|Rezension| Rachel Cohn & David Levithan „Dash & Lily’s Book of Dares“

Deutscher Titel: Dash & Lily’s Winterwunder

Ember (11. Okt 2011) – 272 Seiten – 7 € – Taschenbuch

Die Geschichte:

Dash hat seine geschiedenen Eltern geschickt gegeneinander ausgespielt und darf sein verhasstes Weihnachten nun alleine verbringen. Lily sitzt dagegen unfreiwillig mit ihrem frisch verliebten Bruder zu Hause, der sich lieber mit seinem neuen Freund beschäftigt als mit ihr. Dash und Lily kennen sich nicht – bis Lilys Bruder ein rotes Moleskin mit einer Botschaft in einem Bücherladen versteckt, um Lily eine Beschäftigung zu geben, und Dash sich auf die Aufgaben einlässt. Und plötzlich sind zwei Menschen miteinander verbunden, die sich sonst im großen New York wohl nie getroffen hätten.

Meine Meinung:

I wish I could remember the moment when I was a kid and I discovered that the letters linked into words, and that the words linked to real things. What a revelation that must have been. We don’t have the words for it, since we hadn’t yet learned the words. It must have been astonishing, to be given the key to the kingdom and see it turn in our hands so easily.

Dash & Lily’s Book of Dares war für mich eines dieser absolut perfekten Weihnachtsbücher. Ein klein wenig Kitsch vermischt mit liebenswert-schrulligen Protagonisten und einer Prise Liebesgeschichte. Dabei ging mir Dash zu Beginn gewaltig auf die Nerven. Ich, mitten in meiner Weihnachtsglückseligkeit, fand Dashs Grinchstimmung stimmungsvermiesend. Aber als ich zurückdachte, wie ich in dem Alter war, musste ich leider feststellen, dass ich selbst Dash gewesen sein könnte. Versöhnt hat mich auch Lilys Art, sich über Dash Stimmung lustig zu machen und ihn mit beinahe genüsslichem Sadismus in Situationen zu bringen, die er unheimlich schrecklich fand, weil sie so weihnachtlich waren. Auch in Lily habe ich mich ein wenig wiedergefunden. Vielleicht ist das ja auch ein Geheimnis der Zusammenarbeit von Rachel Cohn und David Levithan – Figuren zu schaffen, mit denen man sich schnell anfreundet. Auch wenn man weiß, wie es am Ende ausgehen wird zwischen Dash und Lily, fand ich es von den Autoren gut gelöst, dass der Weg dorthin nicht glatt ist – beide machen Fehler, kommen vom Weg ab und zweifeln und vor allem müssen sie feststellen, dass die Person auf Papier vielleicht nicht die ist, die einem dann gegenübersteht.

Die Idee mit dem Moleskin, das Dash zwischen den anderen Büchern in The Strand gefunden hatte, und das dann durch viele Hände wandert, fand ich wahnsinnig schön und ich dachte mir: Sowas will ich unbedingt auch! Die Aufgaben, die sich Lily und Dash geben, haben beide aus der Reserve gelockt und auf manche Aktion war ich schrecklich neidisch. Ich hätte auch gerne jemanden, der extra für mich eine Puppenwerkstatt eröffnet, damit ich mir meine eigene Puppe gestalten kann. Dash & Lily’s Book of Dares hat an so vielen Stellen mein Herz zum Schmelzen gebracht – die Dinge, die sich die beiden füreinander ausdenken, die Art, wie Lily mit ihrer Familie umgeht und umgekehrt, wie Dash trotz allem doch im Herzen noch ein kleiner Junge ist und seine Freundschaft zu seinem besten Freund. Wenn man nun noch dazurechnet, dass die Autoren es schaffen, dass man das winterliche New York mit all den Weihnachtslichtern und letztendlich sogar Schnee direkt vor Augen hat, und das nur durch ihre beiläufige Beschreibung der Umgebung, dann macht das Dash & Lily’s Book of Dares zu einem Wohlfühlbuch, das man zum Schluss nur mit einem Lächeln zuklappen kann.

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4 Gedanken zu “|Rezension| Rachel Cohn & David Levithan „Dash & Lily’s Book of Dares“

  1. Helen schreibt:

    Hi,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Ich stimme dir zu, was die Arbeitszeiten angeht. Ich habe absoluten Respekt (vielleicht sogar mehr Angst) vor dem Ref. Man hört ja doch so einiges… :-( Vorstellen, was auf mich zukommt, kann ich mir allerdings noch immer nicht so ganz, daher versuche ich momentan auch so positiv wie möglich zu denken.
    Bald bin ich schlauer. Mein Kommentar zu den Arbeitszeiten war eingentlich aber auch mehr auf die Lehrer bezogen, die bereits lange im Arbeitsalltag sind und eine gewisse Routine aufgebaut haben.
    Im Ref ist ja irgendwie alles noch neu und ungewohnt. Da werde ich wohl auch ganz schön ins Routieren kommen ;-) Vielleicht sollte ich den Beitrag in einem Jahr noch einmal schreiben ;-)

    Bereust du es denn mittlerweile schon, oder bist du noch gerne Lehrerin?

    lg

    • umblaettern schreibt:

      Eigentlich bereue ich es nicht. Ich muss mir aber auch immer wieder sagen, dass das Referendariat nichts mit dem zu tun hat, wie das Lehrersein danach wäre. Da die Arbeitslage aber momentan sowieso so schlecht ist (woran wir auch gerne immer wieder erinnert werden), ist letztendlich nicht sicher, ob ich überhaupt eine Stelle bekomme. Beim Staat so gut wie unwahrscheinlich. Dann habe ich schon Tage, da würde ich gerne alles hinschmeißen, weil alles schiefgeht, was schiefgehen konnte, weil ich mir denke, ich mach das sowieso völlig umsonst. Vor allem vor Weihnachten war das kein Spaß. So richtig als Lehrerin fühle ich mich noch gar nicht, weil man dauernd dieses Gefühl hat, kontrolliert und bewertet zu werden, zu Beginn sitzt fast immer die Seminarlehrerin mit im Unterricht und bespricht das hinterher mit dir – da fühlt man sich irgendwo zwischen Lehrer und Schüler. Auch das wird nach der ersten Lehrprobe sicher besser.
      Aber ich kann nicht behaupten, dass ich das alles nicht gewusst hätte, als ich ins Referendariat gegangen bin. Ich hab mich vorher schon informiert, was auf mich zukommt. Das hat mir schon geholfen. Aber dann mittendrin zu stecken ist nochmal etwas ganz anderes, denn jede Schule ist anders. Ich habs mit meiner noch wirklich gut erwischt, Dorfschule eben (; An einer größeren Schule würde ich es sicher nochmal ganz anders empfinden.

  2. Helen schreibt:

    Hi,
    ich habe noch eine Frage ;-) Habe gerade deine Tauschecke gesehen und wollte fragen, ob du die „House of Night Reihe“ gelesen hast.
    Kann man das lesen oder sind die Bücher nicht so gut?

    lg
    Helen

    • umblaettern schreibt:

      Anfangs fand ich sie noch ganz lustig. Es gab Punkte, die mich damals schon gestört haben (zum Beispiel der Überfluss an Jugendsprache, die wirkt zum Teil viel zu aufgesetzt) oder das Verhalten der Protagonistin Männern gegenüber (die Frau treibt das Wort Polygamie auf die Spitze), aber mit jedem Buch wurde es schlimmer und schlimmer und irgendwann habe ich aufgegeben. (; Ich hab mich beim Lesen eigentlich fast nur noch aufgeregt.

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