein wenig fassbarer wird. Wäre es nicht spätestens dann an der Zeit, sein Kind einmal zur Seite zu ziehen und es zu fragen, wie es zu den Handlungen seiner Lieblingsfigur steht?

Oder ist es in diesem Fall einfach wie mit den Computerspielen – man sollte nicht grundsätzlich Panik schieben und mehr auf den Verstand seiner Kinder vertrauen, auf seine bisherige Erziehung? Immerhin wird ja auch nicht jeder Computernerd zum Massenmörder.

Was meint ihr?

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26 Gedanken zu “|Senf| Wie kritisch sollte man sein?

  1. Kari schreibt:

    Ich denke das darf man alles nicht so eng sehen. Schließlich sind Bücher nun mal Fiktion und jeder – auch Kinder – sollte den Unterschied zur Realität kennen. Bei Kindern mag das noch etwas verschwommener sein, aber die lernen das schließlich auch. Als Elternteil ist es wohl dennoch nicht verkehrt seine Kinder mit kritischen Fragen zum Nachdenken anzuregen. Sie vielleicht mal drauf zu stoßen, dass manche fiktive Situationen im realen Leben eher gruselig als wunderschön wären. Aber letztendlich ist die Buchwelt doch auch manchmal eine Art Flucht und die sieht nun mal anders aus als die Realität.
    Ausnahmen bestätigen natürlich – wie bei den Computerspielen – die Regel, aber dann müsste man ja eigentlich alles verbieten und das will wohl keiner. ;-)

    • umblaettern schreibt:

      Fiktion hin oder her, aber mich wundert es manchmal einfach, wie sowas hingenommen wird. Aktuelles Beispiel: Göttlich verdammt. Ich saß über dem Buch und habe mich ernsthaft gewundert, was für ein enormes Aggressionspotential in den Protagonisten steckt – nicht nur dieses „Das Schicksal macht uns wütend aufeinander“-aggressiv, sondern prinzipiell jedem gegenüber. Ich habe Reviews gelesen, die das Buch super fanden, und da wurde das nicht mal ansatzweise angesprochen. Da frag ich mich einfach: Fällt das einfach unter den Tisch, weil man en Rest so toll fand und dann erwähnt man es einfach nicht, owohl man es so empfunden hat (ging mir mit Twilight ja auch nicht anders, geb ich ja zu), oder fällt das wirklich nicht auf.

      • Kari schreibt:

        Da liegt wohl der Punkt, wie so etwas wahrgenommen wird. Situiert man ein solches Verhalten einfach in den Kontext des Buches und nimmt es so hin oder bemerkt man es gar nicht als fragwürdigen Charakterzug?
        Ich schätze, dass es teilweise gar nicht auffällt und die Frage ist dann, ob das schlimm ist oder nicht. Irgendwie neigen wir doch alle dazu Dinge hinzunehmen oder? Ein kritische Bewusstsein zu entwickeln ist da nicht einfach und da sollte man wohl schon bei Kindern anfangen. Denn wie ausgeprägt das ist, kommt wohl wirklich auf die Erziehung an.
        Aber ein kleiner Lichtblick ist doch, dass die Kinder/Jugendlichen solche Knackpunkte durchaus erkennen, auch wenn man sie erst mit der Nase draufstoßen muss oder?
        Und in Bezug auf „Göttlich Verdammt“und Rezis: Ich habe das Buch nicht gelesen, daher kann ich nicht wirklich mitreden, aber ich schätze hier überwiegt wohl wirklich die Begeisterung oder die Hinnahme für die konstruierte Welt mit allem was dazugehört.

  2. Steffie schreibt:

    Das ist wirklich eine schöne Frage (und ein fast noch schöneres Bild *lach*). Aber ich denke der Unterschied in Realität und Fiktion ist einfach der, dass man im Buch genau weiss, das derjenige der einen da nachts beim schlafen beobachtet einen gutgesinnter Kerl (ob nun Vampir, Gott, Ratte etc.) ist, der die Protagonistin über alles liebt. Der Leser wusste bereits, dass Edward gute Absichten hat und kann deshalb solche recht seltsamen Verhaltensweisen akzeptieren und in ein gutes Licht rücken. In der Realität dagegen hat man nicht den blassesten Schimmer, ob dieser Kerl nun ein Psychopath ist, oder nicht. Und in der Realität ist es nunmal eher so, dass Kerle, die nachts ins Haus einbrechen und einem beim Schlafen zusehen, meistens nicht mehr alle an der Waffel haben. ^^

    Ich könnte mir jetzt ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ein Hardcore-Twilight-Fan es romantisch finden würde, wenn da der neue aus der Schule plötzlich anfängt sich nachts an ihr Bett zu setzen. Im Buch ist das eben etwas anderes und ich denke auch, dass man das eigtl. nicht wirklich so streng im Zusammenhang sehen kann. Jugendliche, die sich durch solche Bücher dermassen den Realitätssinn verlieren würden, haben da m.E. noch ganz andere Probleme.

