|Rezension| Maggie Stiefvater „The Scorpio Races“

Scholastic (19. Okt 2011) – 482 Seiten – 8,70 € – Taschenbuch

Die Geschichte:

Sean scheint schon auf dem Rücken der wilden Capaill Uisce geboren zu sein. Puck wagt sich aus reiner Verzweiflung mit ihrem Pony in ein Rennen um Leben und Tod. Beide könnten nicht unterschiedlicher sein – und trotzdem treffen sie sich immer wieder am Strand. Beide haben einen guten Grund, die Scorpio Races zu gewinnen, doch es gibt am Ende nur einen Sieger. Wer wird es sein?

Meine Meinung:

There are moments that you’ll remember for the rest of your life and there are moments that you think you’ll remember for the rest of your life, and its not often they turn out to be the same moment.

Es gibt ja diese Mädchen, die total auf Pferde stehen. Sie tapezieren ihre Zimmer mit Pferdepostern, lesen Bille und Zottel dreimal vorwärts und rückwärts pro Woche und betteln ihre Eltern um ein Pony an (bzw. diejenigen, die schon in der Realität angekommen sind um Reitstunden). Ich war keines dieser Mädchen. Vielleicht ist das ein Grund, wieso ich mit The Scorpio Races zu Beginn nicht so recht warm wurde.

Mittlerweile bin ich es ja gewohnt, dass Maggie Stiefvaters Bücher nicht mit Krawumm in die Geschichte stürzen. Gerade deswegen mag ich The Wolves of Mercy Falls. Aber The Scorpio Races hat sich schon sehr viel Zeit gelassen, um in Fahrt zu kommen. Zuerst einmal wird viel Zeit dafür aufgewendet, die Lebenssituationen der beiden Protagonisten Puck und Sean zu beschreiben, zu verdeutlichen, wie sehr sie ihre Pferde lieben und zu erklären, was es mit den Scorpio Races und den Capaill Uisce auf sich hat. Eine gefühlte Ewigkeit reden Puck und Sean nicht einmal miteinander und sehen sich nur von Weitem.

Die eigentliche irische Legende der Capall Uisce stellt sie als Pferde dar, die aus dem Meer kommen und sich in schöne junge Männer verwandeln, die Frauen mit ihnen zurück ins Meer locken. Den Teil mit dem schönen Mann hat Maggie weggelassen und darüber bin ich auch sehr dankbar. Die Art, wie sie die Geschichte um die Pferde aus dem Meer aufgezogen hat, fand ich viel schöner. Und auch sonst hatte das Buch dieses typische Feeling, das man schon bei Shiver hatte. Die Insel, die Rennen und die Personen scheinen einem richtig greifbar. In meinem Kopf sah die Insel aus wie eine typische irische Insel, was für mich auch einen Teil des Wohlfühlens ausmachte. Ein Vorteil der stiefvaterischen Figurenentwicklung ist außerdem natürlich, dass sich die Beziehungen der Personen so langsam, aber glaubhaft entwickeln. Als Sean und Puck endlich miteinander reden, empfand ich die Zeit, die sie zusammen verbringen, als richtig herzerwärmend. Mal abgesehen davon war ich schon immer Fan von Männern der Sorte harte Schale, weicher Kern.

Den Ausgang des Rennens fand ich etwas durchschaubar. Ich hatte mir drei Theorien zurechtgelegt, wie es enden könnte, und es kam auch so. Nichtsdestotrotz hat mich die Schlussszene mal wieder schrecklich zu Tränen gerührt.

The Scorpio Races hat seine Längen und Schwächen und wer eine spannende Geschichte erwartet, wird sicher Probleme mit diesem Buch haben. Wer es aber schafft, über den langatmigen Beginn hinwegzusehen und die Atmosphäre zu schätzen weiß, die in diesem Buch geschaffen wird, dem würde ich es trotzdem empfehlen. Und Pferde zu mögen schadet sicher nicht (;

[Das da oben am Bild ist übrigens ein November Cake, eine Spezialität, die zu den Scorpio Races angeboten wird. Er wird als süß und klebrig beschrieben und das ist er auch. Und wie! Rezept folgt, natürlich Copyright bei Maggie, übersetzt von mir (; )

 

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5 Gedanken zu “|Rezension| Maggie Stiefvater „The Scorpio Races“

  1. irina schreibt:

    Ich war ja von klein auf ein Pferdemädchen und kann „Bille und Zottel“ tatsächlich auswendig, das Buch klingt aber trotzdem nicht, als müsste man es unbedingt lesen – zumal mich Stiefvater mit „Linger“ und „Forever“ ohnehin enttäuscht hat. (Ganz zu schweigen davon, dass ihr jüngster Auftritt zum Thema „Reviews“ auch nicht gerade meine Sympathien geweckt hat.) Ich schau einfach mal, ob mir das Buch irgendwann günstig in die Hände fällt, ansonsten werde ich es wohl auslassen.

    • umblaettern schreibt:

      Ich bin fern davon, dir zu sagen: Du _musst_ das unbedingt lesen. Mit diesem Gefühl hat mich das Buch ganz und gar nicht zurückgelassen. Ich mochte die Atmosphäre, die sie kreiert hat, aber die Story an sich… naja.
      (Aber du solltest unbedingt November Cakes backen (; )

      • irina schreibt:

        Da du mir damals bei „Shiver“ gesagt hast, dass ich es unbedingt lesen muss (wofür ich dir heute noch dankbar bin), weiß ich die Aussage mit dem „nicht lesen“ einzuordnen. :)

        Was die November-Cakes angeht, erwarte ich dein Rezept – wobei ich ehrlich gesagt gar nicht so auf süß und klebrig stehe.

    • umblaettern schreibt:

      Mein Freund und ich eigentlich auch gar nicht, aber überraschenderweise fanden wir beide die November Cakes super. Man kann die Füllung ja so orangig machen wie man möchte, und das Salz im Teig nimmt die Süße auch wieder etwas raus. Außerdem hab ich über den Zuckerguss nochmal Zitronenzuckerguss drüber (; Aber du wirst es ja noch sehen. Rezept sollte, wenn ich mich richtig erinnere, Dienstag oder Mittwoch online gehen.

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