Rezensionen

|Rezension| Denise Grover Swank „Here“

Reihe: On the Otherside Band: 1

Bramagioia Enterprises  (7. Nov 2011) – 352 Seiten – 3,31 € – eBook

Die Geschichte

Nachdem ihre beste Freundin bei einem Autounfall ums Leben kommt, vergräbt sich Julia in ihrem Zimmer und kapselt sich von der Welt ab, denn sie gibt sich die Alleinschuld am Tod von Monica. Nacht für Nacht träumt sie von dem Unfall, doch in ihren Träumen stirbt sie und Monica lebt. Auch plagen sie falsche Erinnerungen und sie besitzt ein Armband, das sie vorher nie gesehen hat, aber nach dem Unfall an ihrem Arm trug.

Ihr Klassenkamerad Evan hat sich vorher nie für Julia interessiert, doch plötzlich ist er sehr besorgt um sie, nachdem er für einige Tage vom Erdboden verschwunden war. Doch dann taucht die Polizei bei Julia auf und befragt sie nach Evan. Julia merkt, dass hier etwas faul ist, doch was Evan ihr zu sagen hat, übersteigt ihre Vorstellungen.

Meine Meinung

Eine Variante der Viele-Welten-Interpretation basiert auf dem Gedanken, das beobachtbare Universum sei nur ein Teil der gesamten Wirklichkeit, die aus vielen nebeneinander existierenden Welten besteht.

Wenn ihr vorhabt, dieses Buch selbst noch zu lesen, dann überspringt lieber diese Rezension. Um ausführlich zu begründen, wieso dieses Buch so absolut grausam ist, muss ich bis zum Ende ausholen.

Da ist dieser Junge. Jahrelang interessiert er sich kein Stück für dieses eine Mädchen. Dann verschwindet er mal eine Woche und plötzlich läuft er ihr hinterher wie ein Hündchen. Er bringt sie zum Unterricht und holt sich vor der Tür wieder ab. Wenn sie mit anderen Typen redet, dann fordert er eine Erklärung. Er gibt ihr in drei Fächern Nachhilfe und würde sich am liebsten im vierten Fach mit zu der anderen Nachhilfelehrerin setzen, um nur keine Minute zu verpassen.  Wenn er sie ankuckt, dann weint er meistens eine kleine oder große Runde. In der nächsten Minute schreit er sie an und lässt sie dann mit einer Panikattacke alleine, um sie hinterher bei ihrem Arzt abzufangen. Oh, und bei der ersten Begegnung, als sie weinend vor dem Grab ihrer besten Freundin steht, setzt er sie unter Drogen, weil es so ein wirklich mieser Moment ist, um sich kennenzulernen. Den anderen Typen, der aussieht wie er, setzt er übrigens auch wochenlang unter Drogen und versteckt ihn in einem Schuppen in der Nähe ihres Hauses, damit er sie in Ruhe für sich einnehmen kann…

Erkennt ihr jetzt, was mein Hauptproblem mit diesem Buch war? Obwohl im Nachhinein viele Handlungsweisen von Evan – so heißt der gute Mann nämlich – nachvollziehbar waren, geht es mir bis jetzt nicht in den Kopf, wie man sich in so jemanden verlieben kann. Nach einem Tag würde ich da leicht paranoid werden. Dass dann auch noch ein Lovetriangle daraus gemacht wird – auch wenn Reece die wesentlich angenehmere Wahl an Partner gewesen wäre – hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Dass weder Evan noch Reece eigentlich die richtige Julia wollen, sondern im Prinzip die tote Version aus ihrer Welt, stört niemanden daran, pausenlos herumzuknutschen und sich ewige Liebe zu schwören. Absolut schrecklich fand ich ja Julias Aussage, sie „nehme eben, was sie kriegen kann“ und „vor einem halben Jahr hätte sich noch gar kein Junge für sie interessiert“ und ihre absolute Dreistigkeit, mit beiden Jungs etwas anzufangen, aber beim kleinsten Lächeln, das einer anderen Frau gilt, gleich eifersüchtig zu werden und das sogar Reece vorzuwerfen.

Der ganze Aufbau der Geschichte war ja irgendwie haarsträubend. Bei Goodreads habe ich gelesen, dass viele so überrascht von der Wendung waren, dass es sich hier um Paralleluniversen handelt. Wow – das war echt überraschend nach dem Klappentext – NICHT. Und dabei würde so viel Potential in so einer Geschichte stecken. Und dass in der Parallelwelt, in der Julia landet, der kalte Krieg nicht so glimpflich ausgegangen ist wie in unserer, hätte Raum geboten dafür, zu erklären, wie sich beide Welten entwickelt haben. Das Ganze wird aber in wenigen Sätzen abgefertigt, um Raum zu machen für Gewalt, Blut und sinnloses Gemetzel. Nicht nur beschließen ein paar ominöse Entscheidungsträger, dass es die logischte Lösung wäre, Julia umzubringen, nachdem man sämtliche Infos aus ihr heraus gekitzelt hat (was nicht viele sind, denn Julia hat weder Ahnung von Geschichte noch von Militär noch von Tuten und Blasen). Zwei Sechzehnjährige schaffen es auch ganz locker mit einem Tabletcomputer, eine gesichertes Gebäude mit einer zum Tode verurteilten Gefangenen zu verlassen, mit Gewalt ausgeführten Befragungen durch einen Offizier mit Sarkasmus entgegenzutreten und schlussendlich mal locker 15 Soldaten umzulegen. Und das auch noch völlig umsonst, weil Julia eine hohle Nuss ist, die nicht mal wüsste, wann es besser wäre, sich zu verziehen, wenn eine Elefantenherde direkt auf sie zusteuert.

Ein Punkt für die nette Idee, ansonsten war das ein Fall von „Meint die das ernst?!“

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