    • umblaettern schreibt:

      Das mit dem Blickwinkel finde ich ein interessantes Argument – dass man weiß, ob derjenige gute oder böse Absichten hat. (Und welche Bücher über liebeskranke Ratten hast du denn gelesen? :D)

    • Kari schreibt:

      Aber mal ganz ehrlich? Macht es das besser, wenn man weiß, dass der Kerl, der jede Nacht am eigenen Bett sitzt, es „gut mit einem meint“`?? (auch im Buch) Je länger ich über die Sache nachdenke, desto beängstigender finde ich sie, auch wenn ich in Team Edward bin. Das geht eigentlich doch zu weit und ich weiß, dass ich damals beim Lesen zwar die Stirn gerunzelt hab, aber – ja – eben darüber hinweggesehen habe.

      • umblaettern schreibt:

        Ja, aber genauso ging es mir auch… ich hab das zwar gelesen und dachte mir: Okay, das finde ich jetzt schon ein bisschen seltsam, aber eigentlich fand ich es erst dann so richtig beängstigend, je mehr kritische Diskussionen ich zu dem Thema gelesen habe. Ich sag ja, ich nehm mich da kein Stück aus. ^^

    • Bücherphilosophin schreibt:

      Mein Freund sieht mir auch ab und zu beim schlafen zu, aber gut das vielleicht ein anderer Kontext ;)

      Ich hab unten schon meinen Teil gesagt, daher hier nur kurz – In einer Welt in der Vampire und Werwölfe existieren, ist es eine gute Sache, wenn man jemanden hat, der sicher stellt, dass man nachts nicht gefressen wird.

  3. Dad von Ditte schreibt:

    Literatur, Filme und auch Computerspiele leben von der dramatischen Überzeichnung ihrer Charaktere. Von der Verdichtung, vom großen Gefühl. Klar, labile Konsumenten können nicht unterscheiden zwischen einer realen Handlungsempfehlung für ihr Leben und dem, was sie da im Medium konsumieren, und was eigentlich zum Nachdenken anregen oder auch ’nur‘ unterhalten sollte. Das gab es schon immer – exemplarisch seien hier die Leser der ‚Leiden des jungen W.‘ bemüht.
    Kunst muss frei sein, und den Umgang mit Kunst, den müssen junge Menschen im Laufe ihres Heranwachsens lernen.

    • umblaettern schreibt:

      Mit geht es ja gar nicht darum, irgendwas verbieten zu wollen oder zensieren, absolut nicht. Genausowenig nehme ich mich davon aus, auch anfällig dafür zu sein, manchen Figure Dinge zu verzeihen, die für mich in meinem Leben ein absolutes No-Go sind. Ich hätte nur gerne Meinungen dazu, vielleicht auch von Menschen, denen es ebenso geht. Ich wundere mich ja über mich selbst, dass ich solche Unterschiede mache.
      Es ist doch nur so: Man behauptet so gerne, dass Kinder dieses und jenes Tolles aus Büchern lernen können. Harry Potter zum Beispiel – dem wird gerne zugeschrieben, dass man davon lernt, was Freundschaft bedeutet, Mut, Ehrlichkeit, etc pp. Aber von den negativen Seiten wird gleichermaßen abgestritten, dass sie auch als Vorbild dienen können. Aber kann ich sagen: Positives nehmen Kinder/Jugendliche mit, aber das Negative nicht?
      Meines Wissen ist der Wertherselbstmordboom übrigens ein Mythos (;

  4. Bella schreibt:

    Hmm…das ist wohl ein zweischneidiges Schwert genau wie bei den Computerspielen. Ich für meinen Teil schließe mich Kari an, denn jeder Teenager und junge Erwachsene sollte heute doch Fiktion und Realität auseinanderhalten können. Vieles liegt in den Händen der Eltern und ich hoffe wirklich das sich alle Eltern genügend Zeit für ihre Kinder nehmen um sie auf Unterschiede zwischen Fiktion und Realität hinzuweisen.

    Ich würde das jetzt nicht zu eng sehen, sonst müssten sie ja einige Buchgenre verbieten – und das wäre wirklich ziemlich Schade.

    • umblaettern schreibt:

      Naja, aber ist das wirklich ein Genreproblem? Solche Fguren gibt es ja z.B. nicht in jedem Buch der Sparte YA, sondern querbeet.
      Ich frage mich eben nur manchmal, ob man immer davon ausgehen kann, dass Kinder den Unterschied zwischen Fiktion und Wirklichkeit verstehen, vor allem wenn es dann zu Büchern oder Bereichen kommt, die trotz allem nah an ihrer Lebenswelt liegen. Manche meiner Schüler nehmen Dinge oft einfach hin – lese ich, ist so, fertig. Dier merken erst, dass was nicht passt, wenn ich Andeutungen mache.

