Rezensionen

|Rezension| Barry Hutchison „Caddies Spiel“

Reihe: Invisible Fiends Band: 2

Beltz (20. Sep 2010) – 192 Seiten – 7,95 € – Taschenbuch

Die Geschichte:

Kaum hat Kyle Mr Mumbles besiegt, steht ihm ein neues grauenvolles Ereignis bevor: Die Schule geht wieder los. Dort freut sich der Brutalo Billy schon auf die nächste Schlägerei. Doch auch Billy hatte eine Fantasiefreundin: Caddie, das kleine Mädchen mit der Puppe! Caddie ist zurückgekommen. Für Kyle und Billy veranstaltet sie ein blutiges Spiel und verwandelt die Schule in einen Horrorparcours. Erst viel zu spät merkt Kyle, dass dies nur ein Ablenkungsmanöver ist. Das wahre Ziel der unsichtbaren Feinde liegt bei ihm zuhause: Dort ist seine Mutter, ganz alleine, ahnungslos und ohne Schutz …

Meine Meinung:

Es gibt nichts Wunderbareres und Unbegreiflicheres und nichts, was uns fremder wird und gründlicher verloren geht als die Seele des spielenden Kindes.

[Hermann Hesse]

Es gibt diese Personen, Gegenstände oder Orte, die man in Büchern oder Horrorfilmen immer besonders gruselig findet, vor allem deswegen, weil sie eigentlich so harmlos sein sollten. Das sind einerseits Kinder – dazu bestimmt, süß und harmlos und besonders wehrlos zu wirken. Außerdem Spielzeug – Spielzeug soll doch Spaß machen, oder? Und dann sind da noch die Orte, die tagsüber vor Leben nur so strotzen, wo Menschen sich beinahe auf die Füße steigen – doch nachts sind sie plötzlich wie ausgestorben. An einen dieser Orte – nämlich die Schule – stecken wir nun ein kleine Mädchen namens Caddie und seine gruselige Porzellanpuppe und heraus kommt der zweite Band der Invisible Fiends.

Kaum zwei Wochen sind vergangen, seitdem Kyle sich seinem eigenen unsichtbaren Freund stellen musste, da hat er schon die nächste am Hals. Ich fand es ja angenehm, dass man sich nicht an einen neuen Protagonisten gewöhnen muss, wie ich anfangs vermutet hätte, bevor ich begann, die Reihe zu lesen. Kyle ist zwar immer noch nicht die Sympathie in Person, aber immerhin bekommt er immer mehr Substanz. Jetzt, wo er weiß, zu was er fähig ist, muss er sich überlegen, was er mit seiner Kraft zu tun gedenkt. Ganz nach Spiderman „Mit großer Kraft kommt große Verantwortung“ ist Kyle sich bewusst, dass die Fähigkeiten, die er besitzt, auch dazu verlocken können, sie für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Auch Ameena steht Kyle wieder zur Seite, wobei der Autor hier leise Zweifel streut, ob das Mädchen nicht einen ganz eigenen Plan verfolgt.

Ich persönlich fand den zweiten Band der Invisible Fiends wesentlich gruseliger, mit einem deutlich besser erkennbaren roten Faden und einer eindeutig viel furchteinflößenden Gegnerin. Nicht, dass hier nicht wieder kräftig in die Horrorfilmklischeetruhe gegriffen wurde, aber das ist für die Zielgruppe schon okay so. Die jungen Leser bekommen eben die abgespeckten Versionen von Filmen wie Chuckie.

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