|Rezension| Meg Cabot „Abandon“

Abandon #1

Meg Cabot @ MegCabot.com

Scholastic (26. April 2011)

320 Seiten, 12,50 € HC

0545284104

Story

Pierce war über eine Stunde tot, bis sie die Sanitäter wiederbeleben konnten. In dieser einen Stunde traf sie John Hayden, der sie bat, für immer bei ihm in der Unterwelt zu bleiben. Doch Pierce konnte flüchten. Seit diesem Tag sind eineinhalb Jahre vergangen und nach einem Vorfall an ihrer Schule zieht sie mit ihrer Mutter in deren alte Heimatstadt. Doch John wurde Pierce nie wieder los und er kam ihr immer zu Hilfe, wenn sie in Schwierigkeiten war. Jetzt befindet sie sich auf seiner Insel – und in größere Gefahr denn je.

Meinung

In „Abandon“ wird man als Leser regelrecht hineingeworfen und ich habe mich auf den ersten Seiten gefragt, ob ich nicht den zweiten Teil in einer Reihe erwischt habe, da Pierce so selbstverständlich über ihre Vergangenheit und John Hayden spricht. Aber erst im Laufe des Buches erfährt man, wie Pierce John traf und welche Geschichte die beiden nach ihrer Begegnung in der Unterwelt noch verbindet. Außerdem wird ein großes Geheimnis um den Vorfall in ihrer alten Schule gemacht, wegen dem sie nun in einem Programm für schwierige Schüler gelandet ist.

„Abandon“ nimmt sich ein Beispiel an dem Mythos der Entführung der Persephone. Dabei hält sich die Autorin aber nicht so eng an den Mythos wie zum Beispiel Emily Whitman mit „Radiant Darkness“. Pierce ist zum einen kein hilfloses Mädchen, das sich mit seinem Schicksal abfindet. Mit 15 stürzt das junge Mädchen in ihren Swimmingpool bei dem Versuch, einen verletzten Vogel zu retten, und ertrinkt. Sie findet sich in der Unterwelt wieder, wo sie John Hayden wiedersieht, den sie schon als Kind auf einem Friedhof getroffen hat. Doch als dieser, fasziniert von ihrer Besorgnis um alle anderen Toten, sie mit in seinen Palast nimmt, gelingt es Pierce, zu fliehen. Auch John ist natürlich nicht DER Hades, der Pierce grundsätzlich gegen ihren Willen bei sich behalten möchte – aber ein Auge hat er trotzdem auf sie. Schade fand ich, dass man von John nicht besonders viel mitbekommt. Für mich war Hades im Mythos immer die interessantere Figur – seine Beweggründe, seine Persönlichkeit… John taucht nur hie und da mal auf, beschützt Pierce oder streitet mit ihr und verschwindet dann erneut spurlos. So fiel es mir schwer, eine Verbindung zu ihm als Charakter aufzubauen. Ähnlich ging es mit mit Pierce Freunden – sowohl ihr Cousin Alex als auch ihre neue Freundin Kayla gingen mir mehr auf die Nerven als dass ich sie mochte. Beide reden eigentlich nur über ihren Kopf hinweg und halten es nicht für nötig, mit ihr Klartext zu reden.

Was die Autorin aus dem Mythos gemacht hat, fand ich aber persönlich sehr toll. Auf der einen Seite gibt es Details, die der Originalgeschichte entsprechen, z.B. Hades Pferd Alastor oder dass John Pierce in der Unterwelt ständig dazu bringen will, etwas zu essen oder zu trinken (was sie an die Unterwelt binden würde), andererseits weicht die Geschichte dahingehend ab, dass Johns Unterwelt nicht die einzige Unterwelt ist, sondern nur eine von vielen und dass John selbst einmal lebendig war.

„Abandon“ endet mit einem echt fiesen Cliffhanger und lässt auch noch eine ganze Menge Fragen offen, verspricht aber eine interessante Fortsetzung mit hoffentlich mehr John Hayden als in Band 1.

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2 Gedanken zu “|Rezension| Meg Cabot „Abandon“

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