|Rezension| Gabrielle Zevin „All these things I’ve done“

Birthright #1

Gabrielle Zevin @ Memoirsofa.com

Farrar Straus & Groux (September 2011)

368 Seiten, 12,99 € HC

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Die Geschichte

Anya Balanchine ist die Tochter des berühmten ermordeten Schokoladenmafiabosses. Obwohl sie nichts mit den Machenschaften ihrer Familie zu tun haben möchte, holt sie ihr familiärer Hintergrund immer wieder ein und erschwert ihr ihr Leben unnötig. Das Einzige, was Anya wirklich möchte, ist ihre Familie unter dem Radar halten, bis sie volljährig ist und sich keine Sorgen mehr um das Jugendamt machen muss. Doch dann gerät sie doch in den Fokus der Polizei, als ihr Exfreund mit Schokolade vergiftet wird.

Meinung

An All these things I’ve done bin ich mit keinen besonders großen Erwartungen herangegangen aufgrund meiner eher nicht so positiven Erfahrungen mit Elsewhere. All these things I’ve done ist auch kein Reißer, muss ich gleich mal sagen, aber doch schon ein Schritt in die richtige Richtung.

Anya ist eine Protagonistin, die es dem Leser leicht macht, sie zu mögen – sie kümmert sich aufopferungsvoll um ihre kleine Schwester, ihren durch einen Unfall geistig etwas zurückgebliebenen Bruder und ihre totkranke Großmutter. Mit aller Macht versucht die Sechszehnjährige, ihre Familie aus jeder Art von Öffentlichkeit herauszuhalten. Das ist gar nicht so einfach, wenn man Teil der Schokoladenmafia ist und der eigene Bruder eigentlich der rechtmäßige Erbe. Und noch schwerer macht es einem die impulsive Ader, die Anya zu eigen ist. Nichtsdestotrotz schafft sie es wunderbar, mit den Ängsten ihrer Schwester und dem ungebrochenen Stolz ihres Bruders richtig umzugehen.

Die Liebesgeschichte zwischen Win und Anya hat den kleinen verbotenen Touch, der solche Beziehungen manchmal erst reizvoll machen – Anya, die Tochter eines berühmtberüchtigten Verbrechers, verliebt sich in den Sohn des ambitionierten neuen Vizepolizeichefs. Dabei wiederholt sich auch die Geschichte ihrer Eltern, denn Anyas Mutter war ebenfalls bei der Polizei tätig und hat so erst Anyas Vater kennengelernt. Das schreit doch schon nach Wiederholung dieser tragisch endenden Beziehung.

Im Laufe des Buches passiert viel und doch wieder nicht. Irgendwie hatte ich oft das Gefühl, dass der rote Faden der Geschichte mittendrin gerissen war und erst nach ewigem (symbolisch gesprochenen) Gefummel wieder aufgenommen werden konnte. Ich kann nicht behaupten, dass ich All these things I’ve done besonders spannend fand. Weiterhin habe ich nie ganz verstanden, wieso denn jetzt Schokolade (und Koffein) in Amerika verboten sind. Die Autorin erklärt es, indem sie Anyas Vater einfach lapidar erklären lässt, dass „es ja irgendetwas hätte sein müssen wie damals bei der Prohibition“.  Oooookay. Er hätte auch einfach sagen können: Nimm es hin, Kind (und du auch, Leser!), denn ich habe keine logische Erklärung!

Sehr schön fand ich – und das muss man auch erwähnt haben – wie das Buch unter dem Schutzumschlag aussieht. Nämlich exakt wie eine Tafel Balanchine Schokolade. Sehr hübsch.

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