Dystopie · Rezensionen

|Rezension| Julia Mayer „Die Keime“

P1000824

Reihe: Old Souls Band: 1 von 8

Selbstverlegt (23. Nov 2012) – 285 Seiten – ISBN 1481088637 – 2,99 € eBook

Die Geschichte

Amerika, 2074. Auf der Flucht vor den Menschen, die nach dem Leben der „Keime“ trachten, findet sich Avery als eine der wenigen Überlebenden mit anderen Flüchtlingen zusammen. Verzweifelt sind sie auf der Suche nach dem verlorenen Frieden ihrer Gesellschaft. Doch genau dies wird ihnen nicht gewährt, schließlich sind sie Keime – Bürger, die dafür verantwortlich gemacht werden, dass das höchste Gut der futuristischen Menschheit – die Wiedergeburt – nicht länger möglich ist.

Meine Meinung

Es fällt mir wirklich schwer, meine Meinung über Die Keime richtig in Worte zu fassen und ich ringe jetzt schon seit Wochen mit dieser Rezension. Woran liegt das nur?

Als ich bei der letzten Seite angekommen bin, habe ich mich gefragt, ob ich wirklich kapiert habe, worum es geht, und ob ich einfach Punkte überlesen habe oder ob wirklich nichts Genaueres darüber in der Geschichte vorkam. Ich habe verstanden, dass Menschen wiedergeboren werden und verschiedene Stadien durchlaufen, bis sie zur endgültigen Weisheit gelangen. Auch kapiert habe ich, dass sie sich dafür wohl an ihre alten Leben erinnern müssen. Aber da immer mehr Menschen geboren werden als sterben, werden manche mit Anspruch auf die Wiedergeburt dennoch nicht zurück in einen neuen Körper geschickt, weil neue Keime ihren Platz besetzen. Dennoch hätte ich diese Abläufe gerne genauer erklärt bekommen, ein bisschen bleibt das Gefühl bei mir zurück, als würden mir wichtige Details aus dieser dystopischen Welt abgehen – über die Vergangenheit wird fast nicht gesprochen, weder über die der Gesellschaft noch über die der Figuren, obwohl mich das brennend interessiert hätte.

Die beiden Hauptcharaktere wechseln sich ab und so kann man einmal Avery und dann wieder Cash begleiten, wobei mich letzterer ziemlich genervt hat und mir recht egal war. Mag sein, dass er ein ganz schreckliches Schicksal hat und sich einsam fühlt ohne seine Eltern, aber meine Güte ist der Junge ein selbstmitleidiger Egoist. Ich hatte immer das Gefühl, dass er sich ganz gerne in seinem Leid suhlt und am liebsten noch alle anderen nach unten ziehen möchte, um sich nicht so einsam zu fühlen. Avery und ihren Begleiter Skar – obwohl der ja eigentlich nicht unbedingt sympathisch geschrieben wurde – mochte ich beide jedoch gerne und sie hätten mir als Figuren auch völlig gereicht. Besonders ihre angedeutete Vergangenheit hätte doch noch genauer ausgeführt werden können. Vielleicht kommt das noch in den Folgebänden, bei Skar bezweifle ich das aber momentan schwer.

Das Beste an Keime war die Art, wie es geschrieben wurde – eine Mischung aus poetischer Sprache und schonungsloser Ehrlichkeit – hier wird gespuckt, gekotzt und geschwitzt, aber auch tiefsten Gedanken der Figuren eingedrungen. Schreiben kann die junge Autorin also absolut – nur an der Darstellung ihrer Welt hätte sie noch etwas feilen können.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s