Erfahrungen · Rezensionen

|Rezension| Christine Neder „40 Festivals in 40 Wochen“

Schwarzkopf & Schwarzkopf (10. Deu 2012) – 176 Seiten – ISBN 3862651959 – 14,95 €

Klappentext

Dass Christine Neder ziemlich hart im Nehmen ist, hat sie bereits mit ihrem Buch 90 NÄCHTE, 90 BETTEN bewiesen. Damals schlief sie drei Monate lang jede Nacht in einer anderen Wohnung. Für 40 FESTIVALS IN 40 WOCHEN ließ sie sich erneut auf einen gewagten Selbstversuch ein und besuchte Festivals auf der ganzen Welt. So zum Beispiel das paradiesisch gelegene Saint Lucia Jazz Festival in der Karibik, die berühmte Tomatenschlacht La Tomatina im spanischen Buñol oder das legendäre Wacken Open Air. Im Vordergrund der 40 Geschichten stehen dabei die Menschen, denen die Autorin vor und hinter der Bühne begegnet: Wie erlebt der Flaschensammler das Punkfestival? Wovon träumt die Strawberry-Queen aus Florida? Und was haben der schwedische Philosophiestudent und das Metalgirl in einem fremden Zelt zu suchen?

Meine Meinung

Vor ein paar Jahren, bevor ich angefangen hatte zu studieren, war ich jedes Jahr auf mindestens einem Festival zu finden. Dann habe ich aus diversen Gründen meinen Weg auf keines mehr gefunden, leider. Als ich über „40 Festivals in 40 Wochen“ gestolpert bin, hatte ich dennoch bestimmte Erwartungen an das Buch – Beschreibungen vom Leben auf den Campingplätzen der einzelnen Festivals, von Konzertbesuchen oder ähnlichem.  Tatsächlich war das Buch anders als gedacht – und damit sogar besser als ich dachte.

Zum einen war die Definition von Festival hier nicht so eng, wie ich es gedacht hätte – Festival ist für mich gleich Musikfestival und das ist erst einmal falsch. Es gibt auch Kulturfestivals, Gourmetfestivals und solche, auf denen man sich mit Tomaten bewirft. So wird auch die Beschreibung der Festivals nie langweilig, denn wenn man ehrlich ist, ist von außen gesehen ein Musikfestival eben ein Musikfestival und wird erst dann besonders, wenn man persönlich dabei war.

Außerdem wird hier auch nicht das ganze Festival an sich beschrieben, sondern einzelne Episoden oder das Gefühl außenherum, ein oder zwei Begegnungen oder ein Zwischenfazit gezogen. So weiß man zwar immer, worum es auf den Festivals geht, aber nicht, wie die ganzen Tage abgelaufen sind. Vielmehr bekommt man auch einen Einblick in das Leben als Reisebloggerin oder in die Gefühlswelt von Christine Neder, die mehr als einmal auch daran zweifelt, ob sie ihr Vorhaben durchziehen soll, weil es gefühls- und gesundheitsmäßig nicht immer nur rosig und partymäßig bei ihr aussieht.

In der Tat  stelle ich mir diese Unternehmung wirklich anstrengend vor, vor allem, nachdem ich so eine Wochenendcouchpotato geworden bin, die nach 5 Tagen im Chaos der aus zweiter Hand erlebten Pubertät lieber ein Buch mit aufs Sofa nimmt als ihr  Zelt mit auf ein Festival (vor allem, da es das letzte Highfield sowieso nicht überlebt hat.). Mit jedem Festival habe ich die Autorin mehr für ihr Durchhaltevermögen bewundert. Und so ein bisschen neugierig bin ich ja auf das eine oder andere schon – besonders auf das Elderflowerfestival in Sussex.

Besonders empfehlen würde ich übrigens den Artikel über Wacken, bei dem ich nicht mehr aufhören konnte zu lachen, aus selbigem Grund den zu Rock am Ring, den Gastartikel von Christines Freundin Corinna zum Appletree Garden und den eher nachdenklichen Artikel zum Saint Lucia Jazz Festival. So insgesamt aber eigentlich jeden, denn eins kann Christine Neder auf jeden Fall – so schreiben, dass man sich mittendrin fühlt, selbst wenn sie nur erzählt, wie nach dem Highfield aufgeräumt wird.

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Ein Kommentar zu „|Rezension| Christine Neder „40 Festivals in 40 Wochen“

  1. Ich liebe ja Bücher über Selbstversuche und dieses klingt ganz besonders toll. Ich wäre anhand meiner Definition von Festival auch von einem reinen „Musikfestival-Buch“ ausgegangen, aber das mit den Gourmetfestivals klingt ja echt spannened.
    Danke für die Buchvorstellung, wandert gleich mal auf den Wunschzettel.
    Lieben Gruß

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