|Rezension| Christine Seifert „The Predicteds“

Christine Seifert @ ChristineSeifert.com

Sourcebooks (September 2011)

352 Seiten, 6,99 € TB

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Die Geschichte

Daphne ist noch nicht lange auf der Quiet High, als sie miterleben muss, wie ein Mitschüler ihr Klassenzimmer mit einer Waffe stürmt und sie sich in einem Schrank verstecken muss, während sich ihr Mitschüler Jesse vor sie stellt. Und während sie versucht, mit ihrem Erlebnis klarzukommen und sich eine Beziehung mit ihrem Lebensretter anbahnt, reden ihre Mitschüler nur von einer Sache – dass man doch hätte wissen müssen, was passiert. Als Daphne dahinterkommt, dass Quiet High eine Testschule für ein Programm ist, das vorhersagen soll, wie möglich es ist, dass jemand zukünftig kriminell oder anderweitig sozial auffällig wird, weiß sie nicht, was sie davon halten soll. Vor allem, da Jesse immer wieder versucht, ihr etwas Wichtiges zu sagen.

Meinung

Die Idee, auf der The Predicteds aufbaut, ist eine sehr interessante – kann man durch wissenschaftliche Untersuchungen feststellen, ob jemand durch Genetik dafür bestimmt ist, in seinem späteren Leben zu denjenigen zu gehören, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen – die Rauschmittelabhängigen, die Teenagermütter, die Verbrecher der Zukunft sozusagen. Daphnes Mutter Melissa hat das Programm mitentwickelt, das genau das voraussehen soll. Doch selbst die Entwicklerin selbst bekommt Zweifel, ob das, was sie tun, moralisch einwandfrei ist, als ihre Kollegen beschließen, die Ergebnisse öffentlich zugänglich zu machen. Als Daphne an die Quiet High kommt, haben alle Schüler schon ihre eigenen Ergebnisse bekommen und spekulieren wild, wer von ihnen welches Ergebnis bekommen hat und was man mit denjenigen tun sollte.

Es wäre so einfach gewesen, Daphne einen festen, moralisch einwandfreien Posten zu verpassen – das einzige Mädchen mit Durchblick, das sich von den oberflächlichen Mädchen fernhält und sich mit den Außenseitern verbrüdert, völlig unbeeindruckt von ihrem sozialen Status. Stattdessen freundet sich Daphne zumindest mit einem der Mädchen an, die irgendwie tonangebend an der Schule sind, obwohl es hier nicht die In-Clique schlechthin gibt. Das bringt ihr innerhalb der Gruppe sowohl weitere Freunde als auch Feinde ein. Dizzy ist oberflächlich und lebt für Tratsch, ist aber auf den zweiten Blick eine gute Freundin in eben ihren eigenen Möglichkeiten.

Die Geschichte an sich entwickelt sich langsam – für meinen Geschmack ein bisschen zu langsam. Erst bei der Hälfte des Buches erfahren die Schüler offiziell, wer nun schlechte und wer gute Vorhersagen bekommen hat. Mich hätte ja mehr interessiert, wie sich die ganze Geschichte entwickelt – die Ausgrenzung, die neuen Regeln, etc. Hier hätte man viel mehr Potential ausschöpfen können als getan wurde. Dabei weiß man schon von Anfang an, wer jetzt der wahre Böse ist, man weiß nur nicht genau, wie das alles möglich ist.

Daphne als Protagonistin ist sehr glaubhaft, weil sie eben nicht so überperfekt ist. Sie lässt sich leicht verunsichern, was die Personen angeht, denen eine negative Zukunft vorausgesagt wurde – soll sie nun Angst haben, soll sie glauben, dass alles so kommen wird, wie die Wissenschaft sagt, oder findet sie das alles totalen Schwachsinn? Ihr geht es wie jedem normalen Teenager auch, der in einer solchen Situation wäre.

The Predicteds liefert einem Stoff zum Nachdenken darüber, wie viel Einfluss unsere Gene wirklich auf unsere Entwicklung haben, wie man selbst handeln würde, wenn man die Zukunft von jedem kennen würde (auch deren Zukunft, die gewalttätig werden. Was würde man zum Beispiel mit jemandem machen, dem eine Zukunft als Mörder vorausgesagt wurde?) und ob das vermeintliche Wissen über seine Zukunft einen dazu bringt, sich dagegen zu wehren oder zu resignieren und es einfach auf sich zukommen zu lassen.

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5 Gedanken zu “|Rezension| Christine Seifert „The Predicteds“

  1. Miss Bookiverse schreibt:

    Das Thema klingt ja wirklich interessant, aber so richtig Lust hab ich auf das Buch noch nicht… scheint doch eher eine unspektakuläre Umsetzung zu sein oder?
    Dein Klebestreifen Bild find ich übrigens super :)

    • umblaettern schreibt:

      Jaaa, ich liebe meinen neuen Laptop, mit dem endlich alle Programme richtig funktionieren <3 Jetzt kann ich Bilder anständig bearbeiten.

      Das Buch war ganz nett zu lesen, aber ich hätte mir den Fokus noch mehr auf den Problemen gewünscht, die aus diesen Voraussagungen entstehen, da hat einfach ne Menge gefehlt, die ich eigentlich erwartet hätte, weil es so offensichtlich ist. Aber das wird letztendlich irgendwie einfach hingenommen, dass die getrennt werden, und gut ist es…

  2. Lisa schreibt:

    Ich bin grad richtig fasziniert von dem Cover. Gefällt mir sehr gut. Die Story klingt auch ganz in Ordnung, aber so richtig gut scheint das Buch wohl nicht zu sein. Hm, schade.

    • umblaettern schreibt:

      Das Cover ist wunderschön, in Echt noch besser. (:

      Schlecht ist es wirklich nicht, ich bin einfach mit anderen Erwartungen an das Buch gegangen. Ich dachte, der Fokus läge mehr auf dem Grundproblem und nicht so speziell auf der Geschichte von Daphne und Jesse. Wenn dich deren Geschichte mehr interessiert, ist es auch wirklich gut.

    • Lisa schreibt:

      Ich kann meiner Namensvetterin nur zustimmen :) Das Cover sieht genial aus, ich weiß nur nicht wie ich die Geschichte finden soll… klingt mittelmäßig. Wobei ich mich schon für Daphne und Jesse interesiere weshalb ich es vielleicht doch lese… mal sehen…

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