  5. Miss Bookiverse schreibt:

    Ich denke das ist ein bisschen wie mit Horrorfilmen. Die guckt man (oder manche ;) sich ja auch an, weil es Spaß macht sich zu gruseln, in Echt würde man so etwas nie erleben wollen. Es ist einfach der Reiz etwas erleben zu können (z.B. überspitze Romantik in Form von Stalkerei), was irgendwie gut/aufregend/schön/… klingt, im echten Leben aber gar nicht so toll wäre.
    Ich finde das schwer einzuschätzen, wie solche Charaktere sich auf junge Mädchen auswirken. Ich glaube, wenn sie sich einen Edward als Freund wünschen, wollen sie einfach jemanden, der sie über alles liebt und für den sie das Wichtigste auf der Welt sind. Das finden doch so gut wie alle Frauen toll und romantisch. Ich finde es aber schwer zu sagen, inwiefern junge Mädchen Fiktion und Realität da bewusst unterscheiden können/wollen. Aber die meisten werden hoffentlich so viel Verstand haben, dass sie Stopp sagen, wenn es zu stalkerisch oder gar gewalttätig wird.
    Wichtig finde ich außerdem die Mischung. Ich habe Twilight auch gern gelesen und fand Edwards und Bellas Beziehung romantisch, aber ich bin auch froh, wenn ich dazwischen mal etwas von einer Katniss oder Katsa lesen kann, die ihr Leben sehr gut allein in die Hand nehmen können.

    • Bücherphilosophin schreibt:

      Ist es nicht sogar Bella, die Edward stalkt – Stichwort: New Moon.
      Mir kam es beim Lesen so vor, als wäre sie süchtig nach ihm und er bleibt immer ganz Gentleman.
      Wenn mich was ärgerte, dann das Verhalten Bellas ;)

  6. stephie89 schreibt:

    Ich kann dazu nur sagen, dass ich zB Edwards Verhalten nicht so empfinde, wie du es beschreibst, nicht einmal annähernd. Man darf ja nicht außer Acht lassen, dass zB Twilight nicht in einer ’normalen‘ Welt spielt und das dort alles seine Beweggründe hat, die es in ‚unserer‘ Welt gar nicht erst gibt. Von daher macht das für mich schon einen großen Unterschied.

    • Miss Bookiverse schreibt:

      Ich denke Holly bezieht ihre Kritik auch eher darauf, wenn man Edwards Verhalten in unserer Welt übertragen würde.
      Ob man Edwards Verhalten jetzt als krankhaft oder nicht empfindet, ist natürlich subjektiv. Aber ich glaube auch dir würde es nicht gefallen, wenn dir dein Freund aus Eifersucht verbietet dich mit deinem besten Freund zu treffen. Dass man das im Buch selbst nicht so heftig auffasst, denke ich auch.

      • stephie89 schreibt:

        Und genau hier muss man ja differenzieren! Edward verbietet ihr nur Jacob zu treffen, weil er ein Werwolf ist und er darin eine Gefahr für Bella sieht. Er hätte ihr nie ‚verboten‘ sich mit Mike oder Eric oder sonst wem zu treffen, weil die keine Gefahr sind. Von daher kann man dieses Verhalten nicht einfach so zu uns überrtagen bzw. bei uns hätte er ihr nichts verbieten müssen, weil es bei uns keine Werwölfe gibt. Das meinte ich.

      • Bücherphilosophin schreibt:

        Ich beziehe das auf stephies Antwort: Wenn Twilight in der echten Welt spielen würde, dann wäre Jacob sicher Mitglied einer Gang oder so (anstatt eines Werwolf-Rudels), und dass Edward sie davor beschützen möchte ist sicher ganz nobel.

    • umblaettern schreibt:

      Ich will diese Diskussion gar nicht auf der Ebene führen: Aber Edwad/Jacob/Lukas/Hans Peter hat das nur gemacht, weil… Natürlich hat jeder Charakter Begründungen, die für ihn logisch sind. Aber solche Begründungen haben die Menschen auch, die im realen Leben so handeln. Ich hätte zB an Stelle von Bella auch nicht gesat: Ach, du hast ja recht und bist nur besorgt um mich, du bist toll. Ich hätte mich TIERISCH aufgeregt, weil ich eigenständig entscheiden kann, ob das für mich gefährlich ist und was ich tue und wenn das gefährlich wäre, kann man ja wenistens wie zwei gleichgestellte Personen darüber reden. Über den Kopf hinweg entscheiden ist Mist, egal, um was es geht – Werwölfe oder normale Jungs.
      Wie MissBookiverse schon sagte, übertragen auf das reale Leben finde ich das besorgniserregend und eine Handlung, der ich mich – würde mein Partner so handeln – entgegenstellen würde.

