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|Rezension| Daniel Handler „Why we broke up“

Daniel Handler @ LemonySnicket.com

Little Brown Books for Young Readers (Dezember 2011)

354 Seiten, 9,99 € TB

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Die Geschichte

Min und Ed haben sich getrennt. Und weil im Moment der Trennung keine Zeit mehr dazu war, beschließt Min, Ed seinen ganzen Kram zurückzugeben und ihm dabei alles an den Kopf zu werfen, was ihr in den Kopf schießt. Mins Rückblick auf ihre erste große Beziehung verwandelt sich von einem Akt des Wutablassens nach und nach zu einem Prozess der Selbsterkenntnis.

Meine Meinung

Why we broke up ist diese Art Buch, die an sich eigentlich nicht überragend gut sind, die aber dieses Bedürfnis nach Voyeurismus erfüllt, das man nur dank Büchern mit gutem Gewissen ausleben kann. Min und Ed sind, wie man so schön in England sagt, an accident about to happen, und da man das Ergebnis sowieso schon kennt, möchte man einfach sehen, ob die eigenen Theorien zutreffen. Das Klatschweib in mir jubelte.

Eigentlich ist das Buch ein Abschiedsbrief von Min an Ed. Min packt alle Dinge, die sie an Ed erinnern, in einen Karton und geht dabei den Verlauf ihrer Beziehung noch einmal durch – wie sie sich kennenlernten, wie sie ihre Zeit zusammen verbrachten und wie sie sich trennten. Immer wieder muss sie das Fazit ziehen, dass alles von Beginn an darauf hingewiesen hat, dass diese Beziehung nicht funktionieren konnte, und dass „Gegensätze ziehen sich an“ zwar stimmen mag, aber nicht zu einer erfolgreichen Beziehung führen muss, in der man sich gegenseitig ergänzt.

Min und Ed sind wie Feuer und Wasser und damit das auch wirklich deutlich wird, sind die beiden wandelnde Klischees. Min ist der typische Nerd mit einer Leidenschaft für uralte Filme und dem pausenlosen Versuch, ihr Leben in genauso einen Film zu verwandeln. Jede Szene muss perfekt, jede Begegnung schicksalhaft, jede Kleinigkeit von Bedeutung sein. Diese Vorstellungen projiziert sie auch auf ihre Beziehung zu Ed und bläst damit eine lahme Affäre zur ersten großen Liebe auf. Und Ed – Ed ist so hohl. Da ändert auch der kleine Versuch nichts, ihm Tiefe zu verleihen, indem seine Familie ins Spiel gebracht wird. Ed – ist – hohl! Sein Horizont reicht so weit wie er einen Football werfen kann und außer sich selbst hat er sonst nicht viel im Kopf.

Die Geschichte hangelt sich an den Bildern der Gegenstände entlang – und genauso wurde sie auch geschrieben. Daniel Handler (vielen eher bekannt als Lemony Snicket) bat die Künstlerin Maira Kalman, Bilder von Gegenständen zu zeichnen, und schrieb nachträglich das Buch dazu. Daraus wurde keine großartige Geschichte, aber ein wunderschönes Werk, das man gerne wieder durchblättert – und sei es nur, weil die Bilder so hübsch sind.

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3 Kommentare zu „|Rezension| Daniel Handler „Why we broke up“

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