|Rezension| P. C. Cast „Ausersehen“

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Reihe: Tales of Partholon Band: 1

Cora (22. Nov 2011) – 527 Seiten – Bestellnummer 8110110001 – 5,95 € Taschenbuch

Klappentext

Verwunschene Wälder, romantische Sonnenuntergänge, aber keine Waschmaschine! Shannon Parker findet sich plötzlich in einer anderen Welt wieder. Und auch wenn sie zunächst nicht begreift, warum sie in Partholon wie eine Göttin behandelt wird, nimmt sie es mit Humor. Sie ist jedoch entsetzt, als sie erfährt, dass sie heiraten soll! Nicht im Traum, denkt Shannon. Da kann dieser ClanFintan ihr noch so tief in die Augen schauen und sie charmant anlächeln. Noch ahnt sie nicht, dass sie dazu ausersehen ist, Partholon zu retten. Und dafür braucht sie Hilfe von ClanFintan.

Meine Meinung

Schon bevor sie die House of Night-Reihe begann, schwirrte Frau Cast ihre Partholonserie im Kopf herum – sie ist sozusagen ihr literarisches Baby und das merkt man auch.

Ich mochte Shannon. Wirklich. Vielleicht lag das daran, dass sie Lehrerin war und so hin und wieder auch typische Lehrerkommentare eingestreut hat, bei denen ich nur wissend grinsen konnte. Vielleicht lag es auch daran, dass ich nach Unmengen an Jugendromanen endlich mal wieder eine Protagonistin hatte, die sich in meiner Altersstufe bewegt (zumindest mehr oder weniger) und einfach mal eine normale, aber schlagfertige Frau war, mit Erwachseneneinstellungen und Erwachsenenhumor. Oder daran, dass sie so schön normal reagiert hat in ihrer Situation – eine Mischung aus Improvisationstalent, Anwendung von unnützem Universitätswissen und absoluter Hilflosigkeit. Auch die anderen Protagonisten waren erstaunlich wenig klischeehaft – ich war ja zugegeben extrem voreingenommen und muss mich langsam fragen, wie viel von dem Teenagerklischees und Promiskuität in den House of Night-Büchern aus der Feder der hormonplatzenden Tochter stammen, nachdem ich dieses Buch gelesen hatte.

Nicht, dass hier mit Andeutungen gespart würde – aber hier stört es mich nicht so extrem, denn Shannon ist eine Frau in der Blüte ihres Lebens und umgeben von attraktiven Wachen und einem nicht minder attraktiven Ehemann. Da kommt einem schon der eine oder andere schmutzige Gedanke in den Sinn. Und da die Zielgruppe auch über 18 zu liegen scheint, ist das völlig okay so.

Doch jetzt zum Manko an der ganzen „Dieses Buch ist mein Baby“-Sache. Offenbar fiel es P. C. Cast extrem schwer, sich von ihrer Protagonistin zu trenne, und so erlebt man ungelogen jede einzelne Minute ihres Lebens mit – wie sie badet, wie sie Pipi machen geht im Busch, wie sie schläft, wie sie läuft, wie sie sich die Zähne putzt, wie sie sich anzieht – jedes kleine Detail wird hier beschrieben. Und so passiert auf über 500 Seiten gar nicht so besonders viel Spannendes. Hier hätte man doch den ein oder anderen Klogang oder überflüssige Outfitbeschreibung weglassen können. Und einer Sache bin ich mir nun wirklich sicher – die langen Ritualpassagen in HoN – die stammen eindeutig aus der mütterlichen Feder…

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