|Rezension| Walter Moers „Das Labyrinth der träumenden Bücher“

Die Stadt der träumenden Bücher #2

Walter Moers @ Zamonien.de

Knaus (Oktober 2011)

432 Seiten, 24,99 € HC

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Die Geschichte

Über zweihundert Jahre ist es her, seit Buchhaim, die Stadt der Träumenden Bücher, von einem verheerenden Feuersturm zerstört worden ist. Der Augenzeuge dieser Katastrophe, Hildegunst von Mythenmetz, ist inzwischen zum größten Schriftsteller Zamoniens avanciert und erholt sich auf der Lindwurmfeste von seinem monumentalen Erfolg. Er gefällt sich im täglichen Belobhudeltwerden, als ihn eine verstörende Botschaft erreicht, die seinem Dasein endlich wieder einen Sinn gibt.

Meinung

Liebes Labyrinth der träumenden Bücher,

als ich gehört habe, dass du erscheinst, konnte ich es kaum erwarten und habe dich sofort vorbestellt. Da hatten dich manche Anbieter noch gar nicht im Programm. Als du ankamst, habe ich dich sofort aufgeschlagen und deinen Duft eingesogen. Ich konnte es gar nicht abwarten, dich zu lesen. Ich wusste ja nicht, was auf mich zukommt….

Buchhaim ist zweifellos eine schöne Stadt. Sonst wäre ich nicht dorthin zurückgekehrt. Aber um ehrlich zu sein wollte ich mir nicht unbedingt jeden Laden in Buchhaim einzeln ansehen und mich mit jedem Bewohner unterhalten, der dort kreucht und fleucht. Ich wollte ein wenig durch dich schlendern, ein bisschen die Atmosphäre genießen und dann in eine missliche Lage geraten. Aus misslichen Lagen entstehen die besten Bücher. Doch weit und breit – nichts als Ödnis, Essen und Ausschweifungen. Und ein ellenlanges Theaterstück. Nichts mit misslichen Lagen, Gefahr und Verzweiflung. Langsam lag mir das viele Essen und die Gemütlichkeit schwer im Magen.

Und dann begannst du vom Puppetismus zu erzählen. Und zu erzählen. Du fandst gar kein Ende mehr! Ich muss zugeben, hin und wieder bin ich gedanklich ein wenig abgeschweift, aber das machte nichts. Denn wenn ich wieder zu dir zurückgefunden hatte, war sowieso nicht viel passiert und ich konnte den Faden einfach wieder aufnehmen. Immerhin habe ich mir gerne die hübschen Bildchen angesehen. Als du dann sagtest: Ab hier beginnt die Geschichte, habe ich mich dann aber schon gefragt: Wieso habe ich dann hierfür so viel Geld ausgegeben, wenn die Action erst später anfängt?

Dir fehlt das Orm, seien wir doch ehrlich. Du solltest dringend in die Buchhaimer Unterwelt zurückkehren, um es zu finden.

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8 Gedanken zu “|Rezension| Walter Moers „Das Labyrinth der träumenden Bücher“

  1. animasoul schreibt:

    Das erinnert mich daran, dass „Die Stadt der träumenden Bücher“ immer noch seelenruhig auf meinem SuB schlummert und langsam gelesen werden sollte.

    Übrigens eine sehr interessante Rezi-Varinate, die du hier gewählt hast und die mir wirklich gut gefällt, besonders da du deine Meinung trotzdem deutlich auf den Punkt bringst. ;)

    • umblaettern schreibt:

      Die Stadt der träumenden Bücher war mein erster Moers und ich habe es wirklich geliebt. Umso enttäuschter war ich jetzt von der Fortsetzung, leider ): Ich würde es aber trotzdem nicht so lange ruhen lassen und ob du dann weiterliest, kannst du dir ja überlegen (;

  2. Jo schreibt:

    Hm, die zweite Rezi zu Moers, die so gar nicht gut ausfällt.

    Ich habe letztes Jahr Schrecksenmeister gelesen und mir jetzt Die Stadt der Träumenden Bücher geholt. Ich glaube dabei bleibt es dann auch. Zum Glück gibt es noch Ensel und Krete.

    Jepp, die Rezi ist wirklich sehr schön geschrieben.

    VG
    Jo

    • umblaettern schreibt:

      Ich mochte jeden Moers bisher und bin immernoch ein bisschen … wie soll ich sagen… fassungslos, dass das Labyrinth der träumenden Bücher so eine derbe Enttäuschung war.

    • umblaettern schreibt:

      Vielleicht wird das ab und zu noch auftauchen, vor allem bei Büchern oder Autoren, die bei mir in der Regel starke positive Gefühle erwecken (oder auch mal, wenn ich echt angenervt bin *g*). So eine typische Rezension hätte sich hier irgendwie nicht richtig angefühlt, weil ich ja weiß, dass Herr Moers das besser kann… da wollte ich das wirklich nur auf dieses Buch beziehen, um nicht komplett abzuschrecken (;

  3. Kari schreibt:

    Oh Gott, deine Rezi hat mir jetzt echt den Rest gegeben. Ich werde mit dem Buch noch lange lange warten, da sich das Geld für die HC-Version wohl offensichtlich absolut nicht lohnt. Da warte ich dann doch lieber mal auf’s Taschenbuch… Schon sehr traurig, wo doch „Die Stadt der träumenden Bücher“ so grandios ist und ich es an jeden Menschen in meinem Umfeld verschenkt habe.

  4. wopa schreibt:

    Erstaunlich wie vorsichtig hier mit diesem Buch umgegangen wird – viel Papier, man kann lesen oder weiter blättern, das Ergebnis bleibt das Gleiche. Und dann der Schluss (nach dem man sich durch die 400 Seiten gequält hat):
    …. hier fängt die Geschichte an.
    Das ist schon ein genialer Werbetrick für den nächsten Band, falls man soo masochistisch ist und sich den auch noch kauft.

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