      • Bücherphilosophin schreibt:

        Das wir die Diskussion hier auf die Beweggründe lenken, zeigt doch ganz klar, dass es Lesern gelingt Romane als solche wahr zu nehmen und sich in der Welt dieser zu bewegen, ohne es auf die Realität beziehen zu müssen.

        Da hast Du doch die Antwort auf Deine Frage, können wir damit umgehen, ja das können wir.
        Ob es eine gute Entwicklung ist, bleibt jedem selbst überlassen, aber der Einfluss auf die Leser ist schließlich das entscheidende und der ist gleich null, sobald das Buch zugeklappt wird.

    • stephie89 schreibt:

      @ Umblättern: Also für mich spielen die Gründe schon eine Rolle und wenn sie ein solches Verhalten rechtfertigen, finde ich es okay. Mal abgsehen davon, dass Bella sich darüber ja auch aufgeregt hat.
      Wenn mein bester Freund ein ganz normaler Mann wäre, dürfte mein Freund mit nicht verbieten, mich mit ihm zu treffen. Wenn mein Mann ein verurteilter Vergwaltiger wäre, fände ich das Verhalten schon nachvollziehbar. Also kommt es für mich schon auf die Begründung an.

      @ Miss B: Ich finde gerade nicht, dass es eine Eifersucht ist, weil Edward ja mehrfach bewiesen hat, dass er jederzeit verschwinden und sich zurückziehen würde, wenn Bella sich gegen ihn entscheidet. Da finde ich Jakes Verhalten, der ja eher der aufdringliche Stalker ist, der einfach nicht aufgibt, schlimmer.

  7. Miss Bookiverse schreibt:

    @Stephie: Na ja, aber Edward überwacht Bella auch so ganz schön. Und außerdem weiß er von Jungs wie Mike und Eric, dass Bella nie Interesse an ihnen hätte. Bei Jacob muss er da schone her Angst haben. Ich denke, da spricht auch einiges an Eifersucht aus ihm. Wenn man es realistisch betrachtet.

  8. Bücherphilosophin schreibt:

    Genau dieses Thema habe ich vor ein paar Monaten auch auf meinem Blog angesprochen.
    Meine Haltung ist also ähnlich kritisch. Als Rückmeldung kriegte ich allerdings größten Teils Entwarnungen. Leser können zwischen Welt A und Welt B klar und zweifelsfrei unterscheiden und trennen.

    Ich denke, es kann mal ganz befreiend und schön sein Dinge und Bedürfnisse in Büchern stellvertretend auszuleben. Die meisten modernen Frauen haben nichts dafür übrig vom Partner herum kommandiert zu werden. In Büchern kann das aber ganz sexy sein, wenn man mit starken männlichen Figuren konfrontiert wird und zusammen mit der weiblichen Hauptfigur mal schwach sein darf, mal schwärmen kann (nach der literarischen Affäre mit dem Bad Boy kuschelt man sich dann wieder beim treuen Lebensgefährten ein.)

    Ich erlebe dieses Phänomen in Literatur nie, aber bei Filmen geht es mir schon so – nur weil ich „Team Eric“ bin, heißt das nicht, dass ich von meinem real-life Freund wie Besitz behandelt werden will, auf der Mattscheibe macht es aber Spaß den Flirtattacken auf Sookie zuzuschauen.

    Kurz gesagt, die Faszination für die Submission ist in Frauen, auch heutigen, durch Jahrhunderte lange Unterdrückung und Indoktrination tief verwurzelt, so lange sie aber lediglich in Büchern, an Stelle von Bella, Sookie oder wem auch immer, ausgelebt wird und niemand zu vergangenen Verhältnissen zurück strebt, denke ich, ist sie vollkommen unbedenklich ;)

    • umblaettern schreibt:

      Schade, dass ich die DIskussion damals verpasst habe, ich werd das morgen mal nachlesen (wenn ich endlich anständiges Internet habe -.-). (:
      Aber ist es nicht so, dass wir jetzt als erwachsene Menschen darüber diskutieren? Als gefestigte Personen, die zumindst eine Grundvorstellung davon haben, was wir und was wir nicht in einer Beziehung wollen (in jeder Art von zwischenmenschlichen Beziehung – Liebe, Freundschaft, Familie….)? Ich traue jedem hier völlig zu, dass er da einen Unterschied machen kann. Aber wie sieht das denn mit der jüngeren Generation aus? V.a. bei den ganz Jungen? Dass Bücher hier gar keinen Einfluss haben, glaube ich nämlich nicht.

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