|Rezension| Melissa West „Gravity“

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 Reihe: The Taking Band: 1

Entangled Teen (18. Dez  2012) – 284 Seiten – ISBN 1620610914 – 7,40 € Taschenbuch

Die Geschichte

Nach dem vierten Weltkrieg helfen Aliens – sogenannte Ancients – der Menschheit, ihren atomverseuchten Planeten wiederherzustellen. Im Gegenzug möchten sie mit auf der Erde leben, sobald sie sich an die Atmosphäre und die Krankheiten dort angepasst haben. Das geschieht durch das „Taking“, indem sie jede Nacht von den Menschen Antikörper übernehmen.

Ari muss feststellen, dass ihr Mitschüler Jackson der Ancient ist, der sie jede Nacht besucht – und er bittet sie um Hilfe. Denn im Hintergrund droht ein Krieg zwischen Aliens und Erdbewohnern, den die Regierung provoziert. Nur Ari hat die Möglichkeit, genug Informationen zu sammeln, um ihn aufzuhalten, denn ihr Vater ist der oberste Commander.

Meinung

Aliens sind für mich ja eine mehr oder weniger neue Entdeckung. Zwar liebe ich The Host bis jetzt noch und freue mich wie Bolle auf den Film, war von Exiled aber wiederum mehr als unterwältigt. Dennoch hat Gravity schnell meine Aufmerksamkeit gewonnen und es wurde vorbestellt. Jetzt füllt es aber leider nur den Mittelteil zwischen absolutem Lieblingsbuch und absolutem Fehlkauf im Außerirdischenbereich meines Regals.

Am meisten hat mich gestört, dass die Entwicklung der dystopischen Welt in Gravity so grauenhaft lückenhaft ist. Man befindet sich im 22. Jahrhundert, nach dem 4. Weltkrieg. Ganz recht, dem Vierten. Was beim Dritten geschehen ist? Das weiß die Autorin selbst wohl auch nicht, also schweigt sie sich darüber aus. Auch über den Vierten bekommt man nur spärliche Informationen, obwohl er die Basis für das existierende Regierungssystem bildet. Hier hat jeder Kontinent einen Präsidenten, dessen Stellung in den Generationen weitervererbt wird.  Bekommt ein Präsident oder eine Präsidentin keinen Nachwuchs, übernimmt einfach ein anderer Präsident einen weiteren Kontinent. Von unfairer Machtverteilung ist hier nicht die Rede, was mich schwer wundert, da sich offensichtlich nicht alle Präsidenten grün sind.

Auch die Aliens – Ancients genannt – waren nicht überzeugend. Obwohl es sich hier wie bei The Host um eine angeblich auf Frieden fixierte Alienart handelt, schicken sie einen ganze Menge kampftrainierte Spione auf die Erde. Zwischen den Ancients und den Menschen existiert eine Abmachung, darüber, dass die Ancients nach ihrer erfolgreichen körperlichen Anpassung an die Erdatmosphäre die Erde mitbevölkern dürfen, wenn sie dafür sorgen, dass sie nach dem mit Atomwaffen geführten Krieg den Planeten wieder zu seinem ursprünglichen Zustand zurückbringen. Um sich an die Atmosphäre anzupassen, kommen sie jeden Abend in die Zimmer der Menschen und tauschen mit ihnen Antikörper aus, bis sie irgendwann alle nötigen erlangt haben, um nicht von Erdkrankheiten dahingerafft zu werden. Obwohl dadurch auch gesichert wird, dass sich ihr Körper menschlich entwickeln, reisen sie über Bäume und können sich aus ihnen „herausschälen“.

Ari ist an sich ja ein sympathischer Charakter (und leider auch der einzige, der so richtig entwickelt ist) – sie hat ihren eigenen Kopf, kann sich ganz gut um sich selbst kümmern und auch mal richtig zuschlagen. Leider hat sie wie so viele andere Protagonistinnen diese grauenvolle Angewohnheit, ihr Hirn auszuschalten, sobald ihr ein gutaussehender Junge schöne Augen macht – und so nimmt sie entweder alles als gegeben hin, was Jackson ihr so erzählt, oder vergisst nachzufragen, weil seine körperliche Attraktivität sie ablenkt. Dabei hasst sie Jackson vorher noch bis aufs Blut, weil er ihr größter Konkurrent ist, muss dann auch noch herausfinden, dass er ein Ancient ist und lässt sich dennoch innerhalb einer Stunde davon überzeugen, dass nur sie beide die ganze Welt retten können. Ja klar. Ich habe ja die ganze Zeit darauf gewartet, dass Jackson sagt: Ha, verarscht, ich hab dich voll ausgenutzt und du hast es nicht kapiert. Lawrence und Gretchen, die beiden restlichen Protagonisten, sind richtig unausgereifte Charaktere und ich hatte beim Lesen nicht einmal ein Gesicht vor Augen, wenn es um beide ging. Sie sind halt da und sind praktisch.

Natürlich war nicht alles schlecht an Gravity – spannend war es schon, nach und nach zu erfahren, was sich die Menschen so ausgedacht haben, und mehr als einmal war ich wirklich angewidert davon, was da ablief. Und auch wenn es die Autorin nicht so hat mit den unauffälligen Anspielungen, wollte ich doch wissen, wie sich die Beziehungen entwickeln und wie sich alles zum Schluss auflöst.

Alles in allem ist Gravity eben ein mittelmäßiges Buch – kann man lesen, kann man aber auch lassen.

Anfänger neu

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