|Von der Lehrerfront| Ich bin kein Studienreferendar mehr…

…denn mein erstes Jahr ist vorbei. [Haha, hab ich euch jetzt geschockt? (; ]

Ich kann es kaum glauben, dass es so schnell kam, aber – mein erstes Jahr ist vorbei und ein bisschen melancholisch bin ich nun schon. Jetzt muss ich die gewohnte Schule, die gewohnten Kollegen und vor allem den Rückhalt meines Seminars zurücklassen und mich alleine in eine völlig unbekannte (?) Schule begeben, um zu beweisen, dass mein erstes Jahr nicht ganz umsonst war.

Ich kann nicht behaupten, dass es einfach war, und auch nicht, dass ich nicht des Öfteren mit dem Gedanken gespielt habe, alles hinzuwerfen. Vor allem vor Weihnachten bin ich auf dem Zahnfleisch gekrochen und habe literweise Tränen vergossen. Mein erstes Jahr war ein Auf und Ab und ich kann nicht behaupten, dass mir alle Schüler oder gar Klassen fehlen werden. Was ich aber sagen kann ist, dass ich viel gelernt habe – was gut war und was ich anders machen werde. Und vor allem habe ich gelernt, dass ich viel mehr auf mich achten muss.

Trotz all dem Ärger, der Frustration und den Stunden, aus denen ich mit brodelnder Wut herausgegangen bin, wird mir meine Chaos-Sechste am meisten fehlen. Es stimmt tatsächlich, dass man mehr an den Klassen hängt, die man öfter sieht und mit denen man sich am meisten beschäftigt. Und das, obwohl sie nicht einmal meine Lehrprobenklasse war. Die Feedbackbögen machen mich zumindest sicher, dass ich nicht alles mit ihnen falsch gemacht haben kann. Auch andere Schüler aus meinen alten Klassen werden mir fehlen und von den einen oder anderen würde ich auch weiterhin gerne hören.

Im Rückblick kann ich über das erste Jahr sagen, dass manches, was man über das Referendariat hört, wohl schon stimmt. Viel Freizeit hatte ich nicht mehr, meine Freunde habe ich nur selten gesehen, vor allem, wenn sie weiter weg wohnten, wenn ich daheim war, war ich oft genervt und wollte gar nicht mehr reden. Von dem Realitätsschock, den ich nach den ersten Wochen hatte, will ich gar nicht erzählen – ich frage mich nur, wieso ich so lange studiert habe, wenn ich jetzt von vorne anfangen musste, denn an richtigen Schulen ist nichts so wie die Theorie es einem vorgaukeln möchte. Manche Prinzipien habe ich über den Haufen geworfen, weil sie nicht auf das „echte Leben“ in Schulen anwendbar waren. Manche habe und werde ich mir beibehalten. Andererseits hat sich auch vieles als reine Panikmache erwiesen – ich habe zum Beispiel nie, nicht einmal zu Lehrprobenzeiten, die Nacht durchgearbeitet.

Ich blicke zurück mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zu den Seminartagen werde ich ja noch ein paar Mal an meine Seminarschule zurückkehren. Am ersten Tag  und auch zwischendrin dachte ich noch – wie konnten die alten Refis weinen, als sie gegangen sind? Jetzt geht es mir nicht anders.

 

 

 

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2 Gedanken zu “|Von der Lehrerfront| Ich bin kein Studienreferendar mehr…

  1. Katrin von Saiten schreibt:

    Ein sehr schöner Bericht über einen so wichtigen Ausbildungsabschnitt! Ich schätze viel von dem wird mich auch demnächst erwarten ;) Weiterhin viel Erfolg und Freude am Beruf! Du machst das schon ;)

    Katrin

  2. irina schreibt:

    Wenn ich das so lese, bin ich doppelt froh, dass ich nach dem 1. Staatsexamen aufgehört und was anderes gemacht habe …

    Ich hoffe, dein zweites Jahr wird besser und endet mit einen guten Abschluss. Anschließend werden die Karten ohnehin neu gemischt! Also halt durch! :)

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