|Abgebrochen| Christiane Spies „Mondherz“

Knaur (1. Mär 2012) – 672 Seiten – 14,99 € – TB

Die Geschichte

1456: Seit Konstantinopel gefallen ist, dringt das osmanische Heer immer weiter nach Westen vor, und Belgrad wird von der erschreckenden Übermacht belagert. In der Stadt hält sich auch die junge Adlige Veronika auf. Doch ihr steht nicht nur wegen der gefährlichen Zustände im Land eine ungewisse Zukunft bevor, denn Veronika ist Teil einer verborgenen Welt, von der normale Menschen nicht einmal etwas ahnen: Es gibt einen Bund von Werwölfen, der den mächtigsten Männern Europas im Geheimen dient. Seit sie selbst zur Werwölfin wurde, bestimmt der Bund auch Veronikas Leben. Aber als er ihr vorschreiben will, wen sie lieben soll, beginnt sie, um ihre Freiheit – und ihre Liebe – zu kämpfen …

Meine Meinung

Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemanden zeigt.

[Mark Twain]

Ich tue es ja nur schrecklich ungern, aber diesmal musste ich ein Rezensionsexemplar nach einem Drittel abbrechen. Ich musste mich am Abend regelrecht dazu zwingen, ein paar Seiten zu lesen, und dazu ist mir meine momentan sehr begrenzte Lesezeit zu schade.

Ich muss jedoch betonen, dass ich das Buch keinesfalls abbreche, weil ich es schlecht geschrieben fand. Überhaupt nicht. Mondherz ist nur einfach historischer als ich erwartet hatte und von Geschichte habe ich schon in der Schule genug. Doch für Fans des Genres ist das Buch sicher das reine Paradies.

Zum einen weichen die Protagonisten kaum von den damals gängigen Rollenverteilungen ab – Veronika ist gläubig und hält sich an die Erwartung der wohlerzogenen jungen Dame, während Gabor ein starker Mann ist, der in den Krieg zieht und Veronika beschützen möchte. Die verkappte Feministin in mir windet sich aber bei historischer Fiktion gerne, wenn der Mann das unbedarfte Fräulein – das gar nicht so unbedarft ist – herumkommandiert oder ihm erzählt, was es kann oder nicht. Dabei hätte Gabor das Potential, ein richtig toller Charakter zu sein, denn seine Hintergrundgeschichte  klingt interessant. Aber ein Charakter wie seiner, der sehr bestimmend ist, braucht für mich einfach jemandem, der ihm mal Kontra gibt, und das tat mir Veronika viel zu lange nicht.

Man merkt, dass Christiane Spies viel Arbeit in ihre Recherchen gesteckt hat und deswegen über umfangreiches historisches Wissen verfügt, das sie immer wieder in die Geschichte einbaut. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier Stunden und Stunden in Bibliotheken und Co. verbracht wurden. Aber wie gesagt – Geschichte habe ich in der Arbeit genug und möchte momentan nicht noch im Bett damit konfrontiert sein. Dennoch – Hut ab vor so viel Mühe und Wissen.

Das Buch war für mich leider einfach ein Fall von „falsches Genre“, Fans von historischer Fiktion sollten es aber im Auge behalten.

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2 Gedanken zu “|Abgebrochen| Christiane Spies „Mondherz“

  1. buchstabentraeume schreibt:

    Ach Mensch, es klingt so gut, aber ich mag doch historische Romane nicht so gerne… Und wenn du es deswegen abgebrochen hast, weil es zu historisch ist… dann ist es auch eher nichts für mich. Schade, ich lese in letzter Zeit sehr gerne von Werwölfen.

  2. Winterkatze schreibt:

    Ich muss ja gestehen, dass ich es ganz angenehm finde, wenn Figuren mal in ihre Zeit passen und sich nicht ungewöhnlich aufgeschlossen, gebildet usw. benehmen. All diese lesenden, heilenden Superfrauen sind mir so langsam echt zu viel!

    (Trotzdem habe ich gerade auch recht wenig Lust auf historische Romane.) ;